Im Zeit-Interview äußert sich Thilo Mischke, der die ARD-Sendung "ttt" moderieren sollte, nach Protesten aber dann doch gefeuert wurde, (unser Resümee) zum Shitstorm gegen ihn. Unter anderem spricht er über das seltsame Verhalten des Senders: "Mir ist wichtig zu betonen, dass ich das umstrittene Buch offen mit der ARD im Vorfeld kommuniziert habe. Ich habe darauf hingewiesen, welche Problematik damit verbunden sein könnte. Es hat niemanden interessiert. Ich war vom 20. Dezember an jeden Tag in Videoanrufen mit verschiedenen Verantwortlichen. Da musste ich immer wieder sagen: 'Lest bitte das Buch. Ich bin nicht diese Person.' Meines Wissens hat niemand von denen das Buch gelesen oder mit dem Verlag gesprochen. Es war ein kafkaesker Albtraum. Ganz am Anfang standen noch alle Kulturchefs hinter mir. Da gab es einen Anruf, in dem das nacheinander gesagt wurde: 'Der RBB steht hinter Thilo Mischke, der MDR steht hinter Thilo Mischke.' Und so weiter. Das war skurril. Es ist dann aber gekippt. Gar nicht so sehr wegen der Kommentare oder wegen des offenen Briefs, sondern wegen der Berichterstattung in Spiegel, Zeit, Süddeutscher, Guardian. Die Kulturschaffenden, die den offenen Brief geschrieben haben, waren der ARD zu großen Teilen ziemlich unbekannt. Ich vermute, die Berichterstattung hat unter anderem erst dazu geführt, dass die ARD mich gefeuert hat."
Auch ein anderes Opfer öffentlich-rechtlicher Sender meldet sich zu Wort: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar verlangt lautFocus vom RBB Schadenersatz in sechsstelliger Höhe. Der Sender hatte haltlose Missbrauchsvorwürfe gegen ihn weitergetratscht, die ihn seine Bewerbung auf ein neues Mandat gekostet hatten (unsere Resümees).
Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Magazins Atlantic, schildert im Zeit-Online-Gespräch mit Dirk Peitz, wie er die ersten Wochen der neuen Trump Regierung erlebte. Wirtschaftlich geht es dem Magazin so gut wie nie zuvor, lesen wir, was Goldberg als Zeichen sieht, dass viele Menschen gerade in Zeiten der Fake News verstärkt das Bedürfnis nach Qualitätsjournalismus haben: "Die Existenz unserer Unternehmung basiert auf der Annahme, dass es auch heute noch sehr viele Menschen gibt, die keine einfachen Antworten suchen auf die Fragen der Zeit - sondern die Antworten eher in der Beschreibung von Komplexität finden. Menschen, die tiefgründigen Journalismus als Wert begreifen, zivilisatorisch, intellektuell. Und die daran glauben, dass Journalismus auf einem sehr hohen Niveau möglich ist. Nicht alle Menschen tun es, aber ausreichend viele. Wir haben Millionen Leser, und darum gehen wir davon aus, dass ein großes Publikum kein Interesse daran hat, dass wir unseren Journalismus verdämlichen. Die beste Reaktion auf den Druck, den das Internet auf den Journalismus ausübt, besteht aus meiner Sicht darin, sich geradewegs hinein in Kompliziertheit zu begeben. Dort entsteht Qualität. Sollte diese These irgendwann nicht länger haltbar sein und ich gezwungen werden, das Magazin in eine Abspielstation für Katzenvideos zu verwandeln, suche ich mir einfach einen anderen Job."
Die BBCist mit der einstündigen Dokumentation "Gaza: How to Survive a Warzone" über das Leben von Kindern im Gazastreifen in sehr harsche Kritik geraten. Der Film zeigt einen 13-jährigen Jungen, dessen Tag das Team begleitet: Er arbeitet im Krankenhaus, hilft bei Krankentransporten, gibt Reportern Auskunft. Leider Gottes stellte sich nach der mehrfachen Ausstrahlung heraus, dass der Junge Sohn eines Hamas-Ministers ist und wie die anderen Kinder in dem Film auch eng mit der Hamas in Kontakt steht. Überdies suggerieren die Schnitte in dem Film eine Chronologie, die gar nicht stimmen kann, ein NoGo in Reportagen. Jonathan Sacerdoti kommentiert im Spectator: "Allein die Vorstellung, dass ein Zehnjähriger an einem Tag gleichzeitig freiwilliger Sanitäter, Assistent eines Journalisten und Reinigungskraft in einem Krankenwagen ist, sollte jedem Zuschauer lächerlich erscheinen. Aber das ist ein Markenzeichen der PR-Maschine der Hamas: die Präsentation frühreifer kindlicher 'Helden', die trotz ihres zarten Alters auf wundersame Weise mehrere komplexe Rollen gemeistert haben - gerade rechtzeitig, um ihre medienfreundlichen Anti-Israel-Monologe zu halten."
Die BBC hat den Film inzwischen aus ihrer Mediathek zurückgezogen und sich entschuldigt, nachdem der Sender den Film zunächst verteidigte. Die Tory-Chefin Kemi Badenoch verlangt lautDaily Mail Aufklärung, ob etwas von den 400.000 Pfund, die die BBC an die Produktionsfirma gezahlt hat, an die Hamas gezahlt wurde.
Zum 25-jährigen Jubiläum blickt Perlentaucher Thierry Chervel im taz-Gespräch mit Jan Feddersen auf auf ein Vierteljahrhundert kultur- und debattenorientierte Öffentlichkeit zurück: "Es war nicht eine Revolution, sondern - wie russische Puppen - enthält sie mehrere Revolutionen: Erst das World Wide Web, dann Google, dann die sozialen Medien, dann die künstliche Intelligenz. Die traditionellen Träger der Öffentlichkeit - Zeitungen und Öffentlich-Rechtliche - sind zwar noch da, aber relativiert. Ich war damals optimistisch. Nun muss man sich angesichts von Figuren wie Elon Musk fragen, ob nicht die Pessimisten recht hatten. Und trotz oder wegen des Overkills an Informationen sind wir in eine Situation geschlittert, in der man nicht mehr weiß, was wahr und was falsch ist, wo links und rechts ist, und wo Krieg wieder plausibel wird."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Der MedienwissenschaftlerBernhard Pörksen hat ein Buch über die Macht des Zuhörens geschrieben. Im FR-Interview mit Joachim Frank erklärt er, warum man nicht jedem Zuhören muss: "Kommunikative Wahrheit ist immer konkret, situations- und rollenbezogen. Daher konkret: Sollten Sie als Journalist ein gefühlsduseliges Interview mit Alice Weidel führen? Keine gute Idee! Sollte dies ein Seelsorger tun, den eine AfD-Frau bittet, ihr zuzuhören? Unbedingt!" Man müsse "nach dem Muster eines denkfaulen 'Er sagt, sie sagt'-Journalismus nicht allen Gehör schenken oder zum Gehörtwerden verhelfen. Und mir scheint: Politische Journalisten sind zu oft als Theaterkritiker oder Sportkommentatoren unterwegs: Wer hatte die bessere Performance? Wie ist der Punktestand nach dem letzten Kanzlerduell? Wer hat wen wann getunkt? Das sind politikferne Perspektiven. Es steht längst zu viel auf dem Spiel."
"Der Einfluss von russischer Desinformation im deutschen Wahlkampf ist verschwindend klein", sagt der KommunikationswissenschaftlerChristian Hoffmann, der im NZZ-Gespräch mit Gioia da Silva auf amerikanische Tracking-Studien verweist, die belegen, "dass weniger als ein Prozent des durchschnittlichen Medienkonsums aus Fake News besteht." Vielmehr habe die "ständige Berichterstattung über Desinformation in den etablierten Medien … dazu geführt, dass sich die Menschen vor Desinformation fürchten. (…) Russland hat es geschafft, im Westen Angst vor Desinformation zu schüren. Wir starren wie Kaninchen auf die Schlange und befürchten, Russland gelinge es, Mehrheiten zu kippen und unser Land zu destabilisieren." Aber: "Glauben Stimmbürger, die Wahlen seien aus dem Ausland beeinflusst, zerstört dies ihr Vertrauen in unsere Demokratie. Diese indirekten Effekte von Desinformation sind meines Erachtens wesentlich gefährlicher als die Desinformation selbst. Sie delegitimieren unsere Institutionen." Hoffmann verweist auch auf die Präsidentschaftswahlen in Rumänien, die nun wiederholt werden: Es habe ihn sehr gewundert, "dass die europäische Gemeinschaft die Annullierung der Wahl einfach so hingenommen hat. Ich habe sehr große Zweifel daran, dass Desinformation auf Tiktok eine Mehrheit in einer Präsidentschaftswahl kippen konnte."
Von einem recht eigenartigen Rechtsstreit berichtet Christian Meier in der Welt: Joyn, die Streamingplattform von ProSiebenSat.1 hat die Mediatheken von ARD und ZDF in einem Beta-Test eingebettet, die Öffentlich-Rechtlichen Sender hatten dem Joyn-Betreiber allerdings nur eine "Verlinkung" angeboten - so dass Nutzer dann auch in deren Mediatheken weitergeleitet worden wären. Von einem "Anschlag auf das komplette System" spricht der ARD-Vorsitzende Florian Hager, so Meier: "Denn bei Joyn seien die Formate von ARD und ZDF in einer komplett anders gestalteten Umgebung sortiert, würden den Nutzern ganz andere Programme vorgeschlagen - es entstehe quasi eine ganz neue Mediathek. Alles zulässig, heißt es wiederum in München. Was dann schon die Frage aufwirft, wie es überhaupt zu diesem Konflikt kommen konnte, wenn die Vorstellungen so weit auseinandergehen. Bei P7S1 ist zu hören, es sei ARD und ZDF seit sechs Wochen bekannt, dass Joyn die Mediatheken 'embedden' werde. 'Explizit zugestimmt' hätten die Sender dem allerdings nicht. Bei der ARD wiederum sagt man sinngemäß, das Vorgehen sei in Aussicht gestellt worden - dass Joyn die Sache tatsächlich durchziehen würde, sei aber nicht klar gewesen."
Journalisten in Amerika fangen an sich aus Angst vor Trump zu ducken, stellt Maxime Robin in Le Point fest, der mit mehreren amerikanischen Journalisten gesprochen hat - viele von ihnen wollten anonym bleiben: "'Mit seinen gerichtlichen Schritten gegen große und kleine Medien und soziale Netzwerke hat Donald Trump dem Medienökosystem einen kalten Guss verpasst', bestätigt Daniel Marans, politischer Reporter bei HuffPost. 'Journalisten fürchten sich. Sie haben gesehen, wie die Eigentümer der Washington Post und der Los Angeles Times Entscheidungen getroffen haben, die zeigen dass sie eher ihre kommerziellen Interessen schützen, als sich Trump zu widersetzen. ... Die Folge dieser Kapitulationen in Serie ist, dass 'jeder Journalist jetzt etwas vorsichtiger ist, wie er sich innerhalb seiner eigenen Institution bewegt, als er es vorher war', beschönigt unser Journalist an der Ostküste."
Google hat dagegen überhaupt kein Problem und passt sich einfach an: Der Golf von Mexiko heißt für amerikanische Nutzer jetzt "Golf von Amerika", für mexikanische Nutzer "Golf von Mexiko" und für alle anderen "Golf von Mexiko (Golf von Amerika)", erklärt das Google Blog.
Screenshot vom Google-Blog Weitere Artikel: Johanna Adorjan (SZ) und Arno Widmann (FR) gratulieren dem New Yorker zum hundertjährigen Jubiläum.
Andreas Buick, Oberstaatsanwalt in Göttingen, und seine Behörde, die Zentralstelle zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet, sind über Nacht durch die CBS-Sendung "60 Minutes" (hier die Sendung) berühmt geworden, in der sie ihre Arbeit erklärten. J.D. Vance sieht in der Arbeit der Behörde eine unzulässige Einschränkung der Meinungsfreiheit. Im Zeit-Online-Interview weist Buick darauf hin, dass die Behörde als Reaktion auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gegründet wurde, "um den Hass im Internet besser bekämpfen zu können". Vances Vorwürfe seien schlichtweg falsch. "Nicht die Kritik an Politikern wird verfolgt, sondern allenfalls ehrverletzende Äußerungen. Die Meinungsfreiheit wird gerade dann eingeschränkt, wenn man sich nicht mehr traut, seine Meinung zu äußern, weil man mit Beleidigungen und Verleumdungen überzogen wird. Oder wenn Politiker zurücktreten, weil sie Sorge haben um ihre eigene Person, um ihre eigene Familie. Ich finde es richtig, dass solche Taten auch verfolgt werden."
Die Deutschen müssen wegen der Wahl am Sonntag nicht in Panik verfallen, meint William Collins Donahue, Professor für Europastudien in den USA. Zwar steht viel auf dem Spiel, doch in Deutschland sei es viel schwerer, die Demokratie auszuhöhlen, als in den USA. Das liege auch an den deutschen Medien: "Erst am vergangenen Montag hat die ARD zur Wahl stehende Kandidaten versammelt, um sie Bürgerfragen auszusetzen. Alice Weidels bloße Teilnahme war vielen ein Gräuel, aber für einen Außenstehenden überstrahlt die Genialität des Systems alle Kontroversen: Weidel war gezwungen, auf einem öffentlichen Forum zu sprechen, das sie nicht selbst geschaffen hat. In Deutschland sind die Nachrichten nicht 'ghettoisiert'. In der Berichterstattung zur Kandidatendebatte vom Vorabend gab es viel Kritik an Tonfall und Rhetorik. Aber niemand hat meines Wissens die Voreingenommenheit von RTL angeprangert."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Leider ist es so, dass J. D. Vance mit seiner Münchner Rede über die in Europa angeblich bedrohte Redefreiheit einen Punkt getroffen hat, findet jedenfalls Jacob Mchangama in Yascha Mounks Blog Persuasion. Amerikaner fallen aus allen Wolken, wenn sie hören, was man in Europa alles nicht sagen darf. Die unterschiedlichen Hintergründe in Amerika und etwa Deutschland stellt allerdings auch Mchangama nur skizzenhaft dar - anders als in Europa können in den USA Beleidigungen nicht strafrechtlich verfolgt werden, da sie durch die im ersten Verfassungszusatz garantierte Redefreiheit geschützt sind. Das Verfolgen von "Hate Speech" hat sich in Deutschland zugleich angesichts der grassierenden Hassposts in sozialen Medien intensiviert, allein Robert Habeck hat deshalb 700 Anzeigen gestellt, meldete die "Tagesschau". Die CBS-Sendung "60 Minutes" sendete zu diesen europäischen Praktiken vor kurzem einen entgeisterten Bericht. "Vance hat also Recht, wenn er Europas Versäumnisse bei der Redefreiheit anprangert", schreibt Mchangama, der ein Buch zum Thema verfasst hat. "Aber sein Argument bricht unter dem Gewicht der Maßnahmen seiner eigenen Regierung zusammen. Während er die europäischen Staats- und Regierungschefs für die Unterdrückung abweichender Meinungen verurteilt, führt die Trump-Regierung ihren eigenen Krieg gegen die freie Meinungsäußerung. ... Sie verklagt CBS wegen eines '60-Minutes'-Interviews mit Kamala Harris und richtet seine juristischen Waffen gegen das Des Moines Register und die Meinungsforscherin J. Ann Selzer, der er die 'Wahlbeeinflussung' vorwirft."
Außerdem wird die Liste von Filmen, Büchern und Wörtern, die durch die Trump-Regierung verboten werden, immer länger (unser Resümee). In der SZ weist Hilmar Klute darauf hin, wie die "Argumentationsarchitektur einfach dergestalt umgedreht" wird, so "dass am Ende ein unangreifbarer Bunker entsteht.": "Zensur? Nicht im Sinne der Trump-Staatskundler: Die radikalen Maßnahmen zur Regulierung freier Rede sollen im Gegenteil der Wiederherstellung der Meinungs- und Redefreiheit dienen, so lautet die Lesart der Trump-Regierung. Diese ist offensichtlich inzwischen dabei, ein ganzes Wörterbuch mit Vokabeln zu füllen, welche an die Stelle jener Begriffe treten sollen, die angeblich die Freiheit und Identität des amerikanischen Volkes untergraben: Gender, Transgender, nicht-binär, weiß gelesen, multikulturell. Diese und viele anderen Termini ummanteln ein Gesellschaftsbild, das Trump nicht mehr sehen möchte: gewollt uneindeutige Zuschreibungen, Wörter, die für Identitätsvariationen Raum lassen und solche, die Rassismus benennen und ächten sollen."
Auch im Zeit-Online Gespräch geht die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Sylvia Sasse darauf ein, wie die Trumps und Putins dieser Welt die Verkehrung der Wahrheit ins Gegenteil betreiben: "Es handelt sich hier nicht einfach um eine beliebige Lüge. Bei einer Verkehrung ins Gegenteil projiziert man auf den anderen das, was man selbst tut, während man sich gleichzeitig dessen Begriffe und Symbolik aneignet." Die Strategie der Verkehrung ins Gegenteil funktioniere "auch deshalb so oft, weil sie ihre Gegner in die rebellische Abhängigkeit zwingt, diese verkehrte Welt permanent wieder zurückzudrehen. Dabei vergessen Letztere, eigene Narrative zu pflegen. Man geht nur noch gegen etwas auf die Straße, nicht für etwas. Aber Demokratie ist aktive Zustimmung. Nehmen Sie das Beispiel von Alice Weidels Aussage, Hitler sei Kommunist gewesen. Man muss daraufhin nicht beweisen, dass Hitler kein Kommunist war, das ist völlig evident. Es reichte völlig, dies als Verkehrung ins Gegenteil zu benennen. Die gesparte Zeit könnte man dafür aufwenden, klarzumachen, welche Politik, welche Zukunftsvision einem selbst vorschwebt. Dem Journalismus kommt in diesem Zusammenhang deshalb eine besondere Verantwortung zu."
"Europa ist jetzt frei", konstatiert Elon Musk auf seiner Plattform Twitter (heute X) und zielt damit auf Radio Free Europe/Radio Liberty, welches er als nächstes Ziel seiner Sparwut auserkoren hat. Das wäre aber das genau falsche Zeichen, denn es sind noch längst nicht alle Staaten in Europa "frei", hält Markus Ackeret in der NZZ fest. "Die Abwicklung dieses qualitativ meist hochstehenden Netzwerks wäre ein Geschenk für die autoritären Regime der Region, die an freiem Journalismus kein Interesse haben und hinter allem ausländische Einmischung wittern. Es wäre aber auch ein Verlust für all die Hörer und Leser in diesen Staaten, die sich im repressiven Klima ohnehin marginalisiert und alleingelassen fühlen und nach andersartiger Information dürsten. Und auch die USA würden ein einzigartiges Instrument verlieren, um die Botschaft der Freiheit in der Welt zu verbreiten."
Dass Loyalität in Autokratien nur eine "Einbahnstraße" ist, müssen Springer-CEO Mathias Döpfner und Welt-Herausgeber Ulf Poschardt gerade lernen, notiert Andrian Kreye in der SZ. Denn Donald Trump und Elon Musk wollen die 2021 von Springer erworbene Plattform Politico nicht weiter unterstützen: "Es ist vor allem der Nachrichtendienst Politico Pro, den der Zorn des US-Präsidenten und die Budgetstreichungen von Elon Musk und seinem DOGE-Team treffen. DOGE ist derzeit vor allem damit beschäftigt, die staatliche Entwicklungshilfeorganisation USAID abzuwickeln. Da stießen Musks Mitarbeiter nun auf die Kostenstelle von Abos. Über acht Millionen Dollar habe USAID Politico zukommen lassen, hieß es dann bald in den sozialen Medien, das sei nichts anderes als staatliche Subventionierung. (…) Die Angriffe auf Politico und die New York Times folgen auf einen Vorstoß gegen die Berichterstattung von Qualitätsmedien aus dem Pentagon. Dort wurde nun eine 'jährliche Rotation' der Organisationen verkündet, die dort ein Korrespondentenbüro unterhalten dürfen. Neben der New York Times und Politico müssen auch der öffentlich-rechtliche Sender National Public Radio und der Fernsehsender NBC ihre Büros räumen."
Weitere Artikel: In der tazbefürchtet Florian Bayer, dass die FPÖ die österreichische Medienlandschaft nach ungarischem Vorbild umbaut.
Die amerikanische Politik- und Digitalberaterin Alexis Crews hat lange als Strategin für den Meta-Konzern gearbeitet. Im SZ-Interview gefragt, weshalb Mark Zuckerberg die Faktenchecks in den USA einstellt, antwortet sie: "Die Frage ist, ob sich die Firmen das leisten wollen, denn das bremst die Klickzahlen." Schon nach der US-Wahl 2020 sei nicht alles getan worden, um die Nutzer zu schützen, fährt sie fort: "Wir wussten ja, dass es Desinformation und Angriffe auf bestimmte Gemeinschaften und Einschüchterung der Wähler geben würde. Aber wir haben nicht wirklich etwas dagegen unternommen. Und wir haben unsere Arbeitsabläufe nicht gestrafft, um Entscheidungen rasch zu fällen. Wir mussten alles an Mark, Sheryl (Sandberg, Anm. d. Red.) und einen kleinen Kreis um sie schicken, die dann darüber berieten und uns antworteten. Aber wir wussten, wenn wir innerhalb von 24 Stunden nichts gehört hatten, blieben die Inhalte online, egal, wie problematisch sie waren. Wir ließen Trumps Seite aktiv stehen, obwohl sie gegen so viele Regeln verstieß."
Das ZDF hat die Rede Friedrich Merz', in dem er die "Brandmauer" gegen die AfD beschwor, recht manipulativ zusammengeschnitten. Den tosenden Beifall nach der Passage über die "Brandmauer" hat der Sender einfach herausgeschnitten und sprach von "skeptischer" Stimmung. Aufgebracht wurde das Thema auf Twitter. Michael Hanfeld berichtet in der FAZ. Hier das Original und die Fäl..., äh der ZDF-Schnitt:
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Son Lewandowski: Die Routinen Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Leistungsturnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf,…
Val Plumwood: Das Auge des Krokodils Herausgegeben von Judith Schalansky. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Als die Philosophin Val Plumwood mit dem Kajak durch den nordaustralischen Kakadu-Nationalpark…
Magdalena Schrefel: Das Blaue vom Himmel Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll,…
Sighard Neckel: Katastrophenzeit In seinem neuen Buch analysiert der Soziologe Sighard Neckel das große Dilemma unserer Zeit: Während der Klimawandel auf eine ökologische Katastrophenzeit zuläuft, stellen…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier