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Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
15.03.2007. Im Guardian antwortet Timothy Garton Ash auf den Perlentaucher-Artikel von Ulrike Ackermann. Im Perlentaucher wendet sich die Amsterdamer Soziologin Halleh Ghorashi gegen Ayaan Hirsi Ali. Die NZZ staunt über den neuen Schulterschluss zwischen Alexander Solschenizyn und Wladimir Putin. In der Welt fürchtet Viktor Jerofejew um die demokratische Zukunft Taiwans. Die FAZ erspürte Zeichen der Öffnung bei der Buchmesse in Riad. Die taz analysiert den islamischen Antisemitismus. Die FR vertraut auf die deutsche Brückenbaukunst, sogar in Dresden.

NZZ, 15.03.2007

Mit großem Getöse hat Alexander Solschenizyn in einer regierungsnahen Zeitung ein Postskriptum zu seinem Roman "Das rote Rad" wieder veröffentlicht, in dem er nicht die Oktober- sondern bereits die Februarrevolution und die Abdankung des Zaren als Beginn allen Übels betrachtet. Ulrich M. Schmid schreibt dazu: "Das Pamphlet gipfelt in der Behauptung, die Februarrevolution sei die Strafe für die Gottlosigkeit des russischen Volks zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Solschenizyn skizziert ein alttestamentarisches Geschichtsbild und begreift historische Kataklysmen als Vergeltungsakte eines eifersüchtigen Gottes. Neu an Solschenizyns Publikation ist nur ein kurzer einleitender Abschnitt, in dem er darauf hinweist, dass die historischen Lehren aus der Februarrevolution auch auf die heutige Lage in Russland anwendbar seien. Diese orakelhafte Formulierung läuft im Wesentlichen auf eine Unterstützung von Putins politischem Kurs hinaus."

Weitere Artikel: Jürgen Tietz besucht das "subtil erweiterte Geburtshaus" von Martin Luther in Eisleben. Hans Bernhard Schmid liest zwei neue Studien über das Wesen des Politischen, nämlich Volker Gerhardts Band "Partizipation - Das Prinzip der Politik" und Julian Nida-Rümelins Essay "Demokratie und Wahrheit". Auf der Filmseite erinnert Alexandra Stäheli an Zarah Leander, die in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre. Besprochen wird Kevin Macdonalds Film "The Last King of Scotland" mit Forest Whitaker.

Weitere Medien, 15.03.2007

Im Guardian nimmt Timothy Garton Ash noch einmal Stellung zur Multikulti-Debatte und geht dabei auch auf Ulrike Ackermanns Beitrag ein, in dem sie Hirsi Ali mit den Dissidenten in der Zeit des Kommunismus vergleicht und Garton Ash und Buruma mangelnde Solidarität vorwirft: "Diese Kritik gründet auf einem falschen Verständnis der Solidarität, die im Kampf gegen den Kommunismus gefordert war und auch heute gelten sollte. Dieses Prinzip ist: Totale Solidarität mit Menschen, die zu Unrecht verfolgt werden, totale Freiheit, nicht mit ihnen übereinzustimmen."

Perlentaucher, 15.03.2007

Die Amsterdamer Soziologin Halleh Ghorashi (mehr hier) plädiert in der Multikulti-Debatte des Perlentauchers und von signandsight.com gegen Ayaan Hirsi Ali und für einen kulturalistischen Ansatz zur Integration von Muslimen: "Ein wichtiger Bestandteil dieser Inklusion ist der Respekt für das, wofür sich die Migranten entscheiden: diese Entscheidung kann die Bewahrung der eigenen Kultur einschließen. Wenn aber diese Entscheidung einmal getroffen ist, dann verspüren Migranten, wie Studien gezeigt haben, nicht mehr die Notwendigkeit, sie zu schützen - und fühlen sich sicher genug, damit zu experimentieren. Dies scheint die wichtigste Voraussetzung für kulturelle Veränderung zu sein."
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Zeit, 15.03.2007

Tobias Timm ist in die Arabischen Emirate gereist, die sich nach ihrer Einkaufstour im Westen anschicken, eine große Kulturmall zu werden. Behagt hat es ihm nicht in Dubai, der "Stadt der Gier". "Nach Dubai kommen vor allem Menschen auf der Suche nach dem schnellen Geld. Zumeist Männer, die stolz darauf sind, keine Steuern zu zahlen, die vom Fehlen der Gewerkschaften und vom niedrigen Benzinpreis schwärmen."

In der Reihe zur "Zukunft der Natur" beschreibt diesmal der amerikanische Stadtsoziologe Mike Davis, wie die Extremdürren im Südwesten der USA zum "normalen Wetter" werden: "2003 war der Wasserpegel des Lake Powell innerhalb von drei Jahren um knapp 25 Meter gesunken, und die wichtigsten Wasserreservoires entlang des Rio Grande waren nur mehr bessere Tümpel."

Weitere Artikel: Hanno Rauterberg fragt sich, wie man die Bilder der urdeutschen Romantik als "Blicke auf Europa" verkaufen kann, wie es derzeit die gleichnamige Ausstellung in Brüssel tut. Der frühere FDP-Innenminister Gerhart Baum findet nicht, dass man die RAF auf die "psychologischen Dispositionen" Größenwahn, Machtgier und Lust an der Gewalt" reduzieren kann, wie er dies von Jan Philipp Reemtsma getan sieht. Politik und Gesellschaft hätten in dieser Geschichte durchaus auch eine Rolle gespielt. Susanne Schmetkamp spürt dem Trend zu Balkan-Pop, Gypsy Grooves, Balkan-Folk, Bucovina-Dub, Jugo-Punk, Karpaten-Ska und R 'n' Balkan. Besonders angetan hat es Schmetkamp Miss Platnum. Claudia Herstatt schwärmt von der Maastrichter Tefaf als der prächtigsten Kunstmesse der Welt".

Besprochen werden Kevin McDonalds Idi-Amin-Film "Der letzte König von Schottland", Feridun Zaimoglus Version von "Romeo und Julia" im Berliner HAU-Theater, Mozart-Sonaten von Andreas Staier und Christine Schornsheim, Alexander von Schlippenbachs "Twelve Tone Tales" und als moderner Klassiker Bernd Alois Zimmermanns "Requiem für einen jungen Dichter".

Im Aufmacher des Literaturteils bespricht Ursula März Jonathan Franzens Erzählung "Unruhezone". Bernadette Conrad besucht in Jerusalem den Schriftsteller Aharon Appelfeld.

Welt, 15.03.2007

Viktor Jerofejew kommt mit melancholischen Meditationen von einem Besuch in Taiwan zurück: "Für mich war Taiwan immer schon ein Beispiel dafür, was mit Russland oder China hätte passieren können, wenn ihnen das kommunistische Experiment erspart geblieben wäre." Aber wie lange noch? Denn "Deutschland konnte sich wiedervereinigen, weil Ostdeutschland gegen die kommunistische Regierung rebellierte und freiwillig die demokratischen Prinzipien Westdeutschlands annahm. Im Fall Taiwans entwickeln sich die Dinge so, dass die demokratische Insel von einem ganz und gar nicht demokratischen Staat geschluckt werden kann."

Weitere Artikel: Eckhard Fuhr findet die Mordmotive der RAF-Terroristen ganz anders als Claus Peymann (hier) gar nicht ehrenwert. Holger Kreitling bespricht einen Bildband über "Cars & Girls" mit Aufnahmen des Fotografen Werner Eisele aus den siebziger Jahren. Besprochen werden außerdem eine Ausstellung mit neuen archäologischen Funden aus Georgien in Berlin und ein Album Iggy Pops mit den Stooges. Auf der Filmseite geht's um die Edgar-Wallace-Parodie "Neues vom Wixxer", und Günter H. Jekubzik besucht die Film Acting School Cologne, wo Schauspieler sofort fürs Kino und nicht erst fürs Theater ausgebildet werden. Auf der Magazinseite erinnert Manuel Brug pünktlich zum Hundertsten an Zarah Leander.

FR, 15.03.2007

Christian Thomas verliert auch nach dem Dresdner Gerichtsurteil, das die Stadt zum Bau der umstrittenen Elbbrücke verdonnert, nicht die Hoffnung: "Denn es gibt, gerade in Deutschland, den einen oder anderen Architekten, der den Anspruch an die Baukultur ernst nimmt. Man könnte es so ausdrücken: Zum nationalen Kulturerbe zählt in gewisser Weise auch die deutsche Brückenbaukunst. Es gibt daher Brücken, die hängen wie ein zarter Kondensstreifen über den tiefblauen Wassern einer Bucht. Und genauso wie in den zerfurchtesten Schluchten der Alpen die eine oder andere Brücke zwischen den rohen Fels eingespannt worden ist, ob aus Beton, Stahl oder Holz, um einem Naturpanorama erst das angemessene Passepartout zu geben, so hat schon manche Brücke den Anblick des Naturschönen durch das Übergangsschöne nur noch veredelt."

"Ich will weder das Kopftuch verteidigen, noch will ich es kritisieren", sagt die deutsch-türkische Schriftstellerin Dilek Güngör im Gespräch mit Arno Widman. "Ich finde, ich habe ein Recht auf meine Gleichgültigkeit. Ich fände es allerdings vernünftig, der Staat würde ebenfalls dieses Recht für sich in Anspruch nehmen."

Weiteres: Elke Eich porträtiert den Schauspieler Forest Whitaker, der für seinen Idi Amin in "Der letzte König von Schottland" den Oscar gewonnen hat, Christian Schlüter befasst sich mit dem Phänomen Heidi Klum und ihrer Reality-Show "Germany's Next Top-Model", Harry Nutt denkt in der Kolumne Times Mager über ein als unerotisch aufgefasstes Schlafgeräusch nach, das vor- und vernehmlich von Männern verursacht wird.

Besprochen werden Martin Koolhovens "fulminant bösartige" Multi-Kulti-Komödie "Schnitzelparadies" (für Heike Kühn so etwas wie die "Internationale des Lachens") und Alicia Schersons Debütfilm "Play".

TAZ, 15.03.2007

"Wer sein Bild vom Iran revidieren will," empfiehlt Amin Farzanefar, "sollte als Erstes einen DVD-Laden ansteuern, wo 'Letters of Iwo Jima' und 'Rocky Balboa' neben 'Das Leben der Anderen' als Schwarzpressung ausliegen, noch bevor sie hier überhaupt im Kino laufen. Trotz der allgemeinen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Depression hat der Strom enthusiastischer Filmschaffender eher noch zugenommen: VCD-Kopien, das Internet und eine Digitaltechnologie für die Westentasche ermöglichen eine schwer zu kontrollierende Produktion: Die Zahl der Kurz- und Dokumentarfilme wächst - von Geschlechtsumwandlungen über die Rockmusikszene in entlegenen Provinzen bis hin zum neuen Teheraner Chic der Nasenoperationen wird jedes Thema umgesetzt. Eines ist sicher: Sowenig sich auch bewegen mag im Iran - es geht weiter."

"Der Antisemitismus in Europa nimmt zu", konstatieren Michael Kiefer und Eberhard Seidel und nehmen das Phänomen des islamischen Antisemitismus ins Visier. "Dieser islamisch übertünchte Antisemitismus stellt ein Problem dar. Er ist jedoch kein religiöses Phänomen. Wer so urteilt, verkennt die Dimension des moderne Antisemitismus: dass er im Kern ein flexibler Code ist, der sich problemlos in säkular oder religiös begründete Ideologiekonglomerate einbauen lässt. Sein Erfolgsrezept: In einer wenig kuscheligen globalisierten Welt bietet er ein Welterklärungsmuster, das mit der Hilfe abstruser Verschwörungsfantasien einen Schuldigen für die ganze Misere benennt: die Juden."

Weiteres: Klaus-Helge Donath denkt angesichts der Moskauer Merowinger-äh-Beutekunstausstellung über reale, surreale und imaginäre Grenzen nach. Besprochen werden eine Wilhelm-Busch-Ausstellung in Hannover, die Buschs Bedeutung als Avantgardist, als Vorläufer und Inspirator der Moderne vorstellt, Kevin MacDonalds Idi-Amin-Film "Last King of Scotland" (Besonders beeindruckt ist Harald Fricke von der Amin-Darstellung Forest Whitakers, der für ihn die Last des Opfer- und Täterdiskurses in jeder seiner Regungen bewusst transportiert "was ihm zu Recht den Oscar eingebracht hat und ihn auch weit erhebt über die obszöne Mitleids-Hitlerei in 'Der Untergang'".) und aus den DVDs dieser Erde pickt sich Ekkehard Knörer heute eine 4-CD-Box mit Filmen von Luc Moullet heraus.

Und Tom.

FAZ, 15.03.2007

Als Anlass zur Hoffnung auf eine Öffnung des Landes betrachtet Rainer Hermann die Buchmesse im saudischen Riad: "Die Messe war auch deshalb ein Wendepunkt, weil sich in Saudi-Arabien nie zuvor so viele Menschen zu einem nichtreligiösen Anlass zusammengefunden hatten. Achtzehn Vorträge und Symposien lockten viel Publikum an. Dem früheren libanesischen Kulturminister Ghassan Salameh hörten zum Beispiel siebenhundert Personen zu. Nicht wenige Verleger schlossen ihre Stände vorzeitig, nachdem sie alle Bücher verkauft hatten." Interessant wird jetzt allerdings die Reaktion der offiziellen Stellen: "Die Buchmesse dokumentiere eine 'kulturelle Öffnung', sagt Yassir al Amru, ein liberaler Journalist, der beim saudischen Nachrichtensender Al Ikhbariya arbeitet. Jetzt werde man abwarten müssen, wie die Religionspolizei darauf reagiere und mit wie vielen Petitionen zu ausgestellten Büchern sie sich an die Regierung wende. Erst ihren Internetseiten wird in den kommenden Wochen zu entnehmen sein, wie sie auf die Herausforderung reagiert."

Weitere Artikel: Der Jurist Christoph Möllers gibt der "Begriffs- und Geschichtsvergessenheit" der Politiker die Schuld daran, dass die am 25. März bevorstehenden Feiern zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge nicht mit der Verabschiedung einer Europäischen Verfassung gekrönt werden können. Ohne erkennbaren Anlass erzählt Dieter Bartetzko das Leben des Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann nach. Andreas Rossmann staunte auf der lit.Cologne über den Schriftsteller Mohsin Hamid, der den Terrorismus für in seiner Bedeutung überschätzt hält. In der Glosse berichtet Dirk Schümer von jetzt verhafteten italienischen Paparazzi, die hohe Summen von den Fotografierten verlangten, damit keine Bilder an die Öffentlichkeit gelangen. Swantje Karich freut sich, dass das Gemälde "Mars und Venus in der Schmiede des Vulkan" ins Potsdamer Neue Palais zurückgekehrt ist. Edo Reents gratuliert dem Musiker Ry Cooder, Richard Kämmerlings dem Autor Franz Schuh zum 60. Geburtstag. Den Nachruf auf den Autor Rolf Kalmuczak ("TKKG") hat "spre", den auf den Musical-Star Betty Hutton "lue" verfasst. Auf der letzten Seite berichtet Kerstin Holm von der zweiten Kunstbiennale in Moskau. Andreas Kilb hat an der Berliner American Academy einen Vortrag des neokonservativen amerikanischen Kolumnisten Max Boot gehört.

Auf der Kino-Seite erinnert Andreas Kilb zu ihrem 100. Geburtstag an Zarah Leander. Michael Althen porträtiert den Filmemacher und Fotografen Raymond Depardon, dem in Berlin gerade eine Ausstellung gewidmet wird. Hans-Jörg Rother stellt eine durch die Republik tourende Filmreihe mit dem Titel "Über Arbeiten" vor. Andreas Platthaus hat entschiedene Zweifel daran, dass - wie es ein Gerücht jetzt wieder behauptet hat - Steven Spielberg wirklich einen "Tim und Struppi"-Comic verfilmen will.

Besprochen werden die Brüsseler Premiere von Benoit Merniers Oper "Frühlings Erwachen" nach Frank Wedekind und ein Buch, der neu aufgelegte Tatsachen-Roman "Mordaffäre Molitor" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages).

SZ, 15.03.2007

Gerhard Matzig kritisiert die Gegner der Dresdner Waldschlösschenbrücke. Mit der "denkbar größten Übereinkunft" werde als gegeben angenommen, "dass die geplante Brücke einen 'einmaligen kulturräumlichen Zusammenhang' zerstören würde; dass die 'historischen Sichtachsen' zwischen Landschaft und Bauwerken infrastrukturellen Notwendigkeiten geopfert würden.... Diese Art der Wahrnehmung, die sowohl den Städten und Landschaften abschnittsweise die Möglichkeiten von Wachstum und Veränderung, wie auch den Menschen ein dynamischeres, weniger statisches Kulturverständnis abspricht, hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Es wird nicht mehr in Frage gestellt - und zeigt sich überall dort, wo vitale Kulturgüter in der Diskussion zu abstrakten Sehenswürdigkeiten schrumpfen, die im Grunde fast nur noch auf ihren Wert als touristische Foto-Standorte befragt werden."

Weitere Artikel: Andreas Zielcke erklärt, warum der Gerichtsbeschluss zur Waldschlösschenbrücke zwingt, aus seiner Sicht eine juristische Peinlichkeit ist. Carolin Pirich bringt uns ein Projekt der Berliner Humboldt-Universität nahe, wo Psychologen an einem Lexikon der gefühlten Sprache arbeiten. Javier Caveres stellt die Gedenkstätte vor, die in Madrid für die 191 Opfer des islamistischen Terroranschlages auf vier Nahverkehrszüge auf dem Bahnhof Atocha am 11. März 2004 eröffnet wurde. Alexander Menden freut sich über die Eröffnung der Mediathek des British Filminstitute, das dort nun seine Schätze Stück für Stück der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Fritz Göttler verabschiedet den Musicalfilmstar der vierziger Jahre, Betty Hutton. Holger Liebs berichtet, dass David Chipperfield den Wettbewerb um den Neubau des Essener Museums Folkwang gewonnen hat: "auch ein Signal in Richtung Berlin, wo Museums-Experte Chipperfield mit seinen Plänen für die Museumsinsel derzeit von einer unsinnigen Bürgerinitiative behindert wird." Auf der Medienseite kommentiert Jana Hensel die Vergabe der diesjährigen Grimme-Preise.

Besprochen werden die Schau "Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen" im Museum der Bildenden Künste in Leipzig, eine Mikio-Naruse-Retrospektive im Münchner Filmmuseum, Martin Koolhovens Vielvölkerkomödie "Schnitzelparadies" (Rainer Gansera zufolge eine "schrill aufgequirlte, chaosverliebte, bedenkenlos kalauernde Multikulti-Komödie, garniert mit einer zuckersüßen Lovestory.") Cyril Boss' und Philipp Stennerts Edgar-Wallace-Persiflage "Neues vom Wixxer" ("Das Schönste daran ist, dass es sich nicht um eine besserwisserische Persiflage handelt, sondern um eine rührende Respektsbezeigung", freut sich Susan Vahabzadeh) Sven-Eric Bechtolfs und Franz Welser-Mösts Version von Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" in Zürich (die Wolfgang Schreiber wenig komisch, jedoch manches lachhaft fand) und Bücher, darunter Jutta Jacobis respekt- und verständnisvolle, aber nicht beschönigende Zarah-Leander-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).