"
History Marketing hat Konjunktur",
schreibt Martin Eich im
Freitag und attackiert den Historiker
Gregor Schöllgen, der mit seinem "Zentrum für Angewandte Geschichte" milde Firmengeschichten im Auftrag der Unternehmen schreibt: "Wer seine Auftragsarbeiten über Rüstungsunternehmer
Karl Diehl, Lebensmittelfabrikant
Theo Schöller, Automobilzulieferer
Max Brose und Quelle-Gründer
Gustav Schickedanz liest, glaubt sich auf einer Zeitreise in die frühe Adenauer-Ära. Alle sind
anständig geblieben, nur die Zeiten waren schlimm."
Die
Zeit befasst sich ausführlich mit den vergangene Woche in Bad Dürkheim beschlagnahmten Skulpturen von
Arno Breker,
Josef Thorak und
Fritz Klimsch. Martin Machowecz
spricht mit dem Fotografen
Thomas Steinert, der einige der Statuen 1984 auf einem Sportplatz für Sowjetsoldaten in Eberswalde fotografierte. Tobias Timm versucht die Geschichte der Skulpturen bis zur Beschlagnahme zu rekonstruieren. Und der Leipziger
Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich hofft, dass die Erregungsreflexe im Zusammenhang mit NS-Kunst endlich nachlassen mögen: "Vielleicht sollte man, da es ohnehin beliebt geworden ist, alte Ausstellungen zu wiederholen, eine der Großen Deutschen Kunstausstellungen rekonstruieren und
all die öden Werke noch einmal aus den Depots holen. Spätestens dann dürfte klar sein, dass die Nazis wahrlich keine Kunst hervorgebracht haben, die Nennenswertes über sie oder ihre Verbrechen aussagen würde. Künftig könnte es dem Staat also
eigentlich egal sein, wenn Überreste von damals verschwinden oder wieder auftauchen. Dass es für derart langweilige Werke überhaupt einen Markt gibt, sollte man als
Kuriosität verbuchen und sich nicht weiter darum kümmern."
Julia Albrechts Film über ihre Schwester
Susanne Albrecht und deren Rolle beim RAF-Attentat auf Jürgen Ponto ist gestern wegen der aktuellen Fifa-Ereignisse nun doch nicht gelaufen. In der
ARD-Mediathek kann man ihn aber
sehen. Auch
Wolfgang Kraushaars FR-Kritik, aus der wir gestern zitierten, steht
heute online.