Magazinrundschau - Archiv

Wired

200 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 20

Magazinrundschau vom 01.08.2017 - Wired

Zwar gibt es Internet in Kuba - doch das Netz unterliegt starker Zensur, starker Überwachung und ist, da es nur wenige WLAN-Hotspots gibt, überdies auch noch extrem langsam, erfahren wir von Antonio García Martínez. Doch die Bevölkerung Kubas wäre nicht sie selbst, würde sie nicht auch auf diesem Gebiet das Problem mit diversen kecken Improvisationen lösen. Eine davon, die sich als Geschäftsmodell mittlerweile etabliert hat: "El Paquete Semanal", das "wöchentliche Paket" also. Dabei handelt es sich um eine mobile Festplatten mit einem Terrabyte Fassungsvermögen. "Es ist das Internet, runtergekocht auf seine reinste, konsumierbarste, am wenigsten interaktive Form: Content. 'Paqueteros' genannte Medienschmuggler bündeln diese Sammlung von Videos, Liedern, Fotos und Textdateien aus der Außenwelt. Dann reist sie von Hand zu Hand über die Insel, sickert dabei im Nu binnen eines Tages von Havanna aus bis in die entferntesten Ecken und bildet damit etwas, was im Techie-Sprech als 'Sneakernet' bekannt ist: Ein Netzwerk, das Daten zu Fuß, per Bus, auf Pferderücken oder auf irgendeine andere, gewiefte Art transportiert. Seltsamerweise funktioniert es. Kubaner sprechen genauso smart wie jeder Netflix-Amerikaner über populäre Serien wie 'House of Cards' und 'Black Mirror'." Doch was hält die kubanische Regierung davon? "War sie zu Beginn noch feindlich eingestellt, haben die Regierung und die Paqueteros einen für beide Seiten passablen Kompromiss gefunden. Die einen erklären sich einverstanden, auf jegliche politischen und religiösen Inhalte zu verzichten, während die anderen den Inhalt zwar überprüfen, aber im wesentlichen eine uncharakteristische Laissez-faire-Haltung einnehmen."

Magazinrundschau vom 11.07.2017 - Wired

Adam Rogers besucht in Frankreich die Dreharbeiten zu Luc Bessons neuem Film "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten", der nächste Woche in Deutschland anläuft, und sieht und staunt: Es ist tatsächlich möglich, abseits von Hollywood teure, wuchtige, quirlig-bunte Science-Fiction-Blockbuster zu drehen - und das überdies nicht auf Grundlage einer amerikanischen, sondern einer französischen Comicvorlage aus den 60ern. In den USA hätte man dafür kaum Geld erhalten - wie also hat Besson das angestellt? Mit den Tricks eines alten Indie-Hasen, der sich über die Jahre einen Ruf als zuverlässiger, effizient arbeitender Profi erarbeitet hat: "2015 gingen Besson und seine Produzentin und Ehefrau Besson-Silla nach Cannes mit einer Präsentation im Gepäck, um mit über 70 Verleihern aus aller Welt zu sprechen. Besson kannte sie fast alle. 'Wir kamen mit 80 Leinwandzeichnungen an. Wir zeigten ihnen alle Designs. Ich erzählte ihnen die ganze Geschichte, sie konnten das Drehbuch lesen und ein Angebot machen', erinnert er sich. 'Wir holten an einem einzigen Tag fast 80 Millionen ein - nur mit vorverkauften Rechten.' ... Es mag ein großer Film von den Ausmaßen eines regulären Blockbusters sein. Doch er ist finanziert wie ein Indie-Movie. Alle Deals, der Vorverkauf, die Steuervergünstigungen und so weiter, bedeuten für Besson ein minimales Risiko. Und er musste seinen teuren Science-Fiction-Film, der auf weitgehend unbekanntem Material fußt, keinem konservativen, franchise-trunkenen Studio vorlegen. Was  bedeutet, dass Besson ein weiteres Risiko aus der Gleichung genommen hat: Anmerkungen. Viele Anmerkungen. 'Er hat sich eine Finanzstruktur zusammengestellt, die es ihm gestattet, seinen Film ohne - und hier wähle ich meine Worte vorsichtig - das Gewicht eines Studiochefs zu drehen, der bei so hohen Investitionen berechtigterweise das Bedürfnis verspürt, ein Wörtchen mitzureden." Der Trailer sieht schon mal sehr beeindruckend aus:


Magazinrundschau vom 30.05.2017 - Wired

Wer in den USA in den neuen Arbeitssektoren der IT-Branche und der Start-ups etwas werden will, zieht entweder nach New York oder ins Silicon Valley - das Landesinnere hat das Nachsehen, schreibt Vauhini Vara in einer Reportage über Start-ups jenseits der Hotspots. "Doch dieses Szenario bringt einige Probleme mit sich. Zusammengefasst ergeben sie das größte wirschaftliche Dilemma der Nation: Unternehmen mit hohen Wachstumsraten stellen heutzutage die Hälfte aller neuen Jobs in den USA. Und der Großteil der Start-ups befindet sich an ein paar wenigen Orten .... Wohlstand und Arbeitsplätze bündeln sich also in wenigen ausgesuchten Städten. Die gute Nachricht: Auch dank günstiger Online-Tools ist es in den letzten Jahren leichter und billiger geworden, abseits der üblichen Orte ins High-Tech-Business einzusteigen. Unternehmer treten nicht nur in Denver auf, sondern auch in Charlotte, Nashville und anderen Orten, die einige gemeinsame Faktoren teilen: kulturelle Lebhaftigkeit, Diversität, viele Universitäten und große Firmen. Die schlechte Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, als Unternehmer einen großen Hit zu landen, ist im Silicon Valley noch immer höher, wo immer noch mehr Invesitionskapital fließt und mehr Börsengänge stattfinden."

Außerdem gratuliert Klint Finley dem GIF-Bildformat zum dreißigsten Geburtstag - ohne die Kurzanimationen wären zahlreiche Social-Media-Redaktionen vermutlich aufgeschmissen.

Magazinrundschau vom 06.06.2017 - Wired

Von Apple kam schon viele Jahre kein wirklicher Impuls mehr. Ein Grund dafür mag darin liegen, dass sich der Konzern in den letzten Jahren enorm darauf kapriziert hat, in Kalifornien eine neue Firmenzentrale aus dem Boden zu stampfen, die der 2011 verstorbene Steve Jobs noch maßgeblich mitkonzipiert hatte. Steven Levy hat sich durch das in seinen äußeren Dimensionen beeindruckende, in seiner Kreisförmigkeit an ein außerirdisches Raumschiff aus einer Science-Fiction-Geschichte der fünfziger Jahre erinnernde Gebäude führen lassen - bleibt aber doch skeptisch. "In seinem Wesen stellt es die Verkörperung des Wunsches eines sterbenden Mannes dar, die Arbeitsumgebung der Firma, die er gegründet hat, für alle Ewigkeit zu formen. Ja, Apple besteht darauf, dass seine Angestellten bessere Produkte herstellen, wenn sie sich an einem Ort befinden, in dem künstliche Hügel mit Pinien bepflanzt sind, die von einer Farm für Weihnachtsbäume aus der Mojave-Wüste hierhergeschafft wurden. Doch hat Apple seinen wunderbaren Apple II nicht in einem Schlafzimmer entwickelt und seinen bahnbrechenden Macintosh nicht in einem tiefliegenden Bürogebäude? Die Angestellten auf dem neuen Campus lassen die Gebäude hinter sich, die hinreichend Inspiration boten, um das Iphone zu erfinden. Apple Park ist wahrscheinlich treffender beschrieben, wenn man sagt, dass dieses Areal den architektonischen Avatar seines Erfinders darstellt, derselbe Mann, der seine Mitarbeiter dazu angehalten hat, diese wegweisenden Produkte zu entwickeln. In Abwesenheit seiner Hartnäckigkeit und seiner Klarsicht, hat er eine Firmenzentrale hinterlassen, die sowohl seine Autobiografie als auch seine Werte verkörpert. Wenn man sich mit den wichtigsten Leuten bei Apple unterhält, sprechen sie immer wieder von 'Steves Geschenk'."

Außerdem: Lexi Pandell notiert die Geschichte des Hashtags. Und Wayne Curtis schreibt über einen Unternehmer, der die Herstellung von Whiskey revolutionieren will.

Magazinrundschau vom 09.05.2017 - Wired

Bangalore im Bundesstaat Karnataka ist die drittgrößte Stadt Indiens - und das wichtigste T-Zentrum des Landes, das Firmen aus aller Welt anzieht. Die Folge: Ein immenser Bevölkerungszuwachs. Allein in den letzten 16 Jahren hat sich die Zahl der Einwohner nahezu verdoppelt. Das Problem dabei: Seit Jahren wird eine Wasserkrise prophezeit, die angesichts der Bevölkerungszunahme dazu führen könnte, dass die Stadt schon in wenigen Jahren unbewohnbar sein wird. Bereits jetzt teilen "Wassermafias" die Ressourcen unter sich auf und zwingen der Bevölkerung und der Branche ihre Handelsbedingungen auf. Kritik daran ist unerwünscht, wie Samanth Subramanian in ihrer Reportage für Wired feststellen musste. Die Stadt versucht derweil Herrin der Lage zu werden - mit mäßigem Erfolg: "Es gibt die Theorie, diese Dürre-Apokalypse sei abwendbar. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn die Stadt Bangalore ihre Wasserpolitik dramatisch ändert. ... Wenn Gebäude in Bangalore Auffangsysteme für Regenwasser einrichten; wenn die Stadt ihr Abwasser wieder aufbereitet; wenn die Stadt ihre Betonversiegelungen reduziert und ihre Seen wiederbelebt, damit diese wiederum die Wasservorräte füllen können, dann hätte die Stadt genug Trinkwasser, behauptet Stadtplaner S. Vishwanath. Die Herausforderung besteht darin, diese Reformen auch tatsächlich Fuß greifen zu lassen. 2009 wurde in Bangalore beispielsweise ein Gesetz verabschiedet, das vorsieht, dass Gebäude Regenwasser auffangen und wiederverwerten. Dem fügen sich nur wenige. Lediglich die Hälfte aller Gebäude, die von dieser Regelung betroffen sind, leisten ihr genüge. Inspizienten können bestochen werden; Regeln können umgedeutet werden."

Außerdem erklärt Julia Halperin in einer online schön aufbereiteten Collage, wie Künstler ihre Werke gestalten, um unsere Perzeption zu täuschen.
Stichwörter: Indien, Wasser, Apokalypse

Magazinrundschau vom 21.02.2017 - Wired

In einem Themenschwerpunkt befasst sich Wired mit der Krise des Journalismus - und Strategien, die daraus hinaus führen können. Gabriel Snyder hat sich bei der New York Times umgesehen, die ihren Betrieb derzeit für eine Zukunft einrichtet, in der sich auch ohne Printausgabe das journalistische Niveau halten lässt: "Das Hauptziel besteht nicht einfach nur darin, die Werbeeinnahmen zu maximieren - eine Strategie, die bei Neulingen wie Huffington Post, Buzzfeed und Vox die Stromrechnung zahlt und die Inhalte gratis macht. Vielmehr geht es darum, die Digitalabos der Times zur tragenden Säule eines Milliarden-Dollar-Business zu wandeln, um die Reporter in 174 Ländern zu bezahlen, falls (OK, wenn) die Druckerpresse für immer still stehen. Um dies zu erreichen, verfolgt die Times einen ambitionierten Plan nach Vorbild von Netflix, Spotify und HBO: Einerseits in ein Kernprodukt investieren (im Fall der Times also Journalismus), während man andererseits stetig neue Onlinedienste und -features anbietet (von persönlich zugeschnittenen Fitness-Ratgebern und interaktiven Newsbots bis zu Virtual-Reality-Filmen), sodass der Abschluss eines Abos für die Lebensgestaltung bereits bestehender Abonnenten unverzichtbar wird und für künftige attraktiv."

Von der Finanzierung zur Praxis, bzw. Effizienzsteigerung: Jeo Keohane berichtet von den Fortschritten im Bereich automatisierter Berichterstattung, die insbesondere in datenintensiven Bereichen zum Einsatz kommen, auf bedenkenswerte Anomalien in der Datenlage hinweisen oder Redakteure auf Versäumnisse in der eigenen Berichterstattung hinweisen kann. Die 2013 von Amazon-Gründer Jeff Bezos übernommene und seitdem vermehrt mit digitalen Technologien experimentierende Washington Post erprobt derzeit die Einsatzmöglichkeiten eines Tools namens "Heliograf". Dabei gehe es nicht darum, menschliche Reporter zu ersetzen, sondern darum, deren Arbeitszeit produktiver zu nutzen: "Indem Heliograf sie davon freistellt, andauernd die in Echtzeit eintrudelnden Ergebnisse abzudecken und aufzuarbeiten, haben sie den Raum, auf die Geschichten zu fokussieren, für die tatsächlich menschliche Gedankenleistung vonnöten ist. ... Etwa bei Wahlergebnissen: Im November 2012 brauchte es vier Angestellte, um in 25 Stunden gerade mal einen Teil der Wahlergebnisse per Hand zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Im November 2016 erstellte Heliograf ohne viel menschliche Hilfe mehr als 500 Artikel, die mehr als 500.000 mal geklickt wurden."

Samanth Subramanian erklärt, wie eine Gruppe skrupelloser Internet-Kids in entlegenen mazedonischen Regionen Fake-News-Clickbait erstellen und damit im vergangenen US-Wahlkampf binnen weniger Monate sehr ansehnliche Beträge über Google-Werbung einfahren konnten. Politische Überzeugungen spielten dabei keinerlei Rolle, nur auf die Größe der Unterstützer der jeweiligen Lager und deren Wille, Postings zu teilen, kam es an: "Im Juli experimentierte man eine Woche lang mit Fake News, die Bernie Sanders loben sollten. 'Sanders-Fans zählen zu den klügsten Menschen, die ich kenne', sagt ein Betreiber, 'Die glauben gar nichts. Da muss jedes Posting belegt werden können.'"

Weiteres: Jason Tanz befasst sich mit dem Phänomen, dass die Medien in den 80ern noch für ihr Diskursmonopol kritisiert wurden, während heute alle vor den Gefahren warnen, die darin liegen, dass die Zugangsschwellen zur Öffentlichkeit heute so niedrig wie nie zuvor sind. Carl Brooks Jr. stellt kurz Blavity vor, ein News-Startup, das sich an junge Schwarze richtet. Edward Snowden unterstützt Reporter beim Schutz ihrer Quellen, erfahren wir von Andy Greenberg.

Magazinrundschau vom 22.11.2016 - Wired

Am 17. November hat James Clapper als oberster Diensthaber über alle US-Geheimdienstbehörden seinen Dienst quittiert und steht der Trump-Administration damit nicht mehr zur Verfügung. Kurz vor seinem Rücktritt hat er Garret M. Graff eine Audienz gewährt. Unter anderem geht es, natürlich, um die von den Snowden-Leaks angestoßene NSA-Affäre, die in Clappers Amtszeit fiel. Vom Sturm der Entrüstung, die Snowdens Aufdeckungen nach sich gezogen haben, zeigt sich der kernige Spionage-Apparatschik überrascht: "Die ablehnende Reaktion hatte seiner Ansicht nach viel mit der Tatsache zu tun, dass die Bush-Administration nach dem 11. September zu viel Macht für sich in Anspruch genommen hatte, um den immer weiter Raum greifenden Krieg gegen den Terror führen zu können. Er meint, es hätte mehr öffentliche Debatten geben müssen und mehr Autorisierungen durch den Kongress. Auch was die breite Überwachung auf eigenem Boden betrifft, die im Mittelpunkt von Snowdens Enthüllungen steht. Clapper glaubt, dass die Öffentlichkeit und der Kongress den Spionen im Zuge der Attacken vom 11. September für fast alles, was sie verlangten, Befugnisse erteilt hätten. 'Wir hätten es uns absegnen lassen können, da einmal mit dem Truck durchzubrettern', sagt Clapper, 'Ich bin überzeugt, hätten wir das Programm und die Beweggründe dafür erklärt, wäre Prism nicht kontroverser gewesen als das FBI mit seiner Sammlung von Millionen von Fingerabdrücken.'"

Außerdem bringt Wired eine multimedial aufbereitete Oral History der Krise von Baton Rouge im vergangenen Juli.

Magazinrundschau vom 15.11.2016 - Wired

Seit den Terroranschlägen in Paris und Brüssel und dem Amoklauf in Orlando ist Facebooks Funktion "Safety Check" allgemein bekannt geworden. Sie fordert Personen, die sich in der Nähe eines Anschlags befinden, dazu auf durchzugeben, ob sie sicher sind. Cade Metz berichtet dazu Hintergründe über Funktionsweise und Implementierung. Auf ein paar Schwächen des gegenwärtigen Systems geht er auch ein. Diese zeigten sich etwa bei den Ausschreitungen, nachdem die Polizei den Afroamerikaner Keith Scott erschossen hat: "Die Demonstrationen von hauptsächlich Afroamerikanern fanden in einem räumlich sehr begrenzten Rahmen statt, was für die Gewalt sogar noch mehr galt. Die Live-Videos vermittelten allerdings einen anderen Eindruck. 'Wenn man sich viele Videos ansieht, die den selben Protest zeigen, gewinnt man rasch den Eindruck, dass die ganze Stadt in Gewalt versinkt', sagt Campell, der in North Carolina für Notfälle zuständig ist. Ab einem gewissen Punkt aktivierte Facebook den Safety Check, da die Zahl der Leute, die über das Ereignis sprachen, den kritischen Punkt erreicht hatte. Doch die Zusammensetzung der in Aufregung versetzten Gemeinschaft in dieser 'gemeinschaftsbasierten' Version von Safety Check wurde auf unangenehme Weise deutlich, als sich mehr und mehr weiße Leute aus den Vororten als 'sicher' meldeten."

Magazinrundschau vom 23.08.2016 - Wired

Mit "Luke Cage" erweitert Netflix Ende September sein Portfolio an Marvel-Serien um einen schwarzen urbanen Superhelden, der in den Siebzigern mit der Popularität der Blaxploitationfilme entwickelt wurde. Ihren ersten Auftritt auf Netflix hatte die Titelfigur bereits in der Serie "Jessica Jones". Und Jason Tanz glaubt in Wired, dass die Zeit mehr als reif ist für eine schwarze Heldenfigur in einer vor allem von Schwarzen produzierten Serie. "Lange Zeit wurde das aufstrebende Medium der prestigereichen TV-Serie mit einem Typus verbunden, den der Autor Brett Martin 'schwierige Männer' genannt hat - grimmig faszinierende Figuren wie Tony Soprano, Don Draper und Walter White, die darum kämpften, in einer Kultur und Wirtschaft Halt zu finden, für die sie sich erübrigt haben. Dies war zu einer Zeit, bevor Netflix und Amazon und ihre großen Erfolge wie 'Orange is the New Black' und 'Transparent' bewiesen haben, dass Hitserien auch jenseits heterosexueller weißer Männer funktionieren können. Zum Teil ist dies eine glückliche Folge aus den Fernsehkriegen: Da immer mehr Konkurrenten eine ansehnliche Menge an interessanten Serien hervorbringen, sind die ausführenden Produzenten mehr denn je motiviert, Programme zu finden, die aus der Masse herausstechen."

Magazinrundschau vom 09.08.2016 - Wired

Die Nachricht, dass der Mars-Rover Curiosity auf unserem roten Nachbarplaneten unter Umständen in der Nähe von flüssigem Wasser gelandet sein könnte, war bei der NASA nicht zwangsläufig ein Grund zur Freude: Seit geraumer Zeit achtet die Weltraumbehörde bei ihren Missionsplanungen auch darauf, fremde Himmelskörper nicht mit mitgebrachten, enorm resistenten Mikroben zu kontaminieren, die sich vor allem in feuchten Umgebungen hervorragend einrichten könnten, erfahren wir von Kevin Carey. "Im wesentlichen bemüht sich das Büro von Conley darum, das zu verhindern, was die europäischen Forscher einst der indigenen Bevölkerung Amerikas mit den Pocken angetan haben. ... 'Für diese Organismen ist der ganze Planet ein Speisetisch', sagt sie, 'sie werden den Mars auffressen.' Conley möchte sichergehen, dass wir zumindest wissen, ob Leben auf dem Mars existiert, bevor wir es mit einer invasiven Spezies bekanntmachen, die es ausrotten wird."

In diesem Sinne: