
In einem
Themenschwerpunkt befasst sich
Wired mit der K
rise des Journalismus - und Strategien, die daraus hinaus führen können. Gabriel Snyder
hat sich bei der
New York Times umgesehen, die ihren Betrieb derzeit für eine Zukunft einrichtet, in der sich auch ohne Printausgabe das journalistische Niveau halten lässt: "Das Hauptziel besteht nicht einfach nur darin, die
Werbeeinnahmen zu maximieren - eine Strategie, die bei Neulingen wie
Huffington Post,
Buzzfeed und
Vox die Stromrechnung zahlt und die Inhalte gratis macht. Vielmehr geht es darum, die
Digitalabos der
Times zur tragenden Säule eines Milliarden-Dollar-Business zu wandeln, um die Reporter in 174 Ländern zu bezahlen, falls (OK,
wenn) die Druckerpresse für immer still stehen. Um dies zu erreichen, verfolgt die Times einen ambitionierten Plan nach Vorbild von
Netflix,
Spotify und
HBO: Einerseits in ein
Kernprodukt investieren (im Fall der
Times also Journalismus), während man andererseits stetig neue Onlinedienste und -features anbietet (von persönlich zugeschnittenen Fitness-Ratgebern und interaktiven Newsbots bis zu Virtual-Reality-Filmen), sodass der Abschluss eines Abos für die Lebensgestaltung bereits bestehender Abonnenten unverzichtbar wird und für künftige attraktiv."
Von der Finanzierung zur Praxis, bzw. Effizienzsteigerung: Jeo Keohane
berichtet von den Fortschritten im Bereich
automatisierter Berichterstattung, die insbesondere in datenintensiven Bereichen zum Einsatz kommen, auf bedenkenswerte Anomalien in der Datenlage hinweisen oder Redakteure auf Versäumnisse in der eigenen Berichterstattung hinweisen kann. Die 2013 von
Amazon-Gründer Jeff Bezos übernommene und seitdem vermehrt mit digitalen Technologien experimentierende
Washington Post erprobt derzeit die Einsatzmöglichkeiten eines Tools namens "Heliograf". Dabei gehe es nicht darum, menschliche Reporter zu ersetzen, sondern darum, deren Arbeitszeit
produktiver zu nutzen: "Indem Heliograf sie davon freistellt, andauernd die in Echtzeit eintrudelnden Ergebnisse abzudecken und aufzuarbeiten, haben sie den Raum, auf die Geschichten zu fokussieren, für die
tatsächlich menschliche Gedankenleistung vonnöten ist. ... Etwa bei Wahlergebnissen: Im November 2012 brauchte es vier Angestellte, um in 25 Stunden gerade mal einen Teil der Wahlergebnisse per Hand zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Im November 2016 erstellte Heliograf ohne viel menschliche Hilfe
mehr als 500 Artikel, die mehr als 500.000 mal geklickt wurden."
Samanth Subramanian
erklärt, wie eine Gruppe skrupelloser Internet-Kids in entlegenen mazedonischen Regionen
Fake-
News-
Clickbait erstellen und damit im vergangenen US-Wahlkampf binnen weniger Monate sehr ansehnliche Beträge über
Google-Werbung einfahren konnten. Politische Überzeugungen spielten dabei keinerlei Rolle, nur auf die Größe der Unterstützer der jeweiligen Lager und deren Wille, Postings zu teilen, kam es an: "Im Juli experimentierte man eine Woche lang mit Fake News, die
Bernie Sanders loben sollten. 'Sanders-Fans zählen zu den
klügsten Menschen, die ich kenne', sagt ein Betreiber, 'Die glauben gar nichts. Da muss jedes Posting belegt werden können.'"
Weiteres: Jason Tanz
befasst sich mit dem Phänomen, dass die Medien in den 80ern noch für ihr
Diskursmonopol kritisiert wurden, während heute alle vor den Gefahren warnen, die darin liegen, dass die Zugangsschwellen zur Öffentlichkeit heute so niedrig wie nie zuvor sind. Carl Brooks Jr.
stellt kurz
Blavity vor, ein
News-Startup, das sich an junge Schwarze richtet.
Edward Snowden unterstützt Reporter beim Schutz ihrer Quellen,
erfahren wir von Andy Greenberg.