Spätaffäre - Archiv

Für die Augen

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Spätaffäre vom 10.03.2014 - Für die Augen

(Via Openculture) "Ich wollte schöne Filme machen", hat Akira Kurosawa gesagt. Und trotz seiner Bescheidenheit ("Ziehen Sie meine Person von meinen Filmen ab, und das Ergebnis ist null") nimmt er sich in diesem englisch untertitelten Dokumentarfilm eine Stunde zwanzig Minuten Zeit, um zum Beispiel zu erklären, welche Rolle die von ihm gezeichneten Storyboards für seine Filme spielten. Wenn dann noch Zeit ist, könnte man sich hier noch "Rashomon" ansehen.



Es ist eine Sache, täglich von ein paar Toten in Syrien zu hören, oder die Aufständischen anderthalb Stunden lang in ihrem verzweifelten und einsamen Kampf zu begleiten. Während in den Mediatheken der dritten Programme in Deutschland unter dem Stichwort Dokumentationen eigentlich nur Filme über "Eisenbahnromantik" zu finden sind, können wir uns täglich auf Arte verlassen. Noch ist Talal Derkis Dokumentation über die Stadt Homs hier zu sehen.
Stichwörter: Mediatheken, Derki, Talal, Akira

Spätaffäre vom 07.03.2014 - Für die Augen

Als Arundhati Roy in Delhi Architektur studierte, lebte sie unter den Studenten in einer Gegenkultur, die sie in ihrem Drehbuch für den Film "In Which Annie Gives It Those Ones" (1989) beschrieb. Roy spielte sogar selbst mit: Radha, ein elfenhaftes Wesen mit riesigem Afro, die die Architektur aufgibt, um einen Roman zu schreiben. Regie führte Pradip Krishen. Und in einer winzigen Nebenrolle: Shah Rukh Khan, bevor er zum Superstar wurde. Die imdb stuft den Film mit ausgezeichneten 7,6 Punkten ein. Auf Youtube kann man den Film in 12 Teilen sehen - leider in ziemlich schlechter Bildqualität, aber dafür mit englischen Untertiteln.

Heute jährt sich der Todestag von Stanley Kubrick zum 15. Mal. Auf vimeo ist Jon Ronsons faszinierende TV-Dokumentation "Stanley Kubrick's Boxes" aus dem Jahr 2008 zu sehen, die sich dem New Yorker Meisterregisseur über seine obsessive Arbeitsweise annähert. Sehr sehenswert! (48 Min.)


Spätaffäre vom 06.03.2014 - Für die Augen

Wer es gestern nicht gesehen hat: Erschütternd, eindrucksvoll und teilweise schwer erträglich ist Marc Wieses Dokumentation "Camp 14" über Shin Dong-hyuk, der 1983 in einem nordkoreanischen Umerziehungslager geboren wurde. Bis ihm mit 23 Jahren durch Zufall die Flucht gelang, wusste er nichts über die Welt außerhalb der Stacheldrahtzäune. Einige Schlüsselszenen sind mit Animationen nachgestellt. Bei Arte ist der Film in voller Länge zu sehen. (101 Min.)

Erinnerungen ans goldene Zeitalter Hollywoods: Noch bis Sonntag ist in der Mediathek von Arte der Dokumentarfilm "The Great Kate" von Rieke Brendel und Andrew Davies über die großartige Katherine Hepburn zu sehen. (76 Min.)

Spätaffäre vom 05.03.2014 - Für die Augen

In voller Länge bei Netzkino: "Ride in the Whirlwind", ein spröde inszenierter New-Hollywood-Western aus dem Jahr 1966 vom großen Outsider-Regisseur Monte Hellman. In einer Hauptrolle ist der blutjunge Jack Nicholson zu sehen, der auch das Drehbuch verfasste. (Deutsche Synchronfassung, 79 Min.)



Und bei Arte: Berliner Nachtleben in Geschichte und Gegenwart, Inga Humpe und Helene Hegemann klären auf. 53 Minuten.

Spätaffäre vom 04.03.2014 - Für die Augen

Nur Arte macht so schöne Sachen. Yves Boissets Film "Der Richter, den sie 'Sheriff' nannten" von 1977, mit dem wunderbaren Patrick Dewaere in der Hauptrolle, läuft noch in der Arte Mediathek: Bei seinen Ermittlungen gegen eine als Schutzorganisation getarnte Gangsterbande entdeckt ein französischer Richter die Verstrickung höchster Amtsträger in Korruption und Verbrechen. Nach einem authentischen Fall inszenierter Thriller. Allein der Anfang ist schon sehenswert, wenn die Kamera zur Musik von Philippe Sarde über Saint Etienne im Département Loire fliegt. (107 Minuten)



Gerade wird bei der MaerzMusik in Berlin die Philip-Glass-Oper "Einstein on the beach" wiederaufgeführt. Hier die Besprechung von Wolfgang Behrens in der nachtkritik. Und hier eine Dokumentation zur Produktion 1984 an der Brooklyn Academy of Music mit Kommentaren von Komponist Philip Glass und Regisseur Robert Wilson.



Spätaffäre vom 03.03.2014 - Für die Augen

Die Amnestie für Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um die Freiheit der Kunst in Putins Russland schlecht bestellt ist. In der 3sat-Reportage "Pussy Riot und andere Sünden" kommen oppositionelle Künstler zu Wort und berichten von ihren aufreibenden Auseinandersetzungen mit der Regierung. (52 Min.)

Thekla Dannenberg bespricht in ihrer Koumne Mord und Ratschlag David Peace' Thriller "GB 84", der die Niederschlagung des Bergarbeiterstreiks in der fühen Thatcher-Ära zum Thema hat. Auf Youtube finden wir eine interessante Dokumentation zu der Zeit: "Margaret Thatcher - Taking on the Unions". Frage: Wie konnte eine Reform in einen solchen Konflikt führen. Die Dokumentation wurde vom Daily Telegraph herausgebracht und umfasst auf Youtube acht etwa halbstündige Episoden (Teil1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 6, Teil 7, Teil 8) Der Film über die Gewerkschaften ist Teil 5:

Spätaffäre vom 28.02.2014 - Für die Augen

Seltsam tableauhaft und undramatisch ist Hector Berlioz' "Faust"-Oper, dabei aber in vielen Moment musikalisch hinreißend, weil farbenreich, ohne dass das riesige Orchester je intransparent wird. Von den Chören dürfte auch Wagner einiges gelernt haben. Zur Zeit läuft an der Deutschen Oper Berlin Christian Spucks zur Recht gefeierte Inszenierung mit Clémentine Margaine, Klaus Florian Vogt und Samuel Youn. Allen, die sie jetzt nicht hören und sehen können, zeigen wir hier einen Mitschnitt aus Brüssel 2002 mit Susan Graham und Jonas Kaufmann in den Hauptrollen. (133 Min.)



Der Dokumentarfilm "Hitlers Madonnen" von Petra Dorrmann befasst sich mit von den Nazis eingelagerter und von den Alliierten geretteter Kunst. Die Retter, diese wahren "Monuments Men", unterscheiden sich ganz erheblich von denen, die George Clooney gerade im Kino präsentiert, stellte Jenni Zylka in der taz fest. In der Arte-Mediathek ist die Dokumentation noch bis zum 5. März zu sehen. (58 Min.)

Spätaffäre vom 27.02.2014 - Für die Augen

Bis Sonntag ist in der Mediathek von Arte noch der ausgezeichnete Dokumentarfilm "Das Jahrhundert des Georges Simenon" zu sehen. Regie führte der französische Schriftsteller Pierre Assouline. Wer den belgischen Krimiautor im Original hören möchte, kann die deutsche Übersetzung über die Option "Version" am rechten oberen Bildrand abstellen. (52 Min.)

"Michael", das Regiedebüt des Wiener Filmemachers Markus Schleinzer über einen Pädophilen, der einen zehnjährigen Jungen in seinem Keller gefangen hält, beeindruckte 2011 in Cannes Kritiker und Zuschauer gleichermaßen. Via Netzkino ist der Film legal und in HD bei Youtube zu sehen. (93 Min., FSK ab 16)


Spätaffäre vom 26.02.2014 - Für die Augen

Bei der jüngsten Berlinale gewannen die Geschwister Anna und Dietrich Brüggemann den Silbernen Bären für das Drehbuch ihres Fundamentalismusdramas "Kreuzweg". Bei Arte ist ihr etwas heitererer Vorgängerfilm "3 Zimmer Küche Bad" zu sehen. Nicht die Leidensstationen Christi, sondern die diversen Umzüge der Protagonisten sind das formbildende Element dieses beschwingten Ensemblefilms. (112 Min.)

Klassisches Actionkino mit dem einzigartigen Douglas Fairbanks: In "Das Zeichen des Zorro" von 1920 schlüpft er zum ersten Mal in die Maske des Rächers. Gerade erst lief der Film in der Retrospektive der Berlinale, dank CineNet nun auch in der Spätaffäre. (107 Min.)



Stichwörter: Brüggemann, Dietrich

Spätaffäre vom 25.02.2014 - Für die Augen

Heute vor fünfzig Jahren trat Muhammad Ali - noch als Cassius Clay - seinen großen Kampf gegen Sonny Liston an - und holte sich unter seinem berühmten Getöse - "Ich bin der Größte! Ich bin der König der Welt!" - den Weltmeistertitel. Zwei Tage später konvertierte er zum Islam und nannte sich um. Hier die "Muhammad Ali Story":



Auf Arte future ist eine Dokumentation von Eva Demmler und Axel Friedrich über Menschenaffen zu sehen, die der Frage nachgeht, ob Primaten Kultur aufbauen können. Nicht im Sinne von Operngesang, sondern von Sprache und der Weitergabe von Wissen und Erkenntnis. (52 Minuten).