Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 17 von 43

Magazinrundschau vom 11.03.2008 - Economist

Der Titel fragt: "Was bremst Indien?" und der Economist gibt in der Titelgeschichte und einem weiteren Artikel die Antwort: vor allem sein Verwaltungsmoloch. "Ja, Indiens Verwaltung ist ausnahmslos ineffizient. Den Schätzungen der von der Kongress-Partei geführten Regierung zufolge erreichen nur geringe Teile der Gelder für Entwicklungsmaßnahmen ihre Empfänger. Der Rest wird von einer riesigen, tumorartigen Bürokratie aufgesaugt oder umgelenkt. Indien ist bemüht um umfassende Gesundheitsversorgung, um Wasser und Erziehung für alle; die Verwaltung sorgt aber dafür, dass nur fünf Länder auf der Welt einen geringeren Anteil an Ausgaben für Gesundheit im öffentlichen Sektor haben; dass mehr als die Hälfte der in Städten aufwachsenden Kinder privat unterrichtet werden; und dass fast die gesamten Investitionen in Bewässerungsanlagen privat sind."

Weitere Artikel: In einer Technologie-Beilage geht es unter anderem um die Frage, ob die Wikipedia nach möglichst großer Vollständigkeit oder möglichst großer Seriosität streben sollte. Vorgestellt werden Forschungen, die herausfanden, dass man auf Websites besser neue Artikel als beliebte Artikel ganz nach oben stellt. Besprochen werden unter anderem die Ausstellung mit Gemälden des späten Tizian in Venedig, Michael Burleighs "enttäuschendes" Buch "Blut und Empörung: Eine Kulturgeschichte des Terrorismus" und Michio Kakus populärwissenschaftliche Studie über die "Physik des Unmöglichen" - in dem man erfährt, dass außer dem Perpetuum Mobile und Hellsehen eigentlich gar nichts physikalisch undenkbar scheint.

Magazinrundschau vom 26.02.2008 - Economist

In einem ausführlichen Artikel werden die - sehr langsamen - Fortschritte Hollywoods in Richtung legaler Download-Angebote vorgestellt. Der Durchbruch dieses Vertriebswegs steht keineswegs unmittelbar bevor, aber immerhin tut sich was: "Zweifellos wird Hollywood noch ein paar Jahre brauchen, bis es genau weiß, wie es Filme im Internet anbieten will. In der Zwischenzeit bereiten sich Studios und Läden darauf vor, Film-Download-Kioske einzurichten, die mit Flash-Memory funktionieren. Eine Reihe von Firmen... haben die Download-Zeiten auf wenige Minuten reduziert, Porto Media aus Irland behauptet, sie schafften einen Film in siebzehn Sekunden. Die Idee besteht darin, solche Kioske in Läden, Flughäfen und an Tankstellen zu platzieren. Bei Porto Media werden die Filme auf winzige Geräte geladen, die man dann in eine Docking-Station am Fernseher stecken kann. Die Kioske würden mehr Titel als herkömmliche Videoläden bereithalten und es wäre niemals ein Film ausverkauft."

Besprochen werden unter anderem "Eine Welt ohne Armut", Muhammad Yunus' Buch über soziales Unternehmertum, Tim Harfords "Die Logik des Lebens", eine populärwissenschaftliche Einführung in die ökonomischen Grundlagen des Alltags sowie Nick Davies' Abrechnung mit dem Berufsstand der Journalisten "Nachrichten von der Erdscheibe", die man im Economist etwas zu schwarzmalerisch findet: "Es gibt eine merkliche Sehnsucht nach einem goldenen Zeitalter, das niemals wirklich existiert hat."

In der Titelgeschichte "Castros Erbe" beklagt der Economist die vom Castro-Regime angerichteten Schäden und fordert die Aufhebung des Embargos gegen Kuba.

Magazinrundschau vom 19.02.2008 - Economist

Als so klug wie lesbar beurteilt der Economist das autobiografisch-essayistische Buch "Imagining Nabokov. Russia Between Art and Politics" von Nina Chruschtschewa, Chruschtschows Ur-Großenkelin: "Das zentrale Argument Chruschtschewas lautet, dass Nabokov die Kluft zwischen dem zaristischen - dem mystischen, feudalen und isolierten - Russland und dem Westen sehr viel besser überbrückt als die erzwungene Modernisierung in Gestalt des Kommunismus, der chaotische Schock-Kapitalismus der 1990er oder das autoritäre Selbstbewusstsein der Putin-Ära. Nabokov, glaubt sie, personifziert die Zukunft Russlands in diesem Jahrhundert: ein Ort, an dem die 'Indifferenz gegenüber der Demokratie' mit 'gütigen Helden' ausbalanciert wird. Ungefähr wie in Nabokovs vielleicht größter Figur Timofei Pnin, einem akademischen Emigranten, der Amerika so begeistert wie ratlos gegenübersteht."

In weiteren Artikeln geht es unter anderem um die Krise der anglikanischen Kirche, die endgültige Abschaffung des Elektrischen Stuhls als Hinrichtungsinstrument in den USA, und darum, dass nach den gerade befriedeten Drehbuchautoren bald die Hollywood-Schauspieler streiken könnten. Rezensionen gibt es etwa zu Benazir Bhuttos postumem Buch mit dem nun bitter ironisch klingenden Titel "Versöhnung", Peter Careys neuem Roman "His Illegal Self" und zu George Romeros jüngstem Zombie-Film "Diary of the Dead".

Der Titel zeigt Barack Obama und fragt: "Aber würde er die Versprechen erfüllen?"

Magazinrundschau vom 05.02.2008 - Economist

Gleich zwei Bücher, Mark Sagemans "Führerloser Dschihad" und "Der Fünf-Fronten-Krieg" von Daniel Byman, untersuchen die Terror-Netzwerke von heute und morgen und zerstören dabei, wie der Economist in seiner Besprechung ausführt, den einen oder anderen Mythos über ihr Funktionieren: "Es wäre ja vielleicht tröstlich zu glauben, dass zornige junge Islamisten verrückte Psychopathen oder sexuell ausgehungerte Heranwachsende sind, die in finsteren Koranschulen gehirngewaschen werden. Mark Sageman aber... räumt in seinem beunruhigenden Bericht mit diesen und anderen Mythen auf. Er erklärt, wie Al-Quaida sich von einer Organisation unter Führung von Osama Bin Laden in eine amorphe Bewegung verwandelt hat - einen 'führerlosen Dschihad'."

Weitere Artikel: Das chinesische Internet hat inzwischen 210 Millionen Nutzer - die sich, wie der Economist weiß, kaum für nur rudimentär existierendes Online-Shopping, aber sehr für illegale Downloads ausländischer Filme, Klingeltöne, Online-Communities und Online-Multiplayer-Spiele interessieren. Besprochen werden unter anderem Marcus du Sautoys mathematische Geschichte der Symmetrie "Den Mondschein finden", Brett Kahrs psychologische Untersuchung "Wer hat in deinem Kopf geschlafen" über sexuelle Fantasien und Peter Ackroyds kurze Biografie von Edgar Allan Poe mit dem Titel: "Poe: Ein abgekürztes Leben".

Die Titelgeschichte fragt, von einer Bombe mit brennender Zündschnur illustriert: "Hat der Iran gewonnen?"

Magazinrundschau vom 29.01.2008 - Economist

Der Economist schildert das ziemlich einzigartige Scheitern Rupert Murdochs beim Versuch, den chinesischen Medienmarkt zu erobern: "Die Chinesen ließen ihn großzügig in Internet- und Softwarefirmen investieren und bedankten sich für das wertvolle Know-How, das sie dadurch erlangten. Die Management-Strukturen bei Murdoch leuchteten ihnen ganz außerordentlich ein, weil sie den ihren genau glichen: ein Sonnenkönig im Zentrum mit Bewunderern darum herum. Die Chinesen waren hervorragende Geschäftsleute, aber sie wollten, dass die in China erzielten Profite auch in China blieben. Rupert Murdoch gelang es nicht, jene Konzessionen zu erhalten, die er normalerweise für freundliche Berichterstattung über Präsidenten und Premierminister im Westen erhielt. Der Murdoch-Charme war auf den höchsten Regierungsebenen in Australien, Amerika und Großbritannien erfolgreich gewesen. In China hat er versagt."

Ganz knapp besprochen werden zum selben Thema Ratgeber zum Wirtschaften in und mit China. Eine weitere Rezension stellt wenig überzeugt Tarun Khannas Studie zur glänzenden Zukunft chinesisch-indischer Wirtschaftszusammenarbeit vor.

Weitere Artikel: Eine Studie, über die der Economist informiert, hat herausgefunden, dass sich der Erfolg, den Manager haben, ziemlich genau aus ihrer Physiognomie vorhersagen lässt. Recht ausführlich vorgestellt wird Craig Venters erfolgreiches Projekt zur künstlichen Genom-Herstellung. Besprochen werden Andrzej Wajdas auch im Wettbewerb der kommenden Berlinale zu sehender Historienfilm "Katyn", die Parmigianino-Ausstellung in der New Yorker Frick Collection und A.L. Kennedys neuer Roman "Day".

Magazinrundschau vom 22.01.2008 - Economist

Lässt sich ethisch gutes und ökonomisch effizientes Handeln verbinden? Daniel Franklin schildert in diesem Zusammenhang Ursachen des Booms der sogenannten CSR (corporate social responsibility, also etwa: sozialverantwortlichen Unternehmertums): "Die Skandale bei Enron, WorlCom und anderswo haben das Vertrauen in die großen Firmen beschädigt und zu schwerfälligen Maßnahmen der Regierungen geführt. Eine stetig wachsende Armee von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) steht bereit, um sich beim geringsten Anzeichen von Fehlverhalten in die Schlacht gegen multinationale Konzerne zu werfen.... Die Unternehmen stehen unter schärferer Beobachtung denn je zuvor. Peinliche Nachrichten von irgendwo auf der Welt - etwa ein Kind, das bei der Arbeit an einem Kleidungsstück mit dem Markenlogo zu sehen ist - können von Kameras eingefangen und in Windeseile im Internet verbreitet werden." Vorgestellt werden unter anderem der Siegeszug von SCR allgemein sowie konkrete Sozialprojekte mehrerer Firmen und Larry Brilliant, der Leiter von Google.org.

Weitere Artikel: Der spanischsprachige Buchmarkt boomt, erfahren wir, aber das Wachstumspotenzial bleibt riesig: "Der Markt für spanischsprachige Bücher gilt als der zweitgrößte der Welt. Und es ist der größte für Übersetzungen, die etwa ein Fünftel der 120.000 Titel ausmachen, die jährlich veröffentlicht werden." Außerdem geht es um den Misserfolg von Gratiszeitungen in den USA und Forschungen, die zum Ergebnis kommen, dass uns teure Sachen schon deshalb besser gefallen, weil sie teurer sind. Besprochen werden unter anderem Bücher für und gegen das Glück, die Autobiografie von Clarissa Eden und neue Kriminalliteratur.
Stichwörter: Buchmarkt, Kriminalliteratur, Ngos, Ngo

Magazinrundschau vom 15.01.2008 - Economist

Für einen oberflächlichen Blick sieht es so aus, als müsste man sich um eine islamische Radikalisierung Indonesiens Sorgen machen. Islamistengruppen verüben Anschläge und wollen nicht nur Einheimischen das Tragen von Bikinis verbieten. Auf den zweiten Blick aber stellt sich, wie der Economist versichert, alles weit weniger dramatisch dar: "Indonesien ist ein riesiges und komplexes Land mit vielen internen Unterschieden, und die Radikalen sind, auch wenn sie eine halb-offizielle Plattform haben, eine kleine und nicht sehr einflussreiche Minderheit. Sehr vieles deutet darauf hin, dass sie keinen Erfolg haben werden: Nicht nur die Radikalen, sondern auch die Liberalen haben Durchsetzungsvermögen. Sie haben gerade die Schlacht um ein 'Pornografie'-Gesetz gewonnen, das die Islamisten 2006 einbrachten. Es hätte nicht nur Bikinis und kurze Röcke - auch für nicht-muslimische Frauen - verboten, sondern auch die traditionellen Tänze der Hindu-Minorität..."

Weitere Artikel: Wir erfahren, wie es um die Musikindustrie steht und welche Transformationen noch zu erwarten sind. Mit ein wenig Verspätung wird die Kündigung des Vertrags von Stefan Aust beim Spiegel geschildert. David Anderegg hat ein Buch über Nerds geschrieben - Untertitel: "Wer sie sind und warum wir mehr von ihnen brauchen" - und beklagt ihr schlechtes Image, das nämlich dazu führt, "dass immer weniger Amerikaner Naturwissenschaften studieren". Besprochen werden die Übersetzung von Bernhard Schlinks Roman "Die Heimkehr" (der als "verführerisch undurchsichtig" gelobt wird), zwei Bücher zur amerikanischen Geschichte und Roberto Savianos Camorra-Reportage "Gomorrah". Ein Nachruf würdigt den im angelsächsischen Sprachraum äußerst populären Autor George Macdonald Fraser, der dem fiktionalen, das 19. Jahrhundert unsicher machenden Abenteurer Flashman in vielen Romanen Leben verlieh.

Die Titelgeschichte mit der Schlagzeile "Noch völlig offen" ist dem US-PräsidentschaftskandidatInnen-Wahlkampf gewidmet. Mehrere weitere Artikel beleuchten das Ereignis unter Gesichtspunkten wie "Obamamania", "Das Comeback-Kid, Teil 2" oder "The Mac is Back".

Magazinrundschau vom 08.01.2008 - Economist

Der an der Columbia Universität lehrende amerikanische Soziologe Sudhir Ventakesh berichtet in seinem vom Economist besprochenen Buch "Gang-Leader For A Day" über seine Feldforschung im - inzwischen abgerissenen - Sozialbauprojekt Robert Taylor in Chicago: "Das Projekt hatte sein eigenes Wirtschaftssystem. In dem Gebäude, auf das er sich für seine Forschung konzentrierte, wurde natürlich Crack gedealt - eine bestens organisierte Angelegenheit. Darüber hinaus gab es eine ganze Reihe informellerer Geschäfte, vom Tauschhandel unter Müttern - du kümmerst dich zwei Tage um meine Kinder und ich gebe dir Essen für fünf - bis hin zu den Hausbesetzern, die für Reparaturen zuständig waren. Das Gebäude hatte auch sein eigenes Steuersystem; [Gang-Leader] J.T. und Frau Bailey, die Anführerin der Mieter, bekamen einen Anteil an den meisten der stattfindenden Transaktionen."

Hoch interessant findet der Economist auch ein Buch des Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Sowells Buch über "Fakten und Fehlschlüsse in der Ökonomie". Keine Frage, dass Sowells Marktradikalismus viele erzürnen werde. Kapitel für Kapitel gebe es jedoch verblüffende Einsichten und Statistiken wie die folgende: "Heute haben nie verheiratete, kinderlose Akademikerinnen zwischen vierzig und vierundsechzig ein um 7.000 Dollar höheres Einkommen als Männer in vergleichbarer Lage."

Weitere Artikel: Wir erfahren, welche Chancen und Probleme der Zustrom russischer Juden nach Deutschland für die jüdischen Gemeinden hierzulande mit sich bringt. Vorgestellt wird die pfingstlich inspirierte Universale Kirche (spanische Website) Brasiliens, die sich mit Erfolg an die Erfolgs- und Aufstiegsorientierten in Lateinamerika wendet. Besprochen werden die Ausstellung deutscher expressionistischer Kunst aus dem Ersten Weltkrieg im Pariser Musee Maillol und ein Buch über den pakistanischen "Nuklear-Dschihadisten" Abdul Qadeer Khan, der Atombomben-Informationen an Iran, Libyen und Norkorea verriet.

Magazinrundschau vom 18.12.2007 - Economist

Eine linguistische Analyse der Universität Nizza zeigt, dass Nicolas Sarkozy auch sprachlich alles anders macht als seine Vorgänger. Er liebt Verben und das häufigste Wort in seinen Reden lautet "Ich", gefolgt von "will". Außerdem: "Unter all den Neuerungen unter Präsident Nicolas Sarkozy ist eine der verblüffenderen der Niedergang des abstrakten Substantivs. In der Vergangenheit kam kein französischer Präsident in seinen Reden ohne reichlich Schicksal und Geschichte aus. Jacques Chirac gelang es einmal, in einer Rede sage und schreibe 13 abstrakte Substantive - Einheit, Freiheit, Menschlichkeit und so weiter - in einem einzigen Satz unterzubringen. (...) Sarkozy dagegen verzichtete auf den 18 Seiten seiner ersten großen Rede zur Außenpolitik gänzlich auf Worte wie Ruhm und Größe." Möglicherweise, grübelt der Economist, verändert Sarkozy gerade die französische Tradition des Konzeptualismus.

Und es gibt einen ganz wunderbaren Nachruf auf Karlheinz Stockhausen, den Mann, der "Töne fand, die man nie zuvor gehört hatte": "Sein berühmtestes Stück, und vielleicht sein populärstes - auch wenn er nie populär war - war 'Stimmung' von 1968, ein Stück für sechs Vokalsolisten die einen sechstimmigen Akkord auf dem Ton b singen, was sich manchmal wie ein Didgeridoo anhört und manchmal, als blase man über einen Flaschenhals. Die schönsten Harmonien wurde so unterbrochen:
'Pi peri pi pi: über meinen Baum
Lass' doch ruhig laufen
Gott ist das warm'
Kein Wunder, dass Sir Thomas Beecham auf die Frage, ob er jemals etwas von Stockhausen dirigiert hätte, antwortete, nein, aber er sei vielleicht schon mal in etwas reingetreten." Ein Konzert mit Werken von Stockhausen kann man online noch bis zum 22. Dezember bei der BBC hören!

Besprochen werden Karen Armstrongs Biografie der Bibel und Benjamin J. Kaplans Geschichte der religiösen Toleranz im frühmodernen Europa. Rezensionen gibt es auch zu Denise Affoncos Buch über ihr Überleben unter den Roten Khmer und zu einer Ausgabe der Briefe des Dramatikers Noel Coward.

Magazinrundschau vom 11.12.2007 - Economist

Die Lebensmittel- und insbesondere die Getreidepreise steigen weltweit. Die Titelgeschichte untersucht Gefahren und Chancen dieser Entwicklung - und weist auch auf einen wichtigen Verursacher hin: "Der Preisanstieg ist auch das selbstverschuldete Ergebnis der rücksichtslosen Ethanol-Subventionierung in den USA. In diesem Jahr wird ein Drittel der amerikanischen (Rekord-) Maisernte in Biokraftstoff umgewandelt. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Lebensmittelmarkt. Mit einer Ethanol-Tankfüllung eines Geländewagens wird eine Menge Mais verbraucht, von der sich eine Person ein ganzes Jahr lang ernähren könnte. Und das hat mittelbare Auswirkungen, da die Landwirte von anderem Getreide auf Mais umschwenken. Die zusätzlich 30 Millionen Tonnen Mais, die in diesem Jahr in Ethanol umgewandelt werden, machen nicht weniger als die Hälfte des Rückgangs in der weltweiten Getreideproduktion aus."

Weitere Artikel: Die Redaktion stellt ihre Bücher des Jahres vor: Die Liste ist recht lang, die Kommentare sind mit zwei bis drei Zeilen pro Buch aber kurz. Daneben steht die nicht ganz unbeeindruckende Liste der von Economist-Redakteuren und -Autoren im letzten Jahr verfassten Bücher. Im Artikel "World of Dealcraft" geht es um die sich rasant verändernde Videospiel-Ökonomie. Analysiert werden die Gründe für Hugo Chavez' Niederlage beim Referendum, das ihn zum Präsidenten auf Lebenszeit hätte machen sollen. Einen Nachruf gibt es auf den Stuntman Evel Knievel.