
Eine linguistische Analyse der Universität Nizza
zeigt, dass
Nicolas Sarkozy auch sprachlich alles anders macht als seine Vorgänger. Er
liebt Verben und das häufigste Wort in seinen Reden lautet "Ich", gefolgt von "will". Außerdem: "Unter all den Neuerungen unter Präsident Nicolas Sarkozy ist eine der verblüffenderen der Niedergang des
abstrakten Substantivs. In der Vergangenheit kam kein französischer Präsident in seinen Reden ohne reichlich Schicksal und Geschichte aus. Jacques Chirac gelang es einmal, in einer Rede sage und schreibe 13 abstrakte Substantive - Einheit, Freiheit, Menschlichkeit und so weiter - in einem einzigen Satz unterzubringen. (...) Sarkozy dagegen verzichtete auf den 18 Seiten seiner ersten großen Rede zur Außenpolitik gänzlich auf Worte wie
Ruhm und Größe." Möglicherweise, grübelt der Economist, verändert Sarkozy gerade die französische Tradition des
Konzeptualismus.
Und es gibt einen ganz wunderbaren
Nachruf auf
Karlheinz Stockhausen, den Mann, der "Töne fand, die man nie zuvor gehört hatte": "Sein berühmtestes Stück, und vielleicht sein populärstes - auch wenn er nie populär war - war 'Stimmung' von 1968, ein Stück für sechs Vokalsolisten die einen sechstimmigen Akkord auf dem Ton b singen, was sich manchmal wie ein Didgeridoo anhört und manchmal, als blase man über einen Flaschenhals. Die
schönsten Harmonien wurde so unterbrochen:
'Pi peri pi pi: über meinen Baum
Lass' doch ruhig laufen
Gott ist das warm'
Kein Wunder, dass
Sir Thomas Beecham auf die Frage, ob er jemals etwas von Stockhausen dirigiert hätte, antwortete, nein, aber er sei vielleicht schon mal in etwas reingetreten." Ein
Konzert mit Werken von Stockhausen kann man
online noch bis zum 22. Dezember
bei der BBC hören!
Besprochen werden Karen Armstrongs
Biografie der
Bibel und Benjamin J. Kaplans
Geschichte der
religiösen Toleranz im frühmodernen Europa. Rezensionen gibt es auch zu Denise Affoncos
Buch über ihr Überleben unter den
Roten Khmer und zu einer
Ausgabe der Briefe des Dramatikers
Noel Coward.