Der neue EU-Digitalkommissar
Günther Oettinger will
Googles Marktmacht schärfer als bisher begrenzen,
berichten Christoph Pauly und Gregor Peter Schmitz in
Spiegel Online. Oettinger reagiert damit auf Druck von Google-Konkurrenten, die sich vor den Europa-Wahlen stark positioniert hatten. Gegenüber Wettbewerbskommissar
Joaquin Almunia scheint er eine Google-kritischere Linie zu verfolgen: "Oettinger hatte sich maßgeblich in die Google-Debatte eingebracht, als Almunia im Frühjahr eine eher moderate Einigung mit dem Internetkonzern durchboxen wollte... Ihn stört besonders, dass Google aus seiner Sicht den
kleineren Mittelständlern im Internet das Leben schwer macht, wenn die Kalifornier für sich einen neuen Markt entdeckt haben und alle anderen mit ihrer Marktmacht an die Wand drücken." In dem Artikel wird auch auf ein 30-seitigiges Papier des
Bundeskartellamts verwiesen, das auf Initiative Sigmar Gabriels über das gleiche Thema räsonniert.
Zu den prominenten Google-Gegnern gehört neben
Mathias Döpfner, der vor den Europawahlen in
Frank Schirrmachers FAZ-Feuilleton seine "
Angst vor Google"
bekannte,
Rupert Murdoch. Robert Thomson, Chef von Murdochs News Corp., hatte vor einigen Tagen einen
offenen Brief an den europäischen Wettbewerbskommissar adressiert, in dem er das ganz große Fass aufmachte: "Es besteht kein Zweifel, dass dieser Fall von tiefer Bedeutung für viele Medienkonzerne in Europa, aber auch für die europäische Bevölkerung ist, deren
unabhängiger Zugang zu Informationen durch die überwältigende
Macht von Google gefährdet ist."
(Via
The Next Web) Auf diesen Brief hat nun Google auf seinen eigenen Seiten mit einem Brief an "
Dear Rupert"
geantwortet - und wiederholt altbekannte Argumente: "Google hat
hart gearbeitet, um Verlegern zu Online-Erfolg zu verhelfen und ihre Digitaleinkünfte zu erhöhen."
Wolfgang Blau vom
Guardian twittert dazu: