Zsófia Szilágyi bei den Dreharbeiten zu ihrem Film "Egy nap"In der Sektion
Semaine de la Critique in
Cannes feierte der erste Spielfilm "Egy nap" (One day) der Regisseurin
Zsófia Szilágyi Premiere. Von der Kritik wurde er wiederholt als "
Frauenfilm" bezeichnet, denn sie zeigt einen Tag in Leben einer Mutter. Im Gespräch mit Rita Szentgyörgyi
erklärt die Filmemacherin, warum diese Bezeichnung nicht passt: "Ich vertrete gerne feministische Angelegenheiten, sie sind auch meine, doch das bedeutet nicht, dass nur über Frauen gesprochen werden kann. Über Frauenschicksale kann auch ein massiv patriarchalischer Film gedreht werden. Das hängt nicht vom Geschlecht der Beteiligten ab, sondern von der Perspektive. 'One Day' ist meiner Meinung nach kein 'Frauenfilm', nur weil eine Frau darin spielt und auch nicht, weil ich eine Frau bin. Es passiert etwas mit der Zeit in diesem Film, das eng mit Frauen verbunden ist. Das weiß ich, weil ich sehr lange
keine Hauptdarstellerin fand und dann versuchte, das Drehbuch auf einen Mann umzuschreiben. Und ich sah, dass in jenem Falle die detaillierte und lineare Zeitbehandlung des Films auch nicht bleiben kann, weil sie unwahr ist. Ich hätte es anders erzählen müssen. Ich wollte es aber auf dieser Weise erzählen. Es war für mich weniger wichtig, ob es ein Mann oder eine Frau ist, aber es war sehr wichtig
wie die Zeit im Film ist. Das bestimmte schließlich das Geschlecht."