
Die Coverstory dieses Heftes über den "sensationellen Erfolg" der Republikaner bei den
Kongress-Wahlen, ist leider nur im Druck zu lesen. Freigegeben ist dagegen der
Special Report , der
George Bushs Chancen analysiert, nach seinem Wahlerfolg Amerikas politischen Stillstand aufzuheben.
In einem
Artikel zum Verhältnis zwischen den
Vereinigten Staaten und
Saudi Arabien wird die Haltung der Saudis analysiert, die mal Hüh und mal Hott sagen zu einer Unterstüzung für einen amerikanischen Krieg gegen den
Irak. "Lässt man alle innenpolitischen Gründe beiseite, ist für die Saudis ziemlich klar, dass ein Sturz von Hussein nicht wirklich in ihrem Interesse sein kann. Das Königreich leidet unter einer
enorm angewachsenen Arbeitslosigkeit und sinkenden Lebensstandards. Die Ölflut, die sich aus einem 'befreiten' Irak - dem einzigen Land, dessen Reserven denen der Saudis nahe kommen - ergießen würde, könnte sich verheerend auswirken. Außerdem wäre ein pluralistischer,
pro-westlicher Irak, sollte es je zu einem solchen kommen, eine Herausforderung nicht nur der
saudischen Autokratie, sondern auch eine Gefährdung der bisher dominanten
strategischen Position des Königreichs."
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die
Besprechung zweier Buchtitel zu Saddam Hussein. Es geht um
Kenneth Pollacks "The threatening storm, the case for invading Iraq" und
Con Coughlins Biografie des irakischen Diktators, "King of Terror". Pollack argumentiert
für einen Krieg gegen den Irak unter der Voraussetzung, dass sich die Vereinigten Staaten anschließend um einen
Aufbau des Landes kümmern, und das heißt, sehr viel Geld zu investieren; ungefähr 300 000 Besatzungssoldaten, so rechnet Pollack vor, plus Gelder für den Wiederaufbaus eines zerstörten Landes. Ziemlich ausführlich wird das alles vorgerechnet, meint der Economist, "aber wer eine
kühle, detaillierte und kenntnisreiche Analyse der Optionen für den Irak sucht - hier ist sie". Und wem dieses Buch zu blutleer daher kommt, greife zum "King of Terror", in dem unter anderem erzählt wird, welche
Torturen Saddam Hussein seinem Volk zugemutet hat, - und sich selbst. Letztere Zumutung besteht darin, im Verlauf von drei Jahren
vierundzwanzig Liter Blut gespendet zu haben, - um eine
Korankopie daraus schreiben zu lassen, die in einem Seitentrakt der Gedenkmoschee namens "Mutter aller Schlachten" ausliegt...
Ein weiterer, weniger blutiger
Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob
Microsoft seine dominante Position halten kann oder ähnlich auf kleineres Format zurechtgestutzt werden wird wie
IBM in den achtziger Jahren. Und in einem
Bericht über den Prozess gegen den früheren
Butler Lady Dianas finden wir ein kühles Bekenntnis zu einem
republikanischen Britannien: "... das Gefühl wächst, dass die Monarchie zu einer schlampig geschriebenen Soap opera herunterkommt. Wenn die Zuschauer müde oder genervt sind, werden sie
abschalten. Und das sollten sie auch." Und lesen dürfen wir schließlich noch einen höflichen aber harten
Verriss des neuen Buchs von
Naomi Klein.
Nur im Druck: ein Artikel über die
deutsch-französische Freundschaft und über die
Lufthansa ("flies high").