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Pascal Bruckner: Ein nahezu perfekter Täter

29.09.2021. Wer aus dem weißen Mann den Sündenbock der "intersektionalen" Minderheiten macht, tauscht lediglich einen Rassismus durch einen anderen aus und bereitet den unheilvollen Weg in eine tribalisierte Gemeinschaft, in der sich am Horizont der Krieg aller gegen alle abzeichnet. Pascal Bruckners Buch "Ein nahezu perfekter Täter - Die Konstruktion des weißen Sündenbocks" erscheint demnächst in der Edition Tiamat. Wir drucken einen Auszug aus dem Kapitel "Mit einfachen Ideen ins komplizierte Europa", das sich mit der Ideologie des Postkolonialismus auseinandersetzt,
Pascal Bruckner: Ein nahezu perfekter Täter
Die Konstruktion des weißen Sündenbocks.

Aus dem Französischen von Mark Feldon. Edition Tiamat, Berlin 2021. 400 Seiten, kartoniert, 26 Euro

Erscheint am 6. Oktober 2021

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Zum Buch: Der Fall der Berliner Mauer hat die europäische Linke in Ratlosigkeit gestürzt. Auf dem Kampffeld der Ideen sind Fortschritt, Freiheit und Universalismus einer neuen, aus den USA importierten Triade gewichen: Geschlecht, Identität, Rasse. Progressive kämpften einst im Namen der Arbeiterklasse, der Dritten Welt und der Verdammten dieser Erde. Heute dominieren die Diskurse des Neofeminismus, Antirassismus und Postkolonialismus, die den weißen Mann als Feind auserkoren haben. Seine Anatomie macht ihn zum geborenen Raubtier, seine Hautfarbe zum Rassisten, seine Macht zum Ausbeuter aller "Unterdrückten". Dieser Essay analysiert, wie die Konkurrenz der Geschlechter, der Rassen und der Communities den Klassenkampf ersetzt und die Idee einer gemeinsamen Menschheit zerstört. Wer aus dem weißen Mann den Sündenbock der "intersektionalen" Minderheiten macht, tauscht lediglich einen Rassismus durch einen anderen aus und bereitet den unheilvollen Weg in eine tribalisierte Gemeinschaft, in der sich am Horizont der Krieg aller gegen alle abzeichnet.

Zum Autor: Pascal Bruckner, geboren 1948 in Paris, ist Romancier und Essayist. Er studierte unter anderem an der Sorbonne und der Ecole pratique des hautes etudes.  Sein Doktorvater war Roland Barthes. Als Essayist gehört er zum Umkreis der "nouveaux philosophes". Eines seiner bekanntesten Bücher sind die "Tränen des weißen Mannes" (Le Sanglot de l'homme blanc) von 1983, das "Tiermondisme", einen Schuldkomplex der westlichen Welt gegenüber der "Dritten Welt" thematisiert. Sein Roman "Lunes de fiel" ("Bitter Moon") wurde von Roman Polanski verfilmt. Zuletzt erschien der Essay "La tyrannie de la penitence : Essai sur le masochisme occidental".

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