Magazinrundschau - Archiv

Wired

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Magazinrundschau vom 12.02.2018 - Wired

Als Drama von historischem Ausmaß schildern Nicholas Thompson und Fred Vogelstein in einem Wahnsinnsreport die letzten zwei Jahre bei Facebook, die mit Fake News, Agitatoren und Manipulationen aller Art nicht nur das Unternehmen erschütterten, sondern eigentlich die Welt. Seinen Anfang nahm das große Beben mit Meldungen bei Gizmodo, nach denen Facebooks Trending Topics politisch gefärbt seien, was Amerikas Rechte Sturm laufen ließ. Dabei muss Facebook um alles in der Welt das Dogma hochhalten, kein Medium zu sein, sonst würde es für Inhalte in Haftung genommen werden: "Facebook beschloss, dass es Amerikas rechtem Flügel, der gegen die angebliche Perfidie des Konzerns wütete, einen Olivenzweig reichen musste. Eine Woche nach der Meldung, beeilte sich Facebook eine Gruppe von siebzehn prominenten Republikanern nach Menlo Park einzuladen. Facebook wollte Feedback bekommen, aber vor allem wollte es Reue für seine Sünden demonstrieren, das Hemd hochziehen und um die Peitsche bitten. Laut einem Mitarbeiter von Facebook, der an den Vorbereitungen beteiligt war, war das Ziel, eine Gruppe von Konservativen zusammenzustellen, die sich untereinander nicht einig waren. Es sollten Befürworter und Gegner einer Regulierung dabei sein. Ein weiteres Ziel war laut diesem Mitarbeiter, dafür zu sorgen, dass sich alle Beteiligten zu Tode langweilten - und zwar nach der Begrüßung durch Zuckerberg und Sandberg durch eine technische Präsentation. Doch der Strom fiel aus, im Raum wurde es unerträglich heiß. In anderer Hinsicht verlief das Treffen allerdings nach Plan. Die Eingeladenen stritten untereinander und konnten sich auf keinen kohärenten oder bedrohlichen Plan einigen. Einige forderten, mehr konservative Mitarbeiter einzustellen, andere hielten diese Idee für bescheuert. Und wie meist, wenn sich Außenstehende mit Facebook treffen, nutzten die Leute die Zeit, um herauszufinden, wie man mehr Follower für die eigenen Seiten bekommt. Nach dem Treffen lobte Glenn Beck in einem Essay Zuckerberg in den Himmel: 'Ich fragte ihn, ob Facebook eine offene Plattform sei und auch in Zukunft sein werde, die allen Ideen und Kuratoren offenstehe', schrieb Beck. 'Ohne zu zögern, klar und deutlich sagte Mark, es gebe nur ein Facebook und einen Weg nach vorn: 'Wir sind eine offene Plattform.'"

Magazinrundschau vom 09.01.2018 - Wired

Wenn, wie zuletzt im Fall von Meltdown und Spectre, zwei seit vielen Jahren unbemerkte Sicherheitslecks in der CPU-Architekur unserer Computer binnen kurzer Zeit hintereinander und von mehreren Institutionen unabhängig voneinander aufgedeckt werden, dann ist das nicht allein dem Zufall geschuldet, schreibt Andy Greenberg. Wahrscheinlicher ist wohl, dass bestimmte Spuren solchen synchronen Entdeckungen den Weg geebnet haben - mit weitreichenden Implikationen für die Arbeit von Geheimdiensten wie der NSA: Der Sicherheitsexperte "Bruce Schneier meint, bei der Abwägung der Frage, ob ein Geheimdienst eine Schwachstelle insgeheim nutzen oder lieber öffentlich machen sollte, solle dieser Faktor berücksichtigt werden. ... 'Wenn ich auf etwas stoße, was man seit zehn Jahren hätte finden können, dann gibt es etwas, was mich auf diese Spur gebracht hat. Und etwas abseits des Zufalls wird auch jemand anderes darauf stoßen lassen. Wenn die NSA es entdeckt hat, dann ist es wahrscheinlich, dass es auch ein anderer Geheimdienst entdeckt hat - oder zumindest wahrscheinlicher als bloßer Zufall.'"

Magazinrundschau vom 02.01.2018 - Wired

Werden künftig Algorithmen Schriftsteller dabei unterstützen, bessere Geschichten zu schreiben? Wired hat den Versuch gewagt und Stephen Marche eine SF-Kurzgeschichte unter den wachsamen Augen eines von den Forschern Adam Hammond und Julian Brooek entsprechend gefütterten Algorithmus schreiben lassen. Als Grundlage überreichte der Autor den beiden Forschern eine Sammlung von 50 SF-Kurzgeschichten, die sie mit dem Programm abglichen: "Dann schickten sie mir ein Set von 14 Regeln, die in einem Prozess namens 'Topic Modelling' erstellt wurden. Diese Regeln würden die Hauptthemen und -motive meines Texts bestimmen. Jetzt musste ich nur noch mit dem Schreiben beginnen. Hammond und Brooke richteten mir eine Online-Benutzeroberfläche ein, durch die mir ihr Algorithmus, genannt SciFiQ, bis in atomische Textbestandteile hinein mitteilen konnte, wie dicht jedes einzelne Detail meines Schreibens dem meiner 50 Lieblinge entsprach (ich spreche hier von Angaben wie 'Menge von Hauptwörtern pro 100 Wörter"). Wenn ich ein Wort oder einen Satz eintippte, der etwas zu weit von dem entfernt war, was SciFiQ vorschwebte, leuchtete die Benutzeroberfläche rot oder violett auf. Sobald ich den Stein des Anstoßes umformulierte, wechselte sie zurück zu grün."

Magazinrundschau vom 28.11.2017 - Wired

In Hongkong ist Baufläche notorisch knapp - auch ihre möglich Höhe ist bei den allermeisten Gebäuden längst ausgeschöpft. Bleibt nur noch die Tiefe, die die Stadtplaner jetzt in einem ambitionierten Großprojekt erschließen wollen, wie Aarian Marshall berichtet: Eine weitreichende Erschließung samt Ausbau des Unter-Tage-Bereichs soll vor allem der Auslagerung von Infrastrukturen dienen. "Wenn man Parkraum und Daten-Lagerung unter die Erde bringt, kann das Land oben für Wohnbedarf und Handel genutzt werden und damit die Preise drücken. Doch große Pläne gibt es nicht zum kleinen Preis. ... Schon die Kosten für die Konstruktion eines kleinen Parkplatzes für 12 Autos könnten sich auf 7,3 Millionen Dollar belaufen. Die gute Nachricht lautet nun, dass die Gesamtkosten im Vorfeld auflaufen. 'Der größte Vorteil von Tunneln ist der, dass die auf die gesamte Nutzzeit berechneten Kosten wirklich jenen zunutze kommen, die langfristig denken', sagt Thom Neff, ein Ingenieur, der sein ganze Karriere lang Tunnels gebaut hat und heute die Beraterfirma OckhamKonsult leitet. 'Hat man die Struktur erstmal in den Stein gebaut, gibt es nichts mehr zu tun. Sie ist einfach da, für immer. Wohingegen jede andere Struktur, die man baut, auch weiterhin gepflegt werden muss."

Außerdem porträtiert Brian Raftery Timm Woods, einen professionellen "Dungeons & Dragons"-Rollenspiel-Zeremonienmeister.
Stichwörter: Hongkong, Architektur, Stadtraum

Magazinrundschau vom 07.11.2017 - Wired

Wenn es um die politische Einflussnahme von Bots geht, waschen die großen Sozialen Plattformen ihre Hände gerne in Unschuld: Die Kennzeichnung entsprechender Accounts sei kaum zu bewerkstelligen. Lauren Smiley stellt in Wired nun zwei Coder vor, die sich ein eigenes Tool gebastelt haben, das auf Grundlage der bei Twitter relativ leicht zugänglichen Daten (Facebook ist, als hermetisch abgeriegelter Garten, ungleich schwerer zu analysieren) Bots ermittelt und per Browser-Plugin als solche kennzeichnet. Die Erfolgsquote liege zwar nicht bei 100 Prozent, aber doch nahezu annähernd. Wie gingen die beiden dabei vor? "Sie fütterten ihr Modell mit Breitbart- und Bluedot-Daily-Artikeln, um herauszukriegen, welche Kombination von Wörtern eine konservative oder liberale Neigung verraten. Das Modell wuchs zu einem 150 Megabyte großem Biest aus analysierter Sprache heran, aus dem sie Newsbot machten, einen Facebook-Messenger, dem man einen Link zu einem Artikel schicken kann, um eine politische Diagnose, Zusammenfassung und weitere Quellen zu erhalten ... Im Sommer begannen sie mit einer Analyse, welche Nutzer auf Twitter links- oder rechtslastige Artikel posteten, um herauszufinden, ob sie einen Demokraten von einem Republikaner unterscheiden könnten. Von einer Gruppe, das sich weder den Twitter-Mustern des einen, noch des anderen Lagers zuordnen ließ, zeigte sich das Modell verwirrt. Das waren die Bots."

Robbie Gonzalez besucht die Fabrik in Chile, wo derzeit in jahrelanger Arbeit der gigantische Spiegel für das größte astronomische Teleskop der Welt angefertigt wird. Ein faszinierender Einblick in die Welt technologischer Feinst-Präzision: "'Das Teleskop soll in seinen Möglichkeiten ausschließlich von fundamentaler Physik eingeschränkt werden - von der Wellenlänge des Lichts und dem Durchmesser des Spiegels -, nicht aber von den Unregelmäßigkeiten des Spiegels selbst', sagt der Optikwissenschaftler Buddy Martin, der über die Mahl- und Polierarbeiten in dem Labor wacht. Wenn er von 'Unregelmäßigkeiten' spricht, dann meint er damit Defekte in der Größenordnung von 20 Nanometern. Das entspricht etwa der Größe eines kleinen Virus."

Außerdem: Brantley Hargrove beobachtet Wissenschaftler, die extremes Wetterverhalten erforschen wollen, bei der Arbeit. Und Laura Hudson schreibt über die HBO-Serie "The Deuce" über die Entstehung der Pornoindustrie im New York der frühen Siebziger: Die Serie "handle nicht vom Sex, sondern vom Kapitalismus."

Magazinrundschau vom 24.10.2017 - Wired

In China arbeitet man an einem System, dass das Konsum- und Online-Verhalten, aber auch die sozialen Netzwerke seiner Bürger flächendeckend auf Big-Data-Grundlagen mit Fleißsternchen und Tadeln versieht, schreibt Rachel Botsman in der britischen Ausgabe von Wired. Die daraus folgenden Einstufungen dürften sich direkt auf Bildungschancen, Job, Karriere und Kreditbewilligungen auswirken, um konformistisches Verhalten und Herdendruck zu begünstigen - zumal sich zum Beispiel regierungskritische Postings im Netz auch auf die Ratings der eigenen Freunde auswirken. Derzeit ist die Teilnahme an dem Projekt noch freiwillig, ab 2020 soll sie verpflichtend sein. "Dieses neue Sytem reflektiert einen gerissenen Paradigmenwandel. Statt innere Stabilität und konformistisches Verhalten mit dem Knüppel und einer guten Dosis Angst vor der Obrigkeit durchzusetzen, geht es der Regierung nun darum, Gehorsam wie ein Spiel aussehen zu lassen. Es handelt sich um eine Methode der sozialen Kontrolle, die sich als Punkte-Belohnungs-System verkleidet. Es handelt sich um gameifizierten Gehorsam. ... Chinas Vertrauenssystem mag bislang noch auf freiwilliger Basis beruhen, doch zeigt es bereits Folgen. Im Februar 2017 verkündete der Oberste Gerichtshof des Landes, dass in den vergangenen vier Jahren 6,15 Millionen Bürgern wegen gesellschaftlich unerwünschtem Verhalten keine Flüge buchen durften."

Magazinrundschau vom 26.09.2017 - Wired

Michelle Dean stellt uns den Faktenchecker Snopes.com vor. Die 1995 von David Mikkelson gegründete Seite kümmert sich um die Ursprünge und den Wahrheitsgehalt von Schauermärchen, Legenden und Gerüchten: Fast so alt wie das Netz selbst, ist das Portal in diesen Zeiten der Unwahrheit zu einer unverzichtbaren Quelle geworden", schreibt Dean. "Wegen seines Rufs wurde Snopes letzten Herbst von Facebook zum Partner auserkoren, nachdem Facebook zum Kanal für Fake News geworden war. User konnten potenziell unwahre Geschichten kennzeichnen und  Snopes, ABC News und Associated Press verfolgten ihren Ursprung und Wahrheitsgehalt. Wie jeder weiß, ist die Wahrheit eine rutschige Angelegenheit. Zum Kern von etwas vorzudringen, erfordert eine kleinliche Persönlichkeit. Mikkelson besitzt dieses Feature. Er verbringt Stunden damit, eine detaillierte Analyse einer Behauptung zu schreiben und ist frustriert, wenn Leser bloß 'wahr' oder 'falsch' hören wollen … Gefragt, ob seine Arbeit einen Unterschied macht, kann er pessimistisch werden. 'Weil vieles von dem Zeug ganz schön kompliziert ist, nuanciert mit vielen Grautönen, braucht es langatmige, komplexe Erklärungen', meint er. 'Aber ein Großteil des Publikums ist es gewohnt, etwas nur zu überfliegen, und will gar nicht in allem folgen müssen. Also bleiben sie auf ihren Vorurteilen sitzen.' ... Niemand schaut aufs Ganze. Sofern es diese Art von intellektueller Ehrlichkeit im öffentlichen Raum einmal gegeben hat, ist sie längst verschwunden, und jemand wie Tucker Carlson von Fox News kann sich über die 'Götter der Objektivität' bei Snopes lustig machen."

Magazinrundschau vom 15.08.2017 - Wired

Wie proprietäre, kommerzielle Software- und Datenlösungen den öffentlichen Dienst in die Bredouille bringen können, zeigt das Beispiel Palantir sehr schön: Die Firma bietet Soft- und Hardwarelösung für Polizei und Militär, erfahren wir von Mark Harris. Dazu werden diverse Datenbanken gebündelt und deren Bestände mit immer wieder neuen Tools ausgewertet, was gezieltere Polizeiarbeit ermöglichen soll. Klingt vor allem aus Perspektive der Behörden verlockend, zieht aber einen ganzen Rattenschwanz an Problemen nach sich: Erstens, hohe Kosten. Zweitens, je mehr Institutionen ihre Datensätze per Teilnahme am Programm zur Verfügung stellen, umso attraktiver wird  zwar das Angebot, was jedoch zu drittens führt: Wer aus dem Programm aussteigt, hat keinen Zugriff mehr auf diese Daten. Aber auch ein weiteres zentrales Problem tut sich auf: "Es besteht das Risiko, dass neue Technologien alte Vorurteile kodifizieren. 'Jahrhundertelang waren Minderheiten bei Verhaftungen und anderen Aspekten der Justizarbeit stark überrepräsentiert', sagt Adam Schwartz von der Electronic Frontier Foundation. 'Nutzt man Verhaftungen, Gerichtsurteile oder Feldinterviews als Ausgangsdaten, dann erhält man Prognosen, die quer zur Realität stehen. Sie haben den Anschein objektiver Computerwahrheit, verfestigen aber lediglich alte Schieflagen zwischen den Ethnien.'"

Außerdem: Nicholas Thompson schreibt über die Pläne von Kevin Systrom, dem Geschäftsführer von Instagram, das Internet wieder schön und schnuckelig zu machen. Issie Lapowsky fragt sich, warum die Social-Media-Konzerne Rassisten und Antisemiten nicht einfach den Stecker ziehen. Und Brian Barrett begeistert sich für die Smart-Home-Lösungen eines beliebten skandinavischen Möbelhauses.

Magazinrundschau vom 01.08.2017 - Wired

Zwar gibt es Internet in Kuba - doch das Netz unterliegt starker Zensur, starker Überwachung und ist, da es nur wenige WLAN-Hotspots gibt, überdies auch noch extrem langsam, erfahren wir von Antonio García Martínez. Doch die Bevölkerung Kubas wäre nicht sie selbst, würde sie nicht auch auf diesem Gebiet das Problem mit diversen kecken Improvisationen lösen. Eine davon, die sich als Geschäftsmodell mittlerweile etabliert hat: "El Paquete Semanal", das "wöchentliche Paket" also. Dabei handelt es sich um eine mobile Festplatten mit einem Terrabyte Fassungsvermögen. "Es ist das Internet, runtergekocht auf seine reinste, konsumierbarste, am wenigsten interaktive Form: Content. 'Paqueteros' genannte Medienschmuggler bündeln diese Sammlung von Videos, Liedern, Fotos und Textdateien aus der Außenwelt. Dann reist sie von Hand zu Hand über die Insel, sickert dabei im Nu binnen eines Tages von Havanna aus bis in die entferntesten Ecken und bildet damit etwas, was im Techie-Sprech als 'Sneakernet' bekannt ist: Ein Netzwerk, das Daten zu Fuß, per Bus, auf Pferderücken oder auf irgendeine andere, gewiefte Art transportiert. Seltsamerweise funktioniert es. Kubaner sprechen genauso smart wie jeder Netflix-Amerikaner über populäre Serien wie 'House of Cards' und 'Black Mirror'." Doch was hält die kubanische Regierung davon? "War sie zu Beginn noch feindlich eingestellt, haben die Regierung und die Paqueteros einen für beide Seiten passablen Kompromiss gefunden. Die einen erklären sich einverstanden, auf jegliche politischen und religiösen Inhalte zu verzichten, während die anderen den Inhalt zwar überprüfen, aber im wesentlichen eine uncharakteristische Laissez-faire-Haltung einnehmen."

Magazinrundschau vom 11.07.2017 - Wired

Adam Rogers besucht in Frankreich die Dreharbeiten zu Luc Bessons neuem Film "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten", der nächste Woche in Deutschland anläuft, und sieht und staunt: Es ist tatsächlich möglich, abseits von Hollywood teure, wuchtige, quirlig-bunte Science-Fiction-Blockbuster zu drehen - und das überdies nicht auf Grundlage einer amerikanischen, sondern einer französischen Comicvorlage aus den 60ern. In den USA hätte man dafür kaum Geld erhalten - wie also hat Besson das angestellt? Mit den Tricks eines alten Indie-Hasen, der sich über die Jahre einen Ruf als zuverlässiger, effizient arbeitender Profi erarbeitet hat: "2015 gingen Besson und seine Produzentin und Ehefrau Besson-Silla nach Cannes mit einer Präsentation im Gepäck, um mit über 70 Verleihern aus aller Welt zu sprechen. Besson kannte sie fast alle. 'Wir kamen mit 80 Leinwandzeichnungen an. Wir zeigten ihnen alle Designs. Ich erzählte ihnen die ganze Geschichte, sie konnten das Drehbuch lesen und ein Angebot machen', erinnert er sich. 'Wir holten an einem einzigen Tag fast 80 Millionen ein - nur mit vorverkauften Rechten.' ... Es mag ein großer Film von den Ausmaßen eines regulären Blockbusters sein. Doch er ist finanziert wie ein Indie-Movie. Alle Deals, der Vorverkauf, die Steuervergünstigungen und so weiter, bedeuten für Besson ein minimales Risiko. Und er musste seinen teuren Science-Fiction-Film, der auf weitgehend unbekanntem Material fußt, keinem konservativen, franchise-trunkenen Studio vorlegen. Was  bedeutet, dass Besson ein weiteres Risiko aus der Gleichung genommen hat: Anmerkungen. Viele Anmerkungen. 'Er hat sich eine Finanzstruktur zusammengestellt, die es ihm gestattet, seinen Film ohne - und hier wähle ich meine Worte vorsichtig - das Gewicht eines Studiochefs zu drehen, der bei so hohen Investitionen berechtigterweise das Bedürfnis verspürt, ein Wörtchen mitzureden." Der Trailer sieht schon mal sehr beeindruckend aus: