Vorgeblättert
Ulrike Ackermann: Eros der Freiheit
22.09.2008. In der Freiheit müssen sich die Menschen Kräften anvertrauen, die sie nicht ganz durchschauen - etwa dem Markt. Adorno und Horkheimer antworten darauf mit Antikapitalismus. Friedrich Hayek erkannte: In der Unvorhersehbarkeit liegt der Eros der Freiheit. Ein Vorabdruck aus Ulrike Ackermanns Plädoyer für eine radikale Aufklärung
Für eine radikale Aufklärung
Klett-Cotta, Stuttgart 2008
Gebunden, 180 Seiten, 19,90 Euro
Erscheint am 29. September 2008
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Klappentext: Die individuelle Freiheit ist die größte Errungenschaft der Moderne. Mehr denn je ist eine Neubestimmung des Verhältnisses von politischer und individueller Freiheit notwendig. Dieser Essay handelt von den Fallstricken der Freiheit ebenso wie von ihren Potentialen, von ihrem Dilemma, das uns spätestens seit der Aufklärung begleitet: nämlich der Sehnsucht nach Freiheit, die ständig mit der Angst vor ihr ringt.
Mit der deutschen und der europäischen Wiedervereinigung ist nicht nur der real existierende Sozialismus, sondern auch der prosperierende Wohlfahrtsstaat in Westeuropa an seine Grenzen gelangt. Gerade die historische Zäsur der Wiedervereinigung hätte die Chance des Aufbruchs in die Freiheit und einer Modernisierung des Sozialstaats geboten. Stattdessen überwiegt bis heute die Angst vor Veränderung, Innovation und Flexibilisierung. Trifft es zu, dass in Deutschland die Liebe zur Freiheit und der Bürgersinn nie sehr ausgeprägt waren? Lässt sich die Freiheit nur über Sozial- und Wohlfahrtsstaat definieren? Kann es überhaupt eine gesellschaftliche Ordnung ohne Utopien und Erlösungsversprechen geben? Ohne die dunkle Seite ist die Freiheit für die Autorin jedoch unvollständig, also muss sie integriert werden - nämlich auch als Quelle von Fantasie und Kreativität. Erst damit ist die Voraussetzung geschaffen, die Freiheit lieben zu können und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie zerbrechlich sie ist.

Foto: © Franz Bischof
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