In Zeiten, wo die im bösen Internet kursierenden
Fake News beklagt werden, freuen sich Politiker, Sender und Zeitungen über den jetzt stolz präsentierten neuen "
Telemedienauftrag" für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Zeitungen, die mehr Inhalte hinter Paywalls verschwinden lassen wollen, haben darauf gedrängt, dass die Sender sich nicht "presseähnlich" verhalten und
Texte bringen. Darauf hat man sich nun geeinigt. Zeitungsfundamentalist und
FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld mag es noch
nicht recht glauben: "Ob es bedeutet, dass die Sender - vor allem die
ARD - ihre reine Online-Textproduktion, in die in den vergangenen Jahren hohe Millionenbeträge geflossen sind, reduzieren? Das muss sich
erst noch erweisen."
Unzufrieden sind
laut Alexander Krei bei
dwdl.de die Lobbyisten der Film-Produzenten: "Die Organisationen stören sich vor allem an den deutlich ausgeweiteten
Verweildauern von Filmen und Serien im Netz sowie an der Möglichkeit, auch Kaufproduktionen - etwa europäische Filme und Serien - in die Mediatheken einzustellen."
Ob
Philipp Ruch vom "Zentrum für politische Schönheit" verlangen kann, dass
AfD-Politiker von öffentlich-rechtlichen Talkshows ausgeschlossen werden, da die Öffentlich-Rechtlichen doch zur
Ausgewogenheit verpflichtet sind und kaum eine 14-Prozent-Partei beschweigen können, ist die eine Sache. Interessanter klingt sein
allgemeinerer Gedanke zu Talkshows, den er im
Gespräch mit der
FR-Journalistin Katja Thorwarth äußert: "Über den Talkshows liegt eine
Intellektuellenfeindlichkeit, die gefährlich ist für eine öffentliche Debatte. Das gesellschaftliche Selbstgespräch lebt von einfallsreichen und widerständigen Geistern. In dem Moment, in dem die gesellschaftlichen Debatten unter Ausschluss öffentlicher Intellektueller geführt werden, wird eine Gesellschaft
seltsam kleingeistig, stumpfsinnig und starr. Ohne die kulturelle Energie sind wir Menschen nur Barbaren." Fragt sich nur, wen er damit meint?