Wer ist Freund, wer Feind im
Iran? Das kann sich täglich ändern,
erklärt der iranische Schriftsteller
Shahriar Mandanipur in der
NZZ, und die meisten leben eh in einer Art "iranisch-westlichen Mischkultur". Leiden werden sie in jedem Fall, fürchtet er: "Das iranische Regime und Donald Trump werden den derzeitigen Konflikt gemäß ihren Bedürfnissen eskalieren lassen und herunterfahren, aber wenn die Show vorbei ist, dürften die
Iraner das geschlachtete Huhn sein. Kommt es zum Schlimmsten, dann werden sie nicht nur ärmer, sondern verlieren auch, was ihnen an kleinen Freiheiten und an Menschenwürde noch geblieben ist. Denn falls sich ein Konflikt verschärft, werden
Unterdrückung,
Staatsterror und Zensur in Iran noch grausamer. Das zeigen sowohl der Rückblick auf die Zeit des absurden irakisch-iranischen Kriegs als auch jüngste Erfahrungen."
Die
Emma veröffentlicht einen Aufruf einiger Islamforscherinnen und Exiliranerinnen, die die
Bundesregierung auffordern, ihre so Regime-freundliche Haltung gegenüber dem Iran aufzugeben: "Um glaubwürdig zu bleiben, muss die Bundesregierung zu einer Außenpolitik zurückkehren, die den
Menschenrechten verpflichtet ist. Dazu gehört, Folgendes konsequent zu vertreten:
- Die Freilassung aller Frauen, die verurteilt wurden, weil sie Gleichberechtigung forderten, sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran.
- Die Aufhebung des
Kopftuchzwangs.
- Die Freilassung aller EuropäerInnen mit doppelter Staatsangehörigkeit, die von dem Regime als Geiseln gehalten werden.
- Den Stop der
Hinrichtungen von Homosexuellen, den Stop aller Hinrichtungen im Iran.
- Keine offiziellen Treffen mit Vertretern des Regimes, da diese von dem Regime zu Propagandazwecken und zur Legitimierung seiner Politik missbraucht werden."