Vorgeblättert

Victor Serge: Die große Ernüchterung

03.09.2012. Victor Serges (1890-1947) Roman "Die große Ernüchterung" erschien erstmals posthum 1950 und schildert die Repressionen und die Innenwelt der sowjetischen Nomenklatur der Stalin-Diktatur der 30er Jahre: die Bespitzelungen, Deportationen und Morde. Lesen Sie hier den Anfang.
Victor Serge: Die große Ernüchterung
Der Fall Tulajew

Aus dem Französischen von N.O. Scarpi, neu überarbeitet von Rudi Schweikert
Mit einem Vorwort von Walter Laqueur

edition Büchergilde, Frankfurt/Main 2012
448 Seiten, gebunden, € 19,95

Erscheint am 5. September 2012

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Klappentext: Die späten 30er Jahre in der Sowjetunion, zur Zeit der "Großen Säuberung". Ein junger Mann erschießt Oberst Tulajew, der mitverantwortlich ist für Massendeportationen und politische Verfolgungen. Stalins Zentralkomitee nutzt den Mord, um weitere unliebsame Funktionäre, Parteimitglieder und Genossen loszuwerden. Es entsteht ein System aus Angst und gegenseitiger Bespitzelung in dem einer nach dem anderen abgeholt wird und verschwindet. Jedes Kapitel funktioniert wie ein Krimi, bei dem der Ausgang zunehmend klarer wird, der Weg als psychologisches Auf und Ab jedoch überraschend bleibt. Victor Serge schildert in seinem Roman die Innenwelt der sowjetischen Nomenklatur. Selten ist eine Diktatur intensiver und glaubwürdiger beschrieben worden.

Zum Autor: Victor Serge (1890-1947), Sohn russischer Exilanten, wurde in Brüssel geboren, verbrachte als anarchistischer Aktivist fünf Jahre in einem Pariser Gefängnis und arbeitete nach den russischen Revolutionen für die Comintern als Publizist und Übersetzer. Schon früh kritisierte er die sowjetische Machtpolitik. Nach einigen Jahren in Berlin und Wien wurde er bald nach seiner Rückkehr aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, verhaftet und in den GULAG geschickt. 1936 durfte er nach internationalen Protesten nach Brüssel auswandern, musste seine Familie jedoch zurück lassen. In seinen letzten zehn Lebensjahren entstanden sieben Romane, die inzwischen international als Klassiker gelten.

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