Der
Auflagenverlust der Zeitungen begann schon vor dem Internet, und er hält an. Die Gesamtauflage ist in den letzten zehn Jahren laut einer Statistik, die der Blogger Christian Jakubetz
präsentiert, von
20 Millionen auf
13,5 Millionen gesunken. Zu den Zahlen des letzten Jahres sagt er: "Wenn man sich zudem die Zahlen der digitalen Angebote ansieht, ahnt man schnell, wo das Problem liegt. Rund 660.000 verlorenen Zeitungsexemplaren steht lediglich ein Plus von 200.000 digitalen Ausgaben gegenüber. Wenn man hier also permanent von einem Plus spricht, ist das eine verblüffende Schönfärberei. In toto handelt es sich um einen
Netto-Verlust von über 400.000, der unter dem Strich bleibt. Von den Rückgängen im
Anzeigengeschäft reden wir an dieser Stelle noch gar nicht."
Die
SZ hatte gestern berichtet, das
WDR-Intendant und
ARD-Vorsitzender
Tom Buhrow sich für dieses Jahr Kommunikationsberater für 580.000 Euro engagiert hat und außerdem ein größeres Kommunikationsteam hat als sein Vorgänger. Im
Gespräch mit Christoph Sterz vom
Deutschlandfunk spricht Buhrow seinen
Interviewer persönlich an: "Wir haben das Beitragsjahr, das heißt das,
was Sie bekommen als freier Mitarbeiter, das, was Ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen bekommen, das, was für unsere Programme an Finanzen zur Verfügung gestellt wird, das wird alle vier Jahre entschieden. Das ist ein sehr komplizierter und auch
sehr umstrittener Prozess. Und der ist genau in diesem Jahr... Wir haben uns für dieses schwierige Jahr so vorbereitet, dass wir, glaube ich, für alle Eventualitäten gewappnet sind. Es geht darum,
dass man Dinge erklärt."
Nach dem
Fall Relotius hat der
Spiegel nun ein internes Regelwerk mit "
Spiegel-Standards" vorgelegt, das immerhin 74 Seiten umfasst,
berichtet Erica Zingher in der
taz, die allerdings ein kleines Problem sieht: Im
Spiegel-Standard finden sich "zur Fehlerkultur nur schlappe zwei Seiten. Da heißt es, dass man mit Fehlern
offen umgehen und Fehlerquellen strukturell beheben wolle. 'Dazu gehört eine vertrauensvolle, kommunikative Atmosphäre, in der sich Beschäftigte nicht eingeschüchtert fühlen.' In Konferenzen soll künftig über häufige Fehlerquellen, Streitfälle, aber auch über die Abläufe und Standards der Verifikation diskutiert werden. Außerdem wird die Dokumentation
wiederkehrende Fehlermuster bei Kolleg*innen überwachen und analysieren. Das heißt, in der berühmten Factchecking-Abteilung des Hauses könnten bald
individuelle Fehlerprofile vieler Autor*innen hinterlegt sein."
Peter Limbourg, Intendant der
Deutschen Welle wehrt sich gegenüber Michael Hanfeld von der
FAZ gegen den
Guardian-Bericht über Missbrauch und angeblich unhaltbare Missstände beim Sender (unsere
Resümees). Jüngst hat es noch einen Brief anonym bleibender Mitarbeiter an die Leitung gegeben. Limbourg verspricht Besserung und ein
Öffnung der Gesprächsatmosphäre: Man müsse "bedenken, dass für manche unserer Mitarbeitenden der
Aufenthaltstitel in Deutschland mit der Tätigkeit bei uns verbunden ist. Das kann für Einzelne eine besondere Drucksituation darstellen und bedeuten, dass man zögert, Missstände zu benennen. Das haben wir erkannt und entwickeln weitere Möglichkeiten für alle Mitarbeiter, jeden Missstand angstfrei anzuzeigen."