In München hat es bei den
Demonstrationen gegen die IAA, die Internationale Automobil-Ausstellung, die sich jetzt "IAA Mobility" nennt, heftig geknallt,
berichtet der
Bayerische Rundfunk. "Den Klimaschützer*innen reicht die
Neuausrichtung der Messe nicht, '
Autokonzerne entmachten' ist ihr Motto",
erklärt Katharina Schipkowski in der
taz. "Sie fordern eine
radikale Abkehr von der auf das Auto zentrierten Verkehrspolitik. 'Klimaschutz ist nur gegen, nicht mit der Autoindustrie zu machen', sagt Lou Winters, die Sprecherin des Bündnisses 'Sand im Getriebe'. Das neue Messekonzept ist in ihren Augen reines Greenwashing."
In der
SZ sieht Max Hägler das ähnlich: "Es braucht eine Internationale Mobilitäts-Ausstellung, veranstaltet
nicht nur von Autolobbyisten, sondern auch von Menschen, die erkennen, dass dieses Jahr mitnichten Tausende Autonome über die Stadt hergefallen sind. Da sind harte Systemkritiker dabei, das muss man aushalten, aber genauso etliche Menschen, die das Auto schon noch als notwendig erachten; die aber der Industrie einen
zu langsamen Ausstieg aus der Verbrennertechnik vorwerfen, und eine übergroße Orientierung aufs Automobil. Dem kann man widersprechen, ebenfalls mit Recht. Aber
die Polizei die Arbeit erledigen zu lassen, ist keine Lösung."
Ist die IAA überhaupt noch der Gegner,
fragt sich in der
taz Malte Kreutzfeldt: Die Autokonzerne bewegen sich ja in
Richtung Elektroautos. Es geht nur alles viel zu langsam. "Der richtige Ansprechpartner für die Kritik sind darum inzwischen weniger der Hersteller als
die Politik. Denn dort geht das Umdenken deutlich langsamer vonstatten. Während die meisten Konzerne längst verstanden haben, dass die Zukunft des Pkws rein elektrisch sein wird, redet man vor allem in Union und FDP weiter von 'Technologieoffenheit' und synthetischen Kraftstoffen, um
am Verbrennungsmotor festzuhalten. Und während Tempolimit und weniger Autos in den Innenstädten in der Politik teils noch auf heftigen Widerstand stoßen, erklärt der VW-Chef in München, mit beidem kein Problem zu haben."
Weitere Artikel: Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen in der Sprache ist wichtig, Dogmatismus ist es nicht,
meint in der
taz Waltraud Schwab mit Blick auf den Streit ums
Gendern: "Wenn so ein
genderfluides Laissez-faire in die Debatte ums Gendern zurückkäme, wenn alle genderten, aber so, wie sie es wollen, nicht so, wie sie denken, es tun zu müssen, könnten
Genderverbote als das entlarvt werden, was sie sind: obsolet und unwichtig."