Sozialistische Planwirtschaft ist heute machbar, weil erstmals die
nötigen Daten zur Verfügung stehen - davon ist der chinesische Unternehmer und Alibaba-Chef
Jack Ma überzeugt, und die
neue Linke in den USA
ebenfalls,
erzählt der Politikwissenschaftler Adrian Lobe in der
NZZ. "Viel interessanter als die ökonomisch relevante Frage, ob durch Big-Data-Analysen eine effektivere Ressourcenallokation möglich wäre, ist der Umstand, dass durch die Ankunft einer neuen Technologie, in diesem Fall KI,
Ideologien umcodiert werden. Positionen, die man einst in marxistisch-leninistischen Zirkeln ventilierte, werden nun ausgerechnet durch die
Innovationen des Datenkapitalismus validiert - und schließen an das Geschäftsgebaren der Tech-Konzerne an. Macht uns der Computer zu Kommunisten? Besteht der soziale Egalitarismus darin, dass jeder Mensch aus Datenpaketen besteht?"
Michael Meyer-Resende von der NGO "Democracy Reporting International" schreibt in der
FAZ einen leicht einschläfernden Artikel über netzpolitische Fragen, der in der Forderung nach einer "
gut ausgestatteten Regulierungsbehörde" für die Internetöffentlichkeit kulminiert: "Bisher gibt es keine staatliche oder nicht-staatliche Institution, die sich auf Augenhöhe mit den großen Technologiekonzernen auseinandersetzen könnte."
Auch
Facebook hat Nutzer abgehört und Audio-Aufnahmen transkribiert, angeblich um seine
Spracherkennungssoftware zu verbessern,
berichtet Sarah Frier bei
Bloomberg (Facebook reiht sich damit hinter Google, Amazon und Apple ein, unser
Resümee). "Der Social-Media-Riese, der gerade einen fünf-Milliarden-Dollar-Vergleich mit der U.S. Federal Trade Commission nach einer Untersuchung seiner Datenschutzpraktiken abgeschlossen hat, leugnete lange Zeit, dass er Aufnahmen von Nutzern sammelt, um die Anzeige von Werbung zu verbessern oder zu bestimmen, was die Leute in ihren Nachrichtenfeeds sehen.
Mark Zuckerberg verneinte dies direkt vor Abgeordneten des Kongresses. 'Sie sprechen über
diese Verschwörungstheorie, dass wir uns anhören, was auf Ihrem Mikrofon vor sich geht und das für Werbezwecke verwenden', sagte Zuckerberg im April 2018 zu U.S. Senator Gary Peters. 'Das machen wir nicht.'"
Dazu passt der
Vice-
Bericht, dass die Gesichtserkennungssoftware, die
Amazon der amerikanischen Polizei andient, nun
Emotionen wie "
Angst" erkennen können soll.