In der
FAZ setzt die Soziologin
Mona Sloane keine große Hoffnungen in eine
ethische KI. Künstliche Intelligenz arbeitet mit den historisch und systemisch vorgegebenen Mustern und verstärkt somit auch nur
bestehende Diskriminierungen: "Das
ProPublica-Team belegte schon 2016, dass automatisierte Risikobewertungssysteme im amerikanischen
Strafjustizsystem systematisch Afroamerikaner benachteiligt. Ein Team vom Georgia Institute of Technology veröffentlichte jüngst eine Studie, die belegte, dass automatische Objekt-Erkennungssysteme, wie sie beispielsweise im autonomen Fahren verwendet werden, Fußgänger mit einer dunkleren Hautfarbe mit viel höherer Wahrscheinlichkeit falsch klassifizieren. Aber auch in Deutschland finden sich Bespiele. Die Bertelsmann-Stiftung arbeitet derzeit mit 'Algorithm Watch' und 'Open Knowledge Foundation' an einem umfangreichen Projekt, welches ähnlich diskriminierende Strukturen in der automatisierten Bonitätsauskunft durch die Schufa belegen will. Diese wichtigen Initiativen zeigen vor allem eines: KI-Systeme werden zunehmend als
Medium der sozialen Organisation wahrgenommen. Diese Neuordnung betrifft fast jeden. Sie beeinflusst, ob wir einen
Kredit bekommen, welche
Krankenversicherungsprämie wir zahlen müssen oder ob unser
Lebenslauf im Mülleimer landet." Der Artikel scheint
auf einem Vortrag zu beruhen, den Sloane im Mai am Weizenbaum Institut in berlin hielt.
Und auf
Politico berichtet Janosch Delcker, dass die
KI-Experten der EU darauf drängen, Künstliche Intelligenz zu zähmen und zu verhindern, dass sie für einen
Hightech-Überwachungsstaat nach chinesischem Muster genutzt wird: "In einem 48-setigen Entwurf, drängen die Experten die Entscheidungsträger, für riskante KI-Applikationen
rote Linie zu definieren, wie Systeme zur Überwachung von Einzelpersonen oder sie nach ihrem Verhalten zu klassifizieren."
Auf
ZeitOnline hat Lisa Hegemann das neue
Smarthomegerät von Google ausprobiert. Leider hat das
Nest Hub einen miserablen Sound und ist
extrem neugierig: "Die WLAN-Daten übernimmt das Gerät vom Smartphone, wenn ich zustimme. Ähnlich wie Google Home wünscht sich auch der Nest Hub möglichst viele Datenpunkte von seinen Besitzerinnen: Ich kann ihn nur nutzen, wenn ich meinen Standort freigebe (der ist bei mir standardmäßig ausgeschaltet), und selbst dann will der Nest Hub am Liebsten noch eine genaue Adresse. Die muss ich aber immerhin nicht verpflichtend angeben. Auch sonst will das Gerät auf möglichst viele Smartphonedaten zugreifen und weist darauf hin, dass es sie mit Drittanbietern möglicherweise teile.
Alles, was ich sage, wird unter Aktivitäten gespeichert. Das ist so, als würde die neue Mitbewohnerin erst einmal
alle meine Passwörter wissen wollen, bevor sie mit mir spricht. Und dann alles aufzeichnen." Und dann kennt es nicht einmal die
Heute-Show!