
Der Schriftsteller
György Dragomán versucht in seiner Trauer um
Péter Esterházy zu beschreiben, was dieser für seine, Dragománs Entwicklung als Autor bedeutete: "Ich begann mit Sechzehn darüber nachzudenken, wie ein Schriftsteller ist. Was er macht, wie er existiert, wie er an seinem Schreibtisch sitzt, wie er flucht,
wie er sich wohl kämmt, wie er Tee trinkt (...). Wie er schreibt. Die beiden Bücher 'Einführung in die schöne Literatur' und 'Ulysses' waren schwindelerregend und umwirbelnd, die Wörter und die Sätze lasteten schwer. Ich begann zu denken, dass die schöne Literatur
nicht schön ist, das Schreiben nicht Schreiben. Das Existierende existiert nicht. Die Schriftsteller schreiben nicht. Es gibt sie nicht. Ihre Texte fressen sie auf, sie arbeiten sich in die Texte hinein, so dass sie
selbst zu ihren Texten werden und sie können nicht mehr herauskommen, denn selbst die Begriffe wie Innen und Außen hören auf zu existieren, sie selbst werden die Welt. Sie werden zu allem."
Das ungarische
Referendum über die Quotenregelung der EU zur Verteilung von
Flüchtlingen wurde für Anfang Oktober angesetzt. Vor kurzem hat die Orban-Regierung ihre Kampagne zur Ablehnung von Flüchtlingsquoten begonnen. Das Ergebnis hat weder für die EU noch für das ungarische Parlament bindende Wirkung, der Ausgang wird jedoch zumindest in Ungarn für Diskussion sorgen. Der Publizist
Árpád Tóta W.
kritisiert das Referendum im Ganzen: "In der Garküche der Politik wird aus den Zutaten Hass, Aggression und Angst gekocht. Was jetzt kommt, wird
abscheulich sein. Je näher der Oktober rückt, desto größer wird der Panik. (...) Bewusst wird eine Nation verzogen, denn es interessiert nicht, was mit ihr in zehn oder zwanzig Jahren sein wird. Wir haben das schon mal ausprobiert, es endete in
Trianon. Das Werkzeug der Angst war auch in den Händen von
János Kádár: Millionen glaubten eine Weile, dass die verdorbenen Imperialisten Richtung Abgrund rasen, dabei jedoch jederzeit den Atomkrieg auslösen könnten. Auf einmal schwand dann die Angst, der Mensch besuchte den Westen und sah, dass die Imperialisten nicht mit dem Atomkrieg sondern mit
Hamburgeressen beschäftigt sind."