Viel Aufsehen erregt heute im Netz ein Interview, das der
ORF-Nachrichtenmoderator
Armin Wolf schon vor ein paar Tagen mit
Wladimir Putin geführt hat (
hier das deutsche Video,
hier der englische Wortlaut) - normalerweise sind solche Staats- und Hauptinterviews unerträglich, aber Wolf hat Putin tatsächlich mit kritischen Fagen
aus der Reserve gelockt. In einem kleinen Blogbeitrag
beschreibt Wolf
Putins Antwortstrategien:
"1. Er repliziert meist
sehr ausführlich. Knappe Antworten sind selten, fast immer wird es grundsätzlich.
2. Er liebt
Gegenfragen - für einen Interviewer immer unangenehm.
3. Er ist ein Meister des
sog. Whataboutism - also des Ablenkens auf ein anderes Thema oder zumindest einen anderen Aspekt des Themas.
4. Wenn er etwas
dementieren will, dementiert er, egal wie viele Belege es für einen Vorhalt gibt.
5. Und wenn er
unterbrochen wird, kritisiert er das sofort - als unhöflich, ungeduldig oder voreingenommen. Um dann seine ursprüngliche Antwort fortzusetzen."
In welchem Grad können
öffentlich-rechtliche Sender, die zur
Ausgewogenheit verpflichtet sind, bestimmte politische Kräfte ausschließen? Frank Plasbergs Entscheidung,
Alexander Gauland nicht mehr bei "hart aber fair" einzuladen, sorgt für Diskussionen bei seinen Kolleginnen,
meldet dlf24.
Anne Will will es Plasberg nicht nachtun: "Will betonte, als Redaktion eines
ARD-Talkformats habe man eine
staatsvertraglich festgeschriebene Pflicht zur angemessen Berichterstattung über alle gesellschaftlichen Kräfte. Sie fügte hinzu, sie persönlich habe allerdings an Gauland nach dessen 'verachtungswürdiger Relativierung des Holocausts' zur Zeit keine Fragen."