Theresa Locker
verweist in
Vice auf eine Äußerung des
Papstes Franziskus in der der spanischen Zeitung
La Vanguardia über die Rolle der
Kirche im Holocaust - in dem er die
Verantwortung der Kirche relativiert und auf eine angebliche Untätigkeit der Alliierten in bezug auf Auschwitz hinweist: "Ich will nicht behaupten, dass Pius keine Fehler gemacht hat-ich selbst mache auch viele- aber man muss seine Rolle im historischen Kontext sehen. (…) Manchmal bekomme ich eine Krise, wenn ich sehe, wie jeder immer gegen die Kirche angeht und die [Rolle anderer] Großmächte vergisst. Wussten Sie, dass sie [die Alliierten] das
Eisenbahnschienennetz der Nazis kannten, das die Juden in die Konzentrationslager transportierte? Sie hatten die Bilder. Aber sie haben diese Schienen
nicht bombardiert. Warum? Es wäre am besten, wenn wir ein bisschen mehr über das Gesamtbild reden könnten."
Hier der Text des Interviews auf englisch.
Locker verlinkt auch auf eine
Diskussion von Historikern bei Reddit der mehr oder weniger zu dem Ergebnis kommen, dass die Alliierten
gar nichts hätten machen können.
Heute wird ja im allgemeinen eher wieder die "Klugheit der
Friedensordnung von 1815" gepriesen. Die
FAZ druckt heute eine Rede des Historikers
Fritz Stern, der daran erinnert, dass Heinrich Heine das noch anders sah: "Heinrich Heine, 1797 geboren im französisch besetzten Düsseldorf, inmitten der Französischen Revolution, in der Freiheit (liberté) die große Hoffnung war, wo der code civil die moderne Welt regeln sollte und wo der Untertan zum citoyen avancierte. Als Kind erlebte er die
große Revolution. Das Rheinland war unter französischer Besatzung, später wurde sie von ihm
als Befreiung empfunden. Ein französischer Tambour war einquartiert bei seiner Familie. Mit eigenen Augen sah er 1811 Napoleons feierlichen Einmarsch in Düsseldorf. Er sah in ihm den Künder der Freiheit, dessen
Tyrannei er allerdings verabscheute."
In der
Welt freut sich Tilman Krause über eine gelungene Ausstellung im
Deutschen Historischen Museum zu "
Homosexualitäten": ""Homosexualitäten" (auf den Plural wird in der neuen Berliner Ausstellung großer Wert gelegt!) im ganzen queeren Sinne dieses Wortes als
fröhliche Erfolgsgeschichte, als Feier der Vielfalt, als Triumph der
diversity zu zeigen, das kann wahrscheinlich erst unsere Zeit."