Der Bund der Steuerzahler spricht sich für ein
Ende der Staatsleistungen an die Kirchen aus,
berichtet Daniela Wakonigg bei
hpd.de, die sich besonders auf ein Schreiben des Bundes der Steuerzahler in Rheinland-Pfalz bezieht. Mit den Staatsleistungen werden zum Beispiel die
Gehälter vieler Bischöfe bezahlt - sie haben mit der
Kirchensteuer nichts zu tun, sondern beziehen sich auf einen Deal mit den Kirchen aus napoleonischer Zeit. Damals wurden den Kirchen die Einkommensquellen genommen, die sie bisher zur Erfüllung
staatlicher Aufgaben erhalten hatten. Für das Jahr 2018 werden sie Staatsleistungen "nach den Recherchen von Johann-Albrecht Haupt von der Humanistischen Union bundesweit
538 Millionen Euro betragen. Tendenz steigend, denn 'Geldleistungen, die in Staat-Kirche-Verträgen sowie Konkordaten vereinbart wurden, werden jährlich entsprechend der
Beamtenbesoldung angepasst'. Eigentlich sollten diese Zahlungen bereits laut der Weimarer Reichsverfassung von 1919 beendet werden - eine Forderung, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland übernommen wurde. Doch passiert ist bislang nichts."
Werden am Ende aber nur die Staatsleistungen bleiben? Das könnte man sich fragen, wenn man sich mit Reinhard Bingener in der
FAZ die
jüngsten Zahlen ansieht: "Die
Evangelische Kirche in Deutschland wartete vor kurzem mit einer bemerkenswerten Rechnung auf. Bei der Vorlage ihrer jährlichen Statistik rechnete die EKD vor, mit 180.000 Taufen und 25.000 Eintritten seien im Jahr 2017 abermals mehr Menschen in die evangelische Kirche eingetreten als aus ihr ausgetreten. Formal betrachtet, ist diese Rechnung korrekt. Der Sache nach handelt es sich aber um Schönfärberei, die
einer Kirche unwürdig ist. Der tatsächliche Saldo wird nämlich erst sichtbar, wenn man den 25.000 Eintritten die
200.000 Austritte entgegenhält und den 180.000 Taufen die
350.000 Todesfälle."
Mehr als 300
katholische Priester im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania haben über Jahrzehnte mindestens tausend Kinder
sexuell missbraucht. Obwohl es immer wieder Hinweise gab, konnte die katholische Kirche das jahrelang
unter den Teppich kehren, stellte der
Bericht einer Grand Jury jetzt fest, der auch die oft grauenhaften Einzelheiten aufdeckt,
berichtet Marc Pitzke bei
Spon. "Die Grand Jury beklagt, dass sich die jahrzehntelang vertuschten Vorwürfe kaum mehr juristisch aufarbeiten ließen. Die Kirche habe die Täter
nicht nur gedeckt, sondern oft sogar noch
befördert. 'Sie beschützten ihre Institution um jeden Preis", sagte Justizminister Shapiro. 'Die Kirche zeigte den Opfern
völlige Verachtung.' Nur zwei der mehr als tausend Fälle in dem Bericht führten zu aktuellen Anklagen. In Pennsylvania verjährt sexueller Missbrauch von Minderjährigen, wenn das Opfer 30 Jahre alt wird. Das Landesparlament hat sich auf Druck der Kirche bisher geweigert, das zu ändern."