Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 40 von 43

Magazinrundschau vom 02.12.2002 - Economist

"Kaum ein Tag vergeht in New York ohne Proteste." Denn New York steckt in der finanziellen Krise, und die Lösungsvorschläge der Lokalpolitiker stimmen niemanden fröhlich, berichtet der Economist. Und doch - die Opferbereitschaft der New Yorker sei erstaunlich hoch, was sich vor allem in Anbetracht des Anschlags auf das World Trade Center erklären lasse. Dies birgt für den Economist jedoch die Gefahr, "die Auswirkung des Anschlags auf das World Trade Center zu übertreiben und die langfristige Unausgeglichenheit des Haushalts zu ignorieren. Trotz aller schlechten Nachrichten geht es weder der nationalen noch der lokalen Wirtschaft sonderlich schlecht. Der Arbeitslosenanteil in der Stadt liegt unter acht Prozent, tiefer als vor fünf Jahren. Die gegenwärtige Krise entspringt nicht der Wirtschaft, sondern armseligen politischen Entscheidungen."

Der Aufmacher der Printausgabe beschäftigt sich mit den angesichts der bioterroristischen Bedrohung getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Der einzige Artikel, der zu diesem Thema online zu lesen ist, zeigt die amerikanische Vorreiterrolle in Sachen Sicherheitsvorkehrungen auf.

Weitere Artikel: Hundert Jahr - falsches Haar: der bald 100-jährige republikanische Kongress-Abgeordnete Strom Thurmond wird mit zweifellos gemischten Gefühlen porträtiert. Und Wandlung in der Nahrungskette: Aus FPÖ-Beute Wolfgang Schüssel ist ein FPÖ-Jäger geworden, so ein Kommentar zum Österreichs Wahlausgang. Nur im Print lesen dürfen wir einen Artikel über Deutschlands mächtige Gewerkschaften.

Magazinrundschau vom 25.11.2002 - Economist

Der Aufmacher ist einer neuen Art von Computer gewidmet: dem Taschen-PC, der eine Kombination aus Computer und Mobiltelefon sein wird. Zwar ist das alles zur Zeit noch recht teuer, aber "der Zusammenstoß der Computer- und Mobilphone-Industrien wird wahrscheinlich zu einer Innovationsflut führen, und die beiden Lager werden sich gegenseitig darin überbieten, ein wahrhaft individuelles Computer- und Kommunikationsmittelgerät zu schaffen, das einen weit größeren Reiz besitzen wird als der fälschlich so genannte persönliche Computer. Und während die Titanen es miteinander auskämpfen, werden die Konsumenten am Ende die Sieger sein", meint der Economist mit typisch optimistischem Blick auf den neuesten Coup des globalen Marktes. Die Titanen, das sind Nokia und Microsoft, deren Kampf um die digitale Vorherrschaft der Economist einen Special Report gewidmet hat.

Weitere Artikel: warum die britische Industrie keinen Grund hat, sich über die Regierung zu beschweren, ob das neu gegründete Department of Homeland Security den USA wirklich mehr Sicherheit bringt, und wer die größten Exzentriker Englands sind. Vom neuesten Tabubruch in Deutschland, bei dem es um die Aufarbeitung der Leiden der Zivilbevölkerung während des Krieges geht, lesen wir leider nur im Druck.

Magazinrundschau vom 18.11.2002 - Economist

Der Economist fordert, Saddam jetzt endlich "an die Angel" zu bekommen. Hin und hergewendet werden Argumente, wie und ob Saddam sich auf eine wirklich gründliche Abrüstung beziehungsweise Zerstörung seiner illegalen Waffen-Arsenale einlassen wird und was jeweils die Reaktion der Welt, insbesondere Amerikas sein sollte. Der Economist ist da, wie seit Wochen schon, sehr klar auf Seiten eines auch unilateralen militärischen Vorgehens der USA. Er schließt: "Nach 1991 hatte Amerika woanders derart viel zu tun - Ende der Sowjetunion, Wiedervereinigung Deutschlands, Kriege auf dem Balkan - dass es seinen Griff auf den Irak lockerte. Es sollte nicht wagen, diesen Fehler zu wiederholen."

Weitere Artikel: Beschrieben wird Deutschlands stolpernde Regierung: "Nie zuvor ist in der modernen deutschen Geschichte eine Regierung derart fehlgestartet." Wir lesen eine Analyse der Gespaltenheit Frankreichs und einen Artikel der sich mit der Frage beschäftigt, "warum wir Paris lieben" (angeblich, weil die französische Hauptstadt immer schon stand für das Gefühl, dass früher alles schöner war). Schließlich bekommen wir erklärt, warum Viagra den Artenschutz fördert: Es hat nämlich traditionelle Mittel wie etwa Nashornmehl als Aphrodisiak ersetzt- auch eine Art Nebenwirkung ...

Nur im Druck: der special report zu den USA und Irak und ein Nachruf auf Rudolf Augstein.

Magazinrundschau vom 11.11.2002 - Economist

Die Coverstory dieses Heftes über den "sensationellen Erfolg" der Republikaner bei den Kongress-Wahlen, ist leider nur im Druck zu lesen. Freigegeben ist dagegen der Special Report , der George Bushs Chancen analysiert, nach seinem Wahlerfolg Amerikas politischen Stillstand aufzuheben.

In einem Artikel zum Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi Arabien wird die Haltung der Saudis analysiert, die mal Hüh und mal Hott sagen zu einer Unterstüzung für einen amerikanischen Krieg gegen den Irak. "Lässt man alle innenpolitischen Gründe beiseite, ist für die Saudis ziemlich klar, dass ein Sturz von Hussein nicht wirklich in ihrem Interesse sein kann. Das Königreich leidet unter einer enorm angewachsenen Arbeitslosigkeit und sinkenden Lebensstandards. Die Ölflut, die sich aus einem 'befreiten' Irak - dem einzigen Land, dessen Reserven denen der Saudis nahe kommen - ergießen würde, könnte sich verheerend auswirken. Außerdem wäre ein pluralistischer, pro-westlicher Irak, sollte es je zu einem solchen kommen, eine Herausforderung nicht nur der saudischen Autokratie, sondern auch eine Gefährdung der bisher dominanten strategischen Position des Königreichs."

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Besprechung zweier Buchtitel zu Saddam Hussein. Es geht um Kenneth Pollacks "The threatening storm, the case for invading Iraq" und Con Coughlins Biografie des irakischen Diktators, "King of Terror". Pollack argumentiert für einen Krieg gegen den Irak unter der Voraussetzung, dass sich die Vereinigten Staaten anschließend um einen Aufbau des Landes kümmern, und das heißt, sehr viel Geld zu investieren; ungefähr 300 000 Besatzungssoldaten, so rechnet Pollack vor, plus Gelder für den Wiederaufbaus eines zerstörten Landes. Ziemlich ausführlich wird das alles vorgerechnet, meint der Economist, "aber wer eine kühle, detaillierte und kenntnisreiche Analyse der Optionen für den Irak sucht - hier ist sie". Und wem dieses Buch zu blutleer daher kommt, greife zum "King of Terror", in dem unter anderem erzählt wird, welche Torturen Saddam Hussein seinem Volk zugemutet hat, - und sich selbst. Letztere Zumutung besteht darin, im Verlauf von drei Jahren vierundzwanzig Liter Blut gespendet zu haben, - um eine Korankopie daraus schreiben zu lassen, die in einem Seitentrakt der Gedenkmoschee namens "Mutter aller Schlachten" ausliegt...

Ein weiterer, weniger blutiger Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob Microsoft seine dominante Position halten kann oder ähnlich auf kleineres Format zurechtgestutzt werden wird wie IBM in den achtziger Jahren. Und in einem Bericht über den Prozess gegen den früheren Butler Lady Dianas finden wir ein kühles Bekenntnis zu einem republikanischen Britannien: "... das Gefühl wächst, dass die Monarchie zu einer schlampig geschriebenen Soap opera herunterkommt. Wenn die Zuschauer müde oder genervt sind, werden sie abschalten. Und das sollten sie auch." Und lesen dürfen wir schließlich noch einen höflichen aber harten Verriss des neuen Buchs von Naomi Klein.

Nur im Druck: ein Artikel über die deutsch-französische Freundschaft und über die Lufthansa ("flies high").

Magazinrundschau vom 04.11.2002 - Economist

Was kosten die Emigranten? Der Economist prüft das nach und beweist, dass eine Aufrechterhaltung der Grenze zwischen Arm und Reich kontraproduktiv ist, denn: "Die Aufhebung dieser Trennung ist der schnellste Weg zum globalen wirtschaftlichen Wachstum." Die Regierungen der reichen Länder sollten daher versuchen, ihre Bevölkerung von den Vorteilen der Einwanderung zu überzeugen, statt Xenophobien und Ressentiments Vorschub zu leisten. Deutlich und kühl argumentiert der Economist dabei auch für eine klare Integration: Etwa "darauf zu bestehen, dass Migranten die lokale Sprache schnell lernen, dass sie sich an die lokalen Standards von Toleranz und gutem Benehmen halten und dass sie Zurückhaltung üben im Einfordern von Sonderrechte in Sachen Kleidung oder religiöser Observanz."

Ebenfalls interessant: ein pessimistischer Artikel darüber, was Russland in Tschetschenien tut und was es tun sollte. Die Tschetschenen seien nach der Geiselnahme in Moskau schlechter dran als zuvor: "Die Tragödie ist, dass keiner, der die Macht hat, ihnen den Frieden schenken will, und dass die, die es wollen, keine Macht haben." Lesenswert ist auch ein Artikel über israelische Siedlungen und, ein Lieblingsthema des Economist, über die Möglichkeit einer europäischen Verfassung: diesmal wird, erstaunlich positiv, der Vorschlag des früheren französischen Präsidenten Giscard d'Estaing vorgestellt.

Im Kulturteil ist ein Nachruf auf den Komponisten von "Lili Marleen" zu lesen; das Lied von Norbert Schultze, der am 14. Oktober im Alter von 91 Jahren starb, ist in 48 Sprachen übersetzt worden, einschließlich ins Hebräische, merkt der Economist an. "Die Worte des damals neunzehnjährigen Hans Leip, die Herr Schultze vor dem Vergessen bewahrte, thematisieren das allgemeingültige und unnationalistische Motiv der Trennung: nämlich die eines Soldaten, der an die Front geht, und seines Mädchens, das auf ihn wartet." Außerdem dürfen wir die Rezension von Terry Teachouts Mencken-Biografie lesen.

Nur im Druck: Artikel über die missglückte Rettungsoperation in Moskau, die Präsidentschaftswahlen in Brasilien, Frauen in der japanischen Politik und das Verhältnis zwischen Jordanien und den USA.

Magazinrundschau vom 28.10.2002 - Economist

Mit einer gar nicht lächelnden Mona Lisa macht der Economist auf und verspricht im Titel dann "Restoring Europe's smile". Natürlich geht es im Folgenden dann nicht um die Kunst, sondern um Ökonomisches, insbesondere die Frage, wie Europa aus der Wirtschaftskrise herausfinden kann. Die Antwort ist: Nur wenn die europäische Union, die für den Economist (Leader) die Hauptschuldige an der Misere ist, sich dem widmet, was die Redaktion des Heftes schon seit Jahren fordert: "First, no more lurches - not for a long time, anyway. In future, far-reaching constitutional changes should be separated by decades, rather than the years or months the EU has come to regard as normal ... Second, we want less of the wrong kind of muddle (which arises when the Union interferes needlessly with the preferences of member states, seeking uniformity where none is required) and more of the right kind (which is the untidiness that arises from variety and competition among national policies). A strong, explicit and enforceable principle of subsidiarity is therefore the core of the constitution we would like to see."

Besonders beachtenswert ist in diesem Heft der Essay von Jeffrey Sachs, dem Direktor des Earth Institute der Columbia University in New York. Jeffrey geht hart ins Gericht mit der derzeitigen amerikanischen Regierung: "One of the reasons why the Bush administration is losing the battle for the world's hearts and minds is precisely that it fights only the war on terror, while turning a cold and steely eye away from the millions dying of hunger and disease. When is the last time anybody heard Vice-President Dick Cheney even feign a word of concern for the world's poor?" Nicht einmal an die von ihm unterschriebene internationale Vereinbarung, 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zur Unterstützung armer Länder einzusetzen, hält sich das größte und reichste Land der Erde. Sachs sieht Zusammenhänge: " The United States falls $60 billion a year short of that target-a seemingly unbridgeable gap, until one realises that the annual military spending in America has risen by about that amount since Mr Bush entered the White House."

Nur im Druck: Artikel über "Dealing with Iraq and North Korea", "The angst of German bosses" und, mal wieder, "Tony Blair and the unions".

Magazinrundschau vom 21.10.2002 - Economist

Der neue Economist wartet mit starkem Tobak in Sachen Terrorismus auf. Nicht nur die Titelgeschichte ("A world of terror") ist diesem Thema gewidmet sondern auch ein Special Report, - und alle Zeichen stehen auf Alarm! Die Kernaussage ist in diversen Artikeln: Nein, Amerika hat sich nicht der Vernachlässigung von Bin Laden und Al Qaeda schuldig gemacht, seit er sich auf Saddam Hussein und den Irak konzentriert, wie es beispielsweise der britische Guardian mit seiner Schlagzeile "America's obsession with Iraq leaves others free to kill" behauptet hat. Und: Ja, die Gefahr ist groß, und an allen Ecken und Enden muss der Drache Terrorismus bekämpft werden. Was Bali angeht, heißt es: "If all goes well, in other words, the horror of Bali may in time strengthen the East Asian front of the war against terrorism in two ways: by jolting a supine government into belated counter-terrorist action, and by driving a wedge between al-Qaeda's fellow travellers and the moderate, non-violent Islamic parties of Indonesia.? Auch der Economist weiß natürlich, dass die Entwicklung einer effektiven Strategie durch solche Eindeutigkeit der Aussage nicht einfacher - oder sagen wir: simpler - geworden ist, und zeigt dies in einem Satz wie "The war against Islamic terrorism must in large part be a war for the hearts and minds of Muslims. That is uncontroversial. The hard question is how to win this part of the war. "

Teil des Special Report ist auch ein Artikel zur Einschätzung von Australiens Reaktion auf das Attentat in Bali, - und wieder taucht die Frage der Prioritäten im Kampf gegen den Terror auf: Saddam Hussein oder Bin Laden. Es könnte sein, meint der Economist, dass die australische Bevölkerung, "angry and confused", jetzt fordern wird, "that Australia should pour its energy and resources not into helping America fight distant Iraq, but into helping its neighbours fight terror.? In dem Artikel "Al Qaeda changes ist ways" heißt es zur Strategie-Veränderung der Terrororganisation, dass sie nach der Zerschlagung der Zentrale in Afghanistan jetzt in kleinen, unabhängig voneinander arbeitenden Zellen funktioniert. Die Strategie des amerikanischen Präsidenten Bush allerdings wird mit einem Zitat charakterisiert, das die Mächte des Bösen zu einer Macht zusammenschweißt, und die heißt Saddam Hussein: "'We need to think', he said on Monday, expanding his unproven theme, 'about Saddam Hussein using al-Qaeda to do his dirty work, to not leave fingerprints behind.'"

Weitere Artikel sind on-line zu lesen über die neue deutsche Regierung ("Mr Schröder has described his plans for the next four years as 'ambitious and realistic'. They are neither.?) und über eine Aufführung am Theatre de la Ville in Paris, wo Michel Bouquet als "Minetti? im gleichnamigen Stück von Thomas Bernhard zu sehen ist ("As he sits at the end alone and abandoned under falling snow, his final line, 'Partir vite', is the devastating completion of a great tragicomic performance.?)

Nur im Druck: über Manager als Zeitarbeiter, deutsche Banken und Aids ("Aids gets worse and worse").

Magazinrundschau vom 14.10.2002 - Economist

Ein special report widmet sich der Frage, ob der Irak und Israel mit verschiedenem Maß gemessen werden: "Israel ignores the United Nations and has weapons of mass destruction. So why all the fuss about Iraq?". Der Artikel nimmt alle Argumente fein säuberlich auseinander und kommt zu dem Schluss, dass die Dinge nicht wirklich vergleichbar seien.

Ein Artikel berichtet über Saddams neueste Charmeoffensive: "Desperate to save his skin from the coalition that President Bush is seeking to build, he is busily trying to boost his own international support by doling out Iraqi oil to anybody he thinks will rally to his cause. Needless to say, the firms left out of this bonanza seem to be the American oil giants. If there were ever any truth in the talk outside America that Mr Bush's secret motive for an invasion was black gold, Mr Hussein is raising the stakes."

Weitere Artikel: Im Netz lesen dürfen wir außerdem eine Warnung vor der Gefahr einer Deflation und einen Schwerpunkt Griechenland, dessen Aufmacher die gute wirtschaftliche Entwicklung (4% Wirtschaftswachstum) hervorhebt. "This survey will argue that Greece has made impressive progress towards putting its economy on the right track and improving its international image. But these achievements are fragile..." Und in Books and Arts werden Biografien über Napoleon, Nelson and Wellington besprochen.

Nur im Druck: Die Titelgeschichte widmet sich dem Streit um den drohenden Irakkrieg. Es wird heftige Kritik an Umberto Ecos "Baudolino" geübt ("a gradually palling, tortously overlong and self-indulgent joke") und ein Blick auf den neuen deutschen Superminister Wolfgang Clement geworfen ("But will Wolfgang Clement be ready and able to carry it out?").

Magazinrundschau vom 30.09.2002 - Economist

Economist-Redakteurin Pam Woodall glaubt, die Rezession ist noch längst nicht vorbei: "This is no normal business cycle, but the bursting of the biggest bubble in America's history. Never before have shares become so overvalued (see chart 1). Never before have so many people owned shares. And never before has every part of the economy invested (indeed, overinvested) in a new technology with such gusto. All this makes it likely that the hangover from the binge will last longer and be more widespread than is generally expected." Weiter gibt es viel Lesefutter (im Druck) zur ökonomischen Krise in Europa, Japan und Amerika und wie sie gemeistert werden könnte.

In einem Special fragt der Economist, ob Entwicklungsländer mehr gewinnen oder verlieren, wenn ihre besten Arbeitskräfte emigrieren. Obwohl der Wegzug einige Vorteile bringt - die Emigranten überweisen viel Geld nach Hause, die Daheimgebliebenen werden besser bezahlt - überwiegen doch die Nachteile. "What should developing countries do about the loss of skilled workers? Retention is the first line of defence. No country (North Korea and Cuba apart) now tries to stop its people from leaving. A few, such as China, lean heavily on the families of students studying abroad to ensure that they return. But most need to consider ways to make it more attractive to stay at home."

Von besonderem Intreresse mag der leider nur im Druck lesbare Artikel über die Vergiftung des amerikanisch-deutschen Verhältnisses sein. Immerhin bekommen wir auch so einiges über die USA im freigegebenen Leader geboten: "Pre-empting threats, threatening pre-emption". Darin wird die "new security strategy" von Bush analysiert und die Frage, ob man sich nun ängstigen soll oder, im Gegenteil, froh sein sollte über die amerikanische Wehrhaftigkeit. Das hängt davon ab, so der Autor, "whether you trust America to act more-or-less wisely or if you think it (or Mr. Bush personally) is in fact a Wild West cowboy". Aber weil Bush sich letztlich doch der UN unterwerfe, sollte außer Saddam keiner Angst haben müssen, meint der Economist.

Magazinrundschau vom 23.09.2002 - Economist

In einem langen Hintergrundartikel zu den deutschen Wahlen erklärt das Magazin schon mal, wo die Reformen des neuen Kanzlers ansetzen müssen. Hier nur ein paar der dingendsten Punkte: "In the 2002 world competitiveness ratings, compiled by the International Institute for Management Development, Germany slipped to 15th out of 49 countries. For its notoriously inflexible labour-market policies, it ranked among the lowest. Industrial labour costs in western Germany are higher than in any other country. Germany's tax and social-welfare burden is one of the heaviest in the world. Its share of world trade is falling. Demographic decline is threatening to explode its social-welfare structure. Its health system, the second-most-costly in the world, is under stress. Its schools, once its pride, are failing: Germany came a humiliating 21st in last year's OECD study of the educational performance of 15-year-olds. The country is staggering under a massive public debt. And, despite government denials, it may well breach the EU's 3% budget-deficit limit for euro-zone members this year."

Weitere Artikel: Im Wissenschaftsteil werden neue Funde erklärt, die Aufschluss über den Stand der Technologie im alten Griechenland geben. Im Bücherteil wird das Buch "The Bank Slate" (Auszug) des MIT-Forschers Steven Pinker besprochen, der neulich auch in der FAZ an die Linke appellierte, endlich die biologischen Prägungen des menschlichen Geistes anzuerkennen.