Vorgeblättert

Götz Aly: Volk ohne Mitte

13.02.2015. Götz Aly porträtiert in einem Essay aus seinem neuen Buch "Volk ohne Mitte", den wir hier gekürzt vorblättern, den Ökonomen Wilhelm Röpke, der in seinen Schriften einen ungeheuren prognostischen Scharfsinn bewies. Leseprobe.
Götz Aly: Volk ohne Mitte
Die Deutschen zwischen Freiheitsangst und Kollktivismus

Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, 272 Seiten, 21,99 Euro

Erscheint am 19. Februar

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Zum Inhalt: Der Mangel an Selbstbewusstsein und gemeinsamen Werten, die Suche nach dem eigenen Vorteil und ein starker Aufstiegswille führten dazu, dass die Deutschen dem nationalen Sozialismus in Massen folgten. Götz Aly eröffnet Einsichten in die geschichtlichen Konstellationen, welche die ungeheuerlich destruktive Energieentladung der zwölf kurzen Hitler-Jahre möglich machten. Er schildert individuelle Bereicherungen, zeigt, wie die Staatskasse und damit alle Deutschen von dem beispiellosen Raubzug in Europa profitierten, und belegt den Hang der Deutschen, nach dem Krieg Schuld und Verantwortung zu verlagern. Er zeigt, wie sehr nach 1945 der Korpsgeist und Karrierismus selbst in der Max-Planck-Gesellschaft und an historischen Instituten die Erforschung dieser Vergangenheit noch lange behinderten.

Aber Aly porträtiert auch in einem ausführlichen Essay, den wir hier gekürzt wiedergeben, den Ökonomen Wilhelm Röpke, einen der wenigen nicht jüdischen und nicht kommunistischen Intellektuellen, die in die Immigration gingen. Röpke, heute einem breiteren Publikum kaum mehr bekannt, bewies in seinen Schriften einen ungeheuren prognostischen Scharfsinn, den er aus Präzision der Beobachtung und einem Mangel an akademischen Rücksichten zog.

Zum Autor: Götz Aly, geboren 1947 in Heidelberg, ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die taz, die Berliner Zeitung und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. (Foto: Susanne Schleyer)

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