Eigentlich bin ich ein Erzähler von Kurzgeschichten, sagt
William Trevor von sich, "der nur Romane schreibt, wenn er sie nicht in Kurzgeschichten hineinbekommt." Wenn es nach Thomas Mallon ginge, kann das ruhig öfter passieren, denn Trevors ruhiger, kompakter und
klarer Stil bleibt auch in seinen Romanen bestehen, wie der Rezensent dankbar
vermerkt. Der neue, "The Story of Lucy Gault", beginnt 1921 in den Wirren des
irischen Unabhängigkeitskampfes und verknüpft souverän das
Drama einer Familie mit achtzig Jahren irischer Geschichte. Und spannend noch dazu. "There is no quieter narrative voice than Trevor's
impersonal but irreducible one, and none that so demands a reader's strict attention. Enormities come without warning, never a decibel louder than anything else, from this writer who has long had more in common with
Alfred Hitchcock than some of the chroniclers of Irish life with whom he is frequently grouped."
Andrea Barrett
lobt Daniel Masons Debütroman "The Piano Turner" (
hier eine Leseprobe) als eine "exzellente frühe 21. Jahrhundert-Reproduktion eines späten viktorianischen Romans". Der
Klavierstimmer Edgar Drake unternimmt eine Reise nach
Burma, um das Piano eines Offiziers mitten im Dschungel zu stimmen. Die Rezensentin ist erstaunt, wie wenig Fehler dieses Buch hat und wie gekonnt Mason das koloniale Burma wieder auferstehen lässt. "His
powerful prose style and his ability to embrace history, politics, nature and medicine within a fully imagined 19th-century fictional world would be notable in any writer and are astonishing in one who is just 26 and still in
medical school."
Weiteres: Bruce Mc Call
porträtiert den Autor und "
barside conspiracist, solitary sulker, prowler of bookstore"
John Jerome, der, so vermutet Mc Call, vor allem schrieb, um sich von den
schlechten Verkaufszahlen seiner Bücher abzulenken. Brillant und beunruhigend zugleich
findet Abraham Verghese die Betrachtungen über die
Natur des Krieges des Kollegen
Chris Hedges, der 15 Jahre im Auftrag der
New York Times von einem Kriegsschauplatz zum nächsten gereist ist. Laura Miller
empfiehlt Stephen Kings neuen Roman (
hier eine Leseprobe) eher wegen der
Atmosphäre, nicht der Story. Andrew Delbanco
stellt drei Bücher vor, die sich mit den
mörderischen, da Qualität suggerierenden und damit prestigefördernden
Aufnahmekriterien der Elite-Colleges beschäftigen, bei denen die Studenten oft auf der Strecke bleiben.
Kurz besprochen werden unter anderem der neue leicht melancholische Erzählband von
Ellen Gilchrist, der leicht zu unterschätzende Debütroman von
Russell Rowland und der leicht mechanische Roman von
Christopher Brookmyre. Außerdem werden neue
Kinderbücher vorgestellt, die den Kleinen den Wert der
Freiheiten in der amerikanischen Gesellschaft nahebringen.
Und zum Abschluss ein
November-Gedicht von
J.D. McClatchy.