Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 18 von 43

Magazinrundschau vom 04.12.2007 - Economist

Wie ist der Erfolg einer Website zu messen - eine Frage, die nicht nur Anzeigenkunden interessiert. Die Antwort darauf ist leider alles andere als simpel, wie der Economist erklärt: "Stellen Sie sich vor, sie würden gerne Anzeigen auf der beliebtesten Website unterbringen und wüssten gern, wieviel sie dafür zahlen sollten. Weltweit ist Google die führende Website mit den meisten 'Seitenansichten'. Oder vielleicht doch Microsoft, dessen Seiten sich der längsten, wie es im Jargon heißt, 'Verweildauer' rühmen dürfen? Oder sollte man sich besser nach Unique Visitors, Hits, Click-Throughs, Impressions, Anfragen, Sitzungen, Streams oder Engagement richten? Unabhängig davon, ob es in der Werbung Wahrheit gibt, für Online-Werbekunden sieht es da in jedem Fall schlecht - oder mindestens schwierig - aus."

Weitere Artikel: An amerikanischen Universitäten ist ein erstaunlicher Bauboom zu beobachten, der sich gesteigertem Wettbewerb aber auch wachsenden Studierendenzahlen verdankt: Aktuellen Berechnungen nach "wurden im Jahr 2006 an amerikanischen Colleges und Universitäten Gebäude im Wert von 15 Milliarden Dollar gebaut - das ist ein erstaunlicher Zuwachs um 206 Prozent seit 1997 - und die Zahlen für dieses Jahr werden in vergleichbarer Höhe liegen."

Besprochen werden unter anderem Katherine Ashenburgs Geschichte der Sauberkeit "The Dirt on Clean", ein Band mit späten Gedichten von John Ashberry, und Paul Hockenos' Joschka-Fischer-Biografie gemeinsam mit dem nun ins Englische übersetzten ersten Band von Fischers Autobiografie, Michael Billingtons Geschichte des britischen Theaters nach 1945 und Julian Schnabels Film "The Diving Bell and the Butterfly".

Magazinrundschau vom 27.11.2007 - Economist

In einem umfassenden Artikel beschreibt der Economist den gegenwärtigen Zustand des Iran - innen- wie außenpolitisch. Auch um drohende militärische Auseinandersetzungen mit den USA geht es - und um die bei allen Unterschieden unübersehbaren Ähnlichkeiten zwischen den Führern der beiden Nationen: "In mancher Hinsicht gleichen sich die beiden auf seltsame Weise. George Bush und Mahmoud Ahmadinedschad sind beide tief religiös, berufen sich immer wieder auf die Hand Gottes, die sie leite. Beide sind Idealistenn und nicht Pragmatiker und verstehen sich auf volksnahen Populismus. Beide haben Dutzende kompetenter Beamter durch ihrer eigenen Gesinnung näher stehende Konservative ersetzt. Und beide gelten inzwischen einem großen Teil ihrer Bevölkerung als unfähig und gefährlich. Der Unterschied liegt darin, dass Ahmadinedschad schon nach zwei Jahren so unbeliebt ist wie Bush nach sechs."

Weiteres: Ein Schwerpunkt des Heftes ist Österreich gewidmet, das wie kein anderes EU-Land von der Öffnung nach Osten profitiert. Artikel gibt es zu Gründen für diesen Erfolg, aber auch zu österreichischen Schwierigkeiten mit der Vergangenheitsbewältigung. Nigerianische Autorinnen wie Chimamanda Adichie (mehr) mögen im Ausland Bücher verkaufen, nicht aber zuhause: Die nigerianische Buchindustrie ist, wie wir erfahren, in einem desaströsen Zustand. Porträtiert wird der Baptist und republikanische Präsidentschaftskandidatenanwärter Mike Huckabee aus Arkansas. Besprochen werden unter anderem die Briefe des Dichters Ted Hughes und eine Pariser Ausstellung mit Gemälden von Helene Schjerbeck.

Auf dem Titel: Georg W. Bush, die Hand auf dem Herzen, als "Mr. Palästina", der einzige, der einen Palästinenser-Staat auf den Weg bringen kann.

Magazinrundschau vom 20.11.2007 - Economist

Kaum ein klassischer Künstler scheint in den USA derzeit so beliebt wie Gustav Klimt. Hier ein paar erstaunliche Superlative: "Warum ist Gustav Klimt, ein österreichischer Künstler, von 1862 bis 1918 lebte, so populär? Noch vor ihrem Erscheinen am 12. November waren sowohl die englische als auch die deutsche Ausgabe des fünf Kilo schweren 'catalogue raisonne' von Alfred Weidinger (Prestel) ausverkauft. 6000 Besucher hatten sich in der ersten Woche der Klimt-Ausstellung in der Neuen Galerie in New York gedrängelt, die am 12. Oktober eröffnet wurde und noch bis zum 30. Juni 2008 zu sehen ist. Ein Sprecher der Galerie hält es für möglich, dass es die erfolgreichste Ausstellung seit Eröffnung der Galerie im Jahr 2001 werden könnte - damit stäche sie sogar Vincent van Gogh aus."

Weitere Artikel: Vorgestellt wird der Clover (Foto), eine neue Kaffeemaschine, die gerade Riesenerfolge feiert, obwohl sie "sowohl langsamer als auch sehr viel teurer ist als andere Maschinen". Ein ausführlicher Nachruf ist Norman Mailer gewidmet. Besprochen werden unter anderem Aliza Marcus' Geschichte der PKK "Blood and Belief", der dritte Band von John Richardsons Picasso-Biografie und Sean Penns jüngster Film "Into the Wild".

Magazinrundschau vom 13.11.2007 - Economist

Der Economist bespricht ein Buch von Gregory Rodriguez über die Geschichte und die wachsende Bedeutung der Latinos in den USA: "Seit 2001 sind die Latinos, die meisten von ihnen Mexikaner oder Nachkommen von Mexikanern, die zweitgrößte ethnische Gruppe in den USA. Sehr zum Verdruss der Afro-Amerikaner, die damit auf Platz drei verdrängt wurden. Alarmiert zeigten sich aber auch manche Weißen, die glauben, dass die Latinos vom Mainstream amerikanischer Gebräuche abweichen. In seinem 2004 veröffentlichten einflussreichen Buch 'Who Are We?' ('Wer sind wir?') behauptete der Harvard-Professor Samuel Huntington, dass die Mexikaner die angelsächsisch-protestantischen Traditionen bedrohten. 'Mongrels, Bastards, Orphans, and Vagabonds' ('Mischlinge, Bastarde, Waisen und Vagabunden') ist ein viel klügeres, weniger paranoides Buch. Dennoch kommt es zu einer ähnlichen Einschätzung."

In weiteren Artikeln wird festgestellt, dass das große New Yorker Berlin-Festival bisher eher bei der geriatrischen Upper-Westside-Bevölkerung auf Interesse stößt und über die Auswirkungen des Drehbuchautoren-Streiks in New York nachgedacht. Ein Schwerpunkt ist der neuen Bedeutung der Technologie in Indien und China gewidmet. Dabei geht es unter anderem um E-Business in China, Handy-Begeisterung (und PC-Zurückhaltung) in Indien und darum, dass die indische und chinesische Ökonomie deutlich weniger avanciert sind, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Magazinrundschau vom 06.11.2007 - Economist

Ominös ragt Gottes Arm aus den Wolken, eine Handgranate in der Hand: "Die neuen Religionskriege" titelt der Economist. Die Rückkehr der Religion, stellt der Aufmacher fest, scheint unaufhaltsam: "Außerhalb Westeuropas ist die Religion in dramatischer Weise in die Öffentlichkeit zurückgekehrt. Im Jahr 1960 bat John F. Kennedy die Amerikaner, seinen Katholizismus als irrelevant zu behandeln; heute sitzt ein wiedergeborener Christ im Weißen Haus und seine mutmaßliche demokratische Nachfolgerin legt vor den Wählern Wert darauf, dass sie betet. Eine islamistische Partei regiert die einst säkulare Türkei; Hindu-Nationalisten könnten bei der nächsten Wahl in Indien an die Macht zurückkehren; mehr und mehr Kinder in Israel und Palästina besuchen religiös ausgerichtet Schulen, die ihnen erklären, dass Gott ihnen das Heilige Land geschenkt habe. Wenn es weitergeht wie bisher, wird China das größte christliche Land der Welt werden - und das größte muslimische möglicherweise auch."

In einem 18-seitigen Schwerpunkt zum Thema gibt es unter anderem Artikel zur Vielfalt des Christentums weltweit, zum israelisch-palästinensischen Konflikt und zur Religion in der Türkei.

Weitere Artikel: Auch offizielle Stellen in China scheinen inzwischen nicht mehr ganz überzeugt davon, dass das ungeheuer aufwendige Dreischluchten-Staudamm-Projekt eine rundum unproblematische Sache ist. Besprochen werden unter anderem Walter Russel Reads Buch "God and Gold" über die Welterfolge der Briten und Amerikaner, Brynjar Lias Biografie des Al-Qaida-Strategen Abu Mus'ab al-Suri "Architect of Global Jihad" und Bob Drogins Geschichte von "Curveball", dem irakischen Überläufer, der keiner war.

Magazinrundschau vom 30.10.2007 - Economist

Die Titelgeschichte konstatiert, dass die amerikanische Armee vor einer dringend notwendigen Kulturrevolution steht: "Gerade weil Amerika konventionellen Armeen so überlegen ist, erwartet Verteidigungsminister Robert Gates, dass die Gegner der USA sich immer stärker auf asymmetrische Kriegsführung konzentrieren werden. Amerika muss, mit anderen Worten, damit rechnen, endlose und enervierende Kriege gegen Aufständische zu führen, gegen die es keine klaren Siege und das stete Risiko der Demütigung gibt. Ein neues Handbuch zur Bekämpfung von Aufständen, dessen Ko-Autor General David Petraeus ist, also der im Moment für den Irak-Krieg verantwortliche Mann, widerspricht der Ansicht, dass Amerika kein 'nation building' betreibe. Der Kampf gegen Aufständische, ist da zu lesen, ist 'bewaffnete Sozialarbeit'. Es braucht dabei mehr Hirn als Muskelkraft, mehr Geduld als Aggressivität. Der ideale Soldat sollte weniger ein Terminator aus der Science Fiction als ein Intellektueller für die 'Doktoranden-Version des Krieges' sein, vorzugsweise ein Linguist mit Kenntnissen in Geschichte und Ethnologie."

Besprochen werden eine Londoner Ausstellung mit Fotografien aus dem China des Jahres 1979 von Eve Arnold im Asia House in London, Lucien X. Polastrons "etwas enttäuschende" Geschichte zerstörter Bibliotheken von der Antike bis in die Gegenwart, Robert Drapers distanziertes Buch "Dead Certain" über die Präsidentschaft von George W. Bush (der Rezensent lobt, dass Draper Bush wirklich "kapiert" habe). Einen Nachruf gibt es auf das südafrikanische Reggae-Idol Lucky Dube.

Magazinrundschau vom 16.10.2007 - Economist

Die amerikanische Linke sammelt sich - und zwar mit Hilfe des Internets, hat der Economist aus dem Buch "The Argument" des New-York-Times-Reporters Matt Bai gelernt. Dieser hat Graswurzelorganisationen wie zum Beispiel MoveOn.org untersucht: "Matt Bai zeigt, wie das Internet die Graswurzelpolitik verändert hat. Es gibt neuen Gruppen wütender Menschen - den verlässlichsten Fußsoldaten jeder politischen Kampagne - die Möglichkeit, sich zu finden und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die religiöse Rechte hat ihre Truppen schon immer in Kirchen und Mailinglisten sammeln können. Jetzt gelingt der Anti-Bush-Linken Ähnliches, und zwar online. Und die meisten der 'netroots' (der Online-Graswurzel-Aktivisten) sind nicht, wie man denken könnte, technikvernarrte Zwanzig- bis Dreißigjährige. Sie sind eher mittelalte Vorstädter, die sich mit ihren Nachbarn nicht mehr wohlfühlen. 'Wenn Studenten jemanden brauchten, um sich über das Elend des Lebens unter Bush auszutauschen, mussten sie nur über den Gang gehen', stellt Bai fest. 'Für die reichen Baby Boomer gibt es MoveOn.'"

In weiteren Artikel geht es unter anderem um den möglichen Verzicht der Musikindustrie auf Kopierschutzverfahren, die Annäherung Nestor Kirchners an die argentinischen Juden und die Probleme der SPD mit der Linkspartei in Deutschland. Die Titelgeschichte ist der wachsenden Kluft zwischen Armen und Reichen in China gewidmet. Besprochen wird Brian DePalmas Film "Redacted".

Magazinrundschau vom 09.10.2007 - Economist

Vieles deutet im Moment auf Hillary Clinton als erste Präsidentin der Vereinigten Staaten. Die Titelgeschichte porträtiert sie als überaus geschickte Strategin, die zwar noch immer von vielen gehasst wird, den Konservativen aber längst entgegenkommt: "Die Aspirantin Clinton positioniert sich nicht als Feministin. Sie betont, dass sie im Militär-Kommittee des Senats sitzt. Unter den demokratischen Kandidaten vertritt sie in Militärfragen entschieden die härteste Linie. Die meisten Amerikaner können sich eine Präsidentin sehr gut vorstellen (wenn auch nicht unbedingt diese). Und im Feld der Präsidentschaftskandidaten finden sich eine Reihe irgendwie 'anderer' Figuren, von John McCain, dem ältesten Mann, der je kandidierte, zu Rudy Giuliani, dem am häufigsten geschiedenen, Mitt Romney, der Mormone ist, und Dennis Kucinich, der, nun ja, Dennis Kucinich ist."

In weiteren Artikeln geht es um Abu Dhabis Versuch, sich als regionale Medienmacht zu etablieren, und um den in Berlin lebenden und weltweit agierenden Künstler Olafur Eliasson.

Besprochen werden unter anderem Judith Herrins Geschichte des Byzantinischen Reichs, David Halberstams posthum veröffentlichte Geschichte des Korea-Kriegs "The Coldest Winter", Arthur Lycetts Arthur-Conan-Doyle-Biografie und Conor O'Clerys Biografie des philantropischen Milliardärs Chuck Feeney.

Magazinrundschau vom 02.10.2007 - Economist

In der Türkei machen sich die Liberalen Sorgen über eine mögliche Islamisierung des Landes. Das hält der Economist für übertrieben - "aber sogar liberale Intellektuelle klingen inzwischen nervös. Yesim Arat, Politologin an der Bosporus-Universität (mehr hier und hier), die selbst nichts vom Kopftuch-Verbot hält, sieht den Versuch, es in der neuen Verfassung zurückzunehmen, kritisch. Das Kopftuch wird in Übereinstimmung mit den Gesetzen des Islam getragen. 'Wenn es in die Verfassung aufgenommen wird, schafft man Gesetze auf der Grundlage religiöser Vorschriften', sagt Arat. 'Das ist sehr problematisch'. "

In weiteren Artikeln geht es unter anderem um den Fall der "Jena Six" und den Rassimus in den USA, die nicht ganz einfache Lage der Zeitschriftenverlage in Zeiten des Internet, die linke Bewegung MoveOn.org (Website), die gerade wegen einer allzu günstigen New-York-Times-Anzeige in den Schlagzeilen ist, und den Einfluss der "Israel-Lobby" auf die aktuelle US-Politik. Besprochen werden unter anderem Sophie Gees historischer Roman "The Scandal of the Season" und Greg Behrmans Geschichte des Marshall-Plans.

Magazinrundschau vom 25.09.2007 - Economist

In China kommt es in auffälliger Häufung zu Attentaten an Schulen. Vieles, meint er Economist, deutet darauf hin, dass es sich um ein Zeichen für die Probleme einer sich entsolidarisierenden Gesellschaft handelt. "Am 13. September warf ein Mann in einer Kleinstadt in Zentralchina sechs Kinder vom Balkon ihrer Schule. Ein neun Jahre altes Mädchen starb dabei, zwei andere wurden schwer verletzt... Diese letzte Attacke in Hongqiao in der Provinz Hunan war mindestens die fünfte ihrer Art seit Mitte Juni. In den anderen Fällen drangen Erwachsene mit Messern oder, in einem Fall, einem Sechskantschlüssel auf das Schulgelände ein. Vier Kinder starben und rund 30 wurden verletzt... Experten sagen, dass die einsamen Attentäter oft Menschen sind, die sich in einer Gesellschaft, in der es vielen anderen viel besser geht als ihnen, ohnmächtig und entfremdet fühlen."

Weitere Artikel: Zum Beginn einer Serie zu den Folgen des 11. September für die freiheitliche Gesellschaft fragt ein Artikel "Ist Folter je gerechtfertigt?". In London hat ein Flagship-Store des Playboy eröffnet, in dem es aber geradzu beängstigend sauber und gesittet zugeht.

Besprochen werden Alan Greenspans "unerwartet gut lesbare" Autobiografie, Eric D. Weitz' Geschichte der Weimarer Republik in einem Band und das neueste - nach Ansicht des Economist eher enttäuschende - Buch des Sprachwissenschaftspopularisierers Steven Pinker.