Magazinrundschau - Archiv

Prospect

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Magazinrundschau vom 03.02.2009 - Prospect

Bernard Avishai weist darauf hin, dass sowohl die palästinensische als auch die israelische Seite aus widersprüchlichen ideologischen Blöcken besteht. Jeder Vermittlungsversuch Obamas, meint er, müsse sich das zunutze machen: "Die meisten wissen, dass Palästina aus, grob gesagt, zwei Einheiten besteht: der West-Bank-Mehrheit, nominell geführt von der Palästinenserbehörde, in Wahrheit aber von einer säkularen Geschäfts- und Angestelltenklasse in Ramallah - und auf der anderen Seite einer islamistischen Minderheit, geführt von der vielleicht pragmatischen, ganz zweifellos aber auch totalitären Hamas. Was wir lernen müssen, ist, dass auch Israel aus zwei Einheiten besteht... Da ist die knappe säkulare Mehrheit, eine hebräischsprachige Republik mit Zentrum Tel Aviv, die immer stärker von den Verbindungen zur Außenwelt profitiert... Die seit 1967 gültige zionistische Siedlungspolitik, verbunden mit gesetzlichen Privilegien für die Orthodoxe, haben jedoch einen riesigen Staat im Staat hervorgebracht: sein Zentrum ist Jerusalem, er ist vorwiegend theokratisch und zutiefst verstrickt in die noch immer andauernde Besiedlung der West Bank."

Weiteres: Phillip Blond sieht die "roten Tories" kommen (auf dem Cover dazu: Margaret Thatcher che-guevara-style. Eric Kaufman beschreibt in seinem Nachruf, wie Samuel Huntington zum akademischen Außenseiter wurde, der er eigentlich sein Forscherleben lang war. Besprochen werden Roberto Bolanos Roman "2666" und die trotz einer gewissen Zusammenarbeit mit ihrem Gegenstand offensichtlich erfrischend respektlose Rupert-Murdoch-Biografie von Michael Wolff, "The Man Who Owns the News".

Magazinrundschau vom 25.11.2008 - Prospect

Als verrückteste aller Finanzblasen und dennoch als exemplarisch beschreibt Jonathan Ford in einem sehr lesenswerten Artikel die aktuelle Preisblase für zeitgenössische Kunst: "Diese Blase wird jeden Moment platzen. Sie zeigt alle Charakteristika der Südsee-Blase des Jahrs 1720 oder des Tulpen-Wahnsinns der 1630er. Sie ist die Blase aller Blasen, prekär thronend auf der Spitze anderer, bereits geplatzter Kredit-, Häuser- und Waren-Blasen und viel dramatischer inflationiert als diese. Während Häuser auf dem britischen Markt immerhin sechs Jahre brauchten, um ihre Preise am Beginn dieses Jahrhunderts zu verdoppeln, schaffte die zeitgenössische Kunst das in gerade mal einem Jahr, von 2006 auf 2007. (In derselben Zeit haben sich die Alten Meister um nur 7,6 Prozent verteuert und britische Aquarelle aus dem 17. bis 19. Jahrhundert haben sogar an Wert verloren.)"

Weitere Artikel: Mutig krönt Julian Gough die Dichterin Sarah Palin zur poeta laureata. David Goodhart stellt einerseits fest, dass die soziale Mobilität in Großbritannien gerne unterschätzt wird - dass die Gesellschaft allerdings am oberen wie am unteren Ende nach wie vor sehr unbeweglich ist. Toby Young schildert den Aufstieg des Celebritariats. Michael Lind fragt nach dem Abebben der ersten Euphorie nach der "Bedeutung von Obama".

Magazinrundschau vom 28.10.2008 - Prospect

Unter dem provozierenden Titel "Wer braucht Privatheit im Internet?" stellt Peter Bazalgette Visionen der Zukunft vor, in denen das Internet ganz genau weiß, was seine Benutzer (wissen, kaufen, denken) wollen. Google ist ohnehin fast schon so weit: "Wenn man auf 'persönliche Suche' stellt, wird Googles Service gleich viel spezifischer. Gibt man das Wort 'rosemary' (dt.: Rosmarin) ein, dann wird Google wissen, ob man sich jetzt eher für Gärtnerei, Kochrezepte oder für eine DVD von 'Rosemary's Baby' interessiert. Auch andere Google-Produkte können einem da Sorgen machen. Demnächst wird es bei StreetView Fotografien von sämtlichen Straßen in Großbritannien geben. Googles Desktop-Suche kennt den Inhalt meines Rechners. Am weitesten geht Gmail, der kostenlose Email-Service, der meine Korrespondenz ständig auf Schlüsselwörter durchsucht, um dann die passenden Werbeanzeigen zu liefern. Ich habe von einem Paar gehört, das sich einen scharfen Email-Wechsel lieferte und prompt automatische Werbeanzeigen von Eheberatern bekam."

Weitere Artikel: Ex-UN-Mitarbeiter Michel Soussan erklärt, warum seiner Ansicht nach die Vereinten Nationen inzwischen ein irreparables Desaster sind. Jim Giles erzählt am Beispiel des Schmerzmittels "Vioxx", welchen Schaden die immer aggressiveren Verteilungskämpfe auf dem Arzneimittelmarkt anrichten. Jason Burke fordert den Westen dazu auf, mehr Verständnis für die Taliban zu entwickeln.

Außerdem gibt es ein großes Symposion (Übersicht) zur Finanzkrise, dessen Diagnosen von Mark Hannams lässigem Schumpeterianismus "Welche Krise? Das ist kreative Zerstörung" bis zu Alex Rentons Erfahrungsbericht "Ich hab mein Geld in Island verloren" reichen.

Magazinrundschau vom 30.09.2008 - Prospect

Julian Gough wird im Nachruf auf den Schriftsteller David Foster Wallace grundsätzlich. Die Universität war es, findet er, die mehr und bessere Bücher des Autors verhindert habe. Weil ihn die fürs finanzielle Überleben notwendige Lehre als Dozent für Kreatives Schreiben so beschäftigte. Aber auch wegen einer anderen, mit dem akademischen Leben verbundenen deformation professionelle: "Ein Leben an der Universität formte, deformierte und ruinierte ums Haar Wallaces Schreiben. 'Infinite Jest' ist ein fast tausendseitiger erschöpfender, unerschöpflicher, ganz problematischer und brillanter Roman. Darauf folgen noch fast hundert Seiten mit Endnotenanhang (sein Lektor zwang ihn, nochmal so viele zu streichen). Der Endnotenanhang hat wiederum Fußnoten. Einerseits wusste Wallace sehr wohl, dass er vom normalen Amerika abgeschnitten war, aber dieses Wissen trieb seine Prosa in eine hyper-analytische Todesspirale. Wie so viele Akademiker verfolgte er obsessiv den weißen Wal (oder den rosa Elefanten) der Authentizität. Er verbrachte viel Zeit damit, Sprachformen zu attackieren, die er verabscheute (den Jargon der Pharmazie, der Werbung, der PR). Das war Literaturkritik verkleidet als Literatur - Granatenangriffe auf Themenparks."

Magazinrundschau vom 02.09.2008 - Prospect

Wie sehr Russland sich um jeden Preis als Großmacht fühlen will, das lässt sich vor allem an der Erinnerungspolitik ablesen. Und über die kann man viel in dem von Wladimir Putin angestoßenen, abgesegneten und propagierten neuen Geschichtsbuch für russische Schüler lernen, wie Arkady Ostrovsky in der Titelgeschichte erläutert: "'Die Sowjetunion', erklärt das neue Lehrbuch, 'war keine Demokratie, aber sie war für Millionen Menschen auf der Welt das Beispiel für die beste und gerechteste Gesellschaft.' Darüber hinaus vermochte es die UdSSR, 'eine gigantische Supermacht, der eine gesellschaftliche Revolution gelang und die den brutalsten aller Kriege gewann', westliche Länder so unter Druck zu setzen, dass auch in ihnen die Menschenrechte beachtet wurden. Im frühen 21. Jahrundert freilich, fährt das Lehrbuch fort, war der Westen Russland gegenüber feindselig und selbstgerecht." All das ist kein Zufall, setzt Ostrovsky hinzu: Von einer liberalen Gesellschaft ist im gegenwärtigen Russland kaum eine Spur, dafür wird Stalin allerorten verteidigt, wenn nicht gefeiert.

Weitere Artikel: Richard Dowden erklärt, warum westliche Demokratiemodelle sich in Afrika als problematisch erweisen, und schlägt vor, dass auch bei Wahlen Unterlegene, statt reine Opposition zu sein, in die Regierung eingebunden werden sollten. Alexander Fiske-Harrison glaubt unter der Überschrift "Ein edler Tod", gute Argumente für seine Liebe zum Stierkampf auf seiner Seite zu haben. Über Sinn und Unsinn der in Mode gekommenen Verhaltensökonomik streiten Pete Lunn und Tim Harford. Sally Laird weiß, warum die glücklichen Dänen von heute mit den aus "Hamlet" bekannten rein gar nichts zu tun haben.

Magazinrundschau vom 05.08.2008 - Prospect

Der Satz "Sowieso hat Charakter" ist ja völlig aus der Mode gekommen. Aber die Briten entdecken den Charakter gerade wieder neu. Nicht als ein Bündel angeborener Eigenschaften, sondern als etwas, das gemacht werden kann. Richard Reeves erklärt: "Charakter ist ein unmodernes Konzept, darum ist es umso wichtiger klar zu sagen, was das Wort im öffentlichen politischen Kontext bedeutet. Die drei Schlüsselelemente eines guten Charakters sind: Ein Gefühl für die eigene Autonomie beziehungsweise die Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Akzeptanz persönlicher Verantwortung und die Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen oder zumindest Belohnungen aufzuschieben. Fortschrittliche Linke verstehen langsam, dass, so definiert, Charakter mit vielen ihrer sozialen Ziele eng verknüpft ist - und dass er sehr ungleich verteilt ist. Tatsächlich könnte die ungleiche Verteilung von Charakter so wichtig werden wie die ungleiche Verteilung von Geld."

Weitere Artikel: Wenn die Fareed Zacharias und Thomas Friedmans dieser Welt weniger Vorurteile hätten und einfach mal die Augen aufmachen würden, könnten sie erkennen, dass George W. Bush eine außerordentlich erfolgreiche Außenpolitik geführt hat, schreibt Edward Luttwak. Er erinnert daran, dass noch in den neunziger Jahren fast jedes islamische Land mit den religiösen Fundementalisten geflirtet hat. "Das endete abrupt am 11. September. Schlaumeier belächelten Bushs Satz 'Entweder seid ihr für uns oder ihr seid für die Terroristen' als Cowboyattitüde, aber er war sehr schnell erfolgreich." Andrew Keen macht sich Sorgen um die amerikanischen Zeitungen, die unter Erscheinungen wie der Huffington Post leiden. Stephen Chan beschreibt die Tragödie des simbabwischen Oppositionspolitikers Morgan Tsvangirai, der leider viel zum Erfolg Mugabes beigetragen habe.

Magazinrundschau vom 01.07.2008 - Prospect

Bei der Internet-Umfrage des Magazins zum wichtigsten öffentlichen Intellektuellen der Gegenwart gelangte - dank einer Kampagne in der Türkei - der sufistische türkische Theologe Fethullah Gülen an die Spitze. Tom Nuttall lässt sich davon nicht irritieren: "Die Effizienz und Disziplin der Fethullatschis (der organisierten Anhänger von Fethullah Gülen), ist legendär - rückblickend war für sie eine Umfrage wie die unsere also leicht zu kapern. Die Versuchung der Gülen-Anhänger, ihren Mann an die Spitze einer Umfrage zu hieven, die von zwei einflussreichen westlichen Magazinen organisiert wurde, muss groß gewesen sein. Auf der einen Seite erzählt uns Gülens durchschlagender Erfolg wenig darüber, was die Welt über ihre Intellektuellen denkt; er belegt nur die Organisationstalente einer Bewegung. Auf der anderen Seite sehen wir mit Gülens Sieg vielleicht die Entstehung einer neuen Art von Intellektuellen - deren Einfluss sich durch ein persönliches Netzwerk auszeichnet, unterstützt eher durch das Internet als durch Publikationen und Institutionen." (Vielleicht sehen wir aber auch nur, dass die Netzwerke etwa der Katholischen Kirche oder der Mun-Sekte die Prospect-Liste einfach weniger wichtig finden als Gülen?)

Ehsan Masood porträtiert Fethullah Gülen: "Vom Krankenbett in der Nähe Philadelphias aus führt er eine globale Bewegung, die von Sufi-Ideen inspiriert ist. Er vertritt einen offenen Islam und beschäftigt sich ... mit der modernen Naturwissenschaft... Ungewöhnlich für einen frommen Intellektuellen ist die Vertrautheit, die er und seine Bewegung im Umgang mit Technologien, Märkten und multinationalen Geschäften an den Tag legen. Sehr gekonnt gehen sie mit modernen Kommunikationsformen und PR um, die sie wie moderne Fernseh-Evangelisten nutzen, um Konvertiten für sich zu gewinnen. Das Öffentlichkeitsmanagement gleicht dem einer westlichen Celebrity-Größe - Interviews gibt Gülen nur, wem er vertraut."

Weitere Artikel: Tom Chatfield bespricht Ma Jians großen Tiananmen-Roman "Beijing Coma", an dem ihn "eine fast orchestral zu nennende Aufmerksamkeit fürs Detail, einer verblüffende Kakophonie der Stimmen und Taten" fasziniert - Chatfield hat sich auch mit dem in London lebenden Autor unterhalten. In einem Roundtable-Gespräch diskutieren Wirtschaftsexperten, darunter der Milliardär George Soros, über die Finanzmarktkrise. Alun Anderson hat den Ökonomen und Klimawandelaktivisten Lord Nicholas Stern auf ein Gespräch getroffen.

Magazinrundschau vom 03.06.2008 - Prospect

In einer hervorragend recherchierten und erfreulich vorurteilsfreien Titelgeschichte bietet Tom Chatfield aktuelle Fakten über die längst zum wichtigen Wirtschaftsfaktor gewordene Kulturform des Videospiels: "Die Komplexität von Spielen wie World of Warcraft ist nicht der einzige Aspekt, der den gängigen Klischees widerspricht. Auch die demografischen Daten haben sich verändert: Während das Videospielen früher unter männlichen Jugendlichen am verbreitetsten war, findet man zusehends Spieler in allen Altersgruppen und unter beiden Geschlechtern... Der durchschnittliche Videospieler ist heute fünfunddreißig Jahre alt und spielt seit zwölf Jahren, während der Durchschnittskäufer vierzig ist. Außerdem sind vierzig Prozent aller Spieler Frauen, wobei Frauen über achtzehn einen viel größeren Anteil an der videospielenden Bevölkerung stellen (nämlich dreiunddreißig Prozent) als männliche Jugendliche unter achtzehn (achtzehn Prozent)."

Weitere Artikel: David Goldblatt stellt den israelischen Fußballverein Beitar Jerusalem FC und seine militant anti-arabischen Anhänger vor. Der Prospect-Filmautor Mark Cousins schreibt auf einem Flug von Großbritannien nach Dubai mal ganz grundsätzlich auf, was ihm das Kino bedeutet. Eine AIDS-Erkrankung ist in Großbritannien kein Todesurteil mehr - die Probleme, die diese erfreuliche Tatsache mit sich bringt, schildert Elizabeth Pisani. Philipp Collins und Richard Reeves glauben, dass Labour sich noch viel stärker in Richtung Liberalismus bewegen muss, um eine Chance zum Machterhalt zu wahren. Mark Pagel bespricht zwei Bücher zur Biologie der Rassen.

Magazinrundschau vom 29.04.2008 - Prospect

Das Mai-Heft hat einen Schwerpunkt zum Thema 1968. Die Titelgeschichte zum Schwerpunkt konzentriert sich auf ein ganz außerordentlich umstrittenes Schwergewicht unter jenen 68ern, die von ehemaligen Mitstreitern als Renegaten betrachtet werden: den Publizisten Christopher Hitchens, der mit seinem Atheismus-Buch "Der Herr ist kein Hirte" (Leseprobe) gerade einen Weltbestseller gelandet hat. Alexander Linklater hat Hitchens drei Tage lang auf Schritt und Tritt verfolgt und porträtiert ihn als das Paradox eines klarsichtigen Mannes voller Widersprüche: "Heute glaubt er, dass Nationalstaat essenziell ist für die Demokratie, aber er befürwortet zugleich ein supranationales Europa. Er sagt, dass er nicht mehr an Umverteilung glaubt..., preist aber auch die 'schwedische Formel: dass man an den Kindern den Status und das Einkommen der Kinder nicht erkennen soll... Er hasst 'Law and Order'-Politik, ist aber sehr einverstanden mit dem, was Rudy Giuliani in New York erreicht hat."

Ein großes Dossier versammelt Stimmen von Publizisten und Intellektuellen zu 1968, von Anthony Giddens bis Slavoj Zizek, von Timothy Garton Ash bis Tzvetan Todorov.

Weitere Artikel: Robert Kagan und Robert Cooper argumentieren Pro und Kontra globaler Sieg der Demokratie. Jonathan Powell erklärt, was er aus dem Nordirland-Konflikt für Konflikte anderer Art gelernt hat. Über neue Forschungen, denen zufolge unsere Gene sehr wohl durch Erfahrung beeinflussbar sind, informiert Philip Hunter. Tom Chatfield schreibt über den Siegeszug des gesprochenen Worts unter einer neuen Generation von Lyrik-Performern. Außerdem: Prospect ruft seine Leser auf zur Wahl der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart. Aus einer Longlist von hundert Namen darf jede/r fünf auswählen. Zwei Deutsche sind auch dabei - der eine ist Papst, der andere Jürgen Habermas.

Magazinrundschau vom 04.03.2008 - Prospect

In seiner faszinierenden Titelgeschichte berichtet Mark Leonard aus dem Inneren der chinesischen Universitäts- und Intellektuellenszene, in der er drei Jahre lang recherchiert hat. Vergleichsweise offen wird hier über die Zukunft Chinas und über Staats- und Ökonomiemodelle diskutiert. Nach Jahren der Dominanz einer marktwirtschaftsliberalen "neuen Rechten" erstarkt jetzt eine "neue Linke", die über mögliche sozialdemokratische Optionen für China nachdenkt: "Wang Hui ist eine der Führungsfiguren dieser neuen Linken, einer losen Gruppierung von Intellektuellen, die zunehmend die öffentliche Stimmung und den Ton politischer Debatten bestimmen. Wang Hui hat ursprünglich nicht Politik, sondern Literatur studiert, wurde aber durch seine Rolle in den Studentendemonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 politisiert. Wie die meisten jungen Intellektuellen glaubte er damals fest an das Potenzial des Marktes. Nach dem Massaker aber zog sich Wang Hui in die Berge zurück, wo er zwei Jahre in einem Versteck verbrachte und Bekanntschaft mit Bauern und Arbeitern schloss. Seine Erfahrungen in dieser Situation haben zu Zweifeln an der Gerechtigkeit des unregulierten freien Marktes geführt und ihn zur Überzeugung gebracht, dass der Staat bei der Verhinderung von Ungleichheit eine wichtige Rolle zu spielen hat."

Weitere Artikel: Trevor Phillips bespricht Shelby Steeles Buch "Obama, ein gefesselter Mann", in dem der konservative schwarze Autor erklärt, dass Barack Obama das Versprechen eines geeinten Amerika nicht wird halten können: die riesigen Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß seien auf Dauer nämlich nicht vergessen zu machen. Robert Reich wiederum hat nichts dagegen, dass Amerika bei Barack Obama Inspiration für einen Neuanfang sucht. Jonathan Wolff kommentiert die Tatsache, dass Großbritannien heute mehr Leute ins Gefängnis sperrt denn je zuvor.