Der Historiker
Andreas Rödder stimmt im Gespräch mit Hans Monath im
Tagesspiegel Sigmar Gabriels These zu, dass die
Postmoderne die SPD und die Diskurse der klassischen Moderne unterminiert hätten, und das gilt für ihn ganz besonders für die
Gender-Debatte: "Die Postmoderne sagt, dass alle Ordnungen diskursiv erzeugte Machtkonstrukte sind. Wenn das so ist, dann geht es auch bei den Forderungen nach Anti-Diskriminierung, Diversität und Gleichstellung
um Macht. .... Der Soziologe Talcott Parsons hat schon in den fünfziger Jahren die Einsicht formuliert, dass jede Inklusion
neue Exklusionen nach sich zieht. Leider verweigern sich viele AktivistInnen von Gender Mainstreaming oder der 'Queer Theory' dieser Einsicht, sondern erheben einen unreflektierten,
verbindlichen Geltungsanspruch für ihren eigenen Ordnungsentwurf. Mit dieser moralischen Aufladung und Ideologisierung entzieht sich die Kultur des Regenbogens der Debatte - und löst die Gegenbewegung aus, auf die Gabriel hinweist."
Manfred Schneider kann in der
NZZ das Klagen darüber, dass Politik
so langweilig geworden sei,
nicht mehr hören: "Woran mag es liegen, dass die dauernde Zunahme an Information, Belustigung und Kritik doch immer weiter Missstimmung und
Gemütsödnis hervorbringt? Ist es eine Sucht, die uns wie Abhängige dazu treibt, immer mehr politische Unterhaltung zu dealen? Oder ist es das hohe Aufklärungsniveau unserer Zeit, das die Ansprüche wachsen lässt, wie wir regiert und informiert werden wollen? Dabei war es doch im Rückblick der Wille der bürgerlichen Reformer, den Prunk, den Überfluss und die
leeren Rituale der aristokratischen Herrschaft zu beenden. Erst die Abrüstung der Privilegien, Paraden, Hofämter und die Durchleuchtung der Macht brachten das moderne politische System hervor, das aus Wahlen, Debatten, Programmen, Entscheidungen, Gesetzen und Verträgen besteht."
Außerdem: Der linke Soziologe
Thomas Wagner, Autor des
Buchs "Die Angstmacher - 1968 und die Neuen Rechten",
fordert in der
taz, dass die Linke von der Rechten lernt, die von der Linken gelernt hat.
Hans Ulrich Gumbrecht, Professor für Literaturwissenschaften an der Stanford University und 1948 geboren,
denkt in der
NZZ über den Begriff des "
in Würde alterns" nach und verkündet, dass er zum Ende des Studienjahres sein Campus-Büro räumen wird.