
Einen interessanten Zusammenhang zwischen der deutschen Haltung zum Irakkrieg und
Jörg Friedrichs Erfolgsbuch
"Der Brand" macht Daniel Johnson aus (der den implizierten Gleichsetzungen von britischem Bombardement und Holocaust im übrigen wenig abgewinnen kann): "Es ist keine Übertreibung zu sagen, das Jörg Friedrich einen noch
größeren Einfluss auf die öffentliche Meinung in Deutschland hatte als vor sieben Jahren
Daniel Goldhagens 'Hitlers willige Vollstrecker'. Goldhagen trug zu einem Klima bei, in dem Deutschland keine andere Wahl hatte, als die Zwangsarbeiter zu entschädigen. Indem Friedrich die öffentliche Meinung gegen
anglo-amerikanische Bombardements mobilisierte, trug er zu einem Klima bei, das es Kanzler Schröder leichter machte, den letzten
Rest von Zurückhaltung unter den Deutschen zu überwinden, sich von ihren Nachkriegs-Alliierten zu distanzieren." Und noch einen Hieb versetzt Johnson
Schröders Deutschland: "Heute gilt der
moralische Imperativ, die Vergangenheit nicht mehr zu unterdrücken, sondern die
Unterdrückung anzuprangen, auch wenn sich von eben diesem Unterdrückten herausstellt, dass es eine Mischung aus
Selbstmitleid und Ressentiments gegen frühere Opfer und Gegner ist."
Frederic Raphael
zieht den Hut vor Hollywood-Legende
Sam Spiegel, über den
Natasha Fraser-Cavassonis eine
Biografie geschrieben hat, die laut Raphael ihrem Sujet nur im Umfang gerecht wird. Raphael selbst fasst seine Bewunderung für den Produzenten so zusammen: "
Descartes sagte, dass das Efeu nicht über den Baum hinauswachsen könne; doch Spiegel schaffte es als Parasit, diejenigen zu überragen, von denen er abhing.
David Lean hat es Spiegel nie verziehen, dass er seinen Namen -
solus rex - über den Titel seines Films 'Die Brücke am Kwai' setzte."
Mit großem Vergnügen hat John Maddox
Richard Dawkins' Essays "A Devil's Chaplain" über Moral und Wissenschaft
gelesen, schließlich verdankt er "Großbritanniens
bekanntestem Atheisten seit dem Tode
Bertrand Russels" Einsichten wie "Wir geben zu, dass wir wie Affen sind, aber wir begreifen nur selten, dass
wir Affen sind". Und Michael Ward
erkennt in den
Narnia-Romanen des Mediävisten und Fantasten
C.S. Lewis eine ganze Galaxie kosmischer Wahrheit.