Amazon und
Hachette haben sich nach monatelangem erbittertem Streit geeinigt, melden die Agenturen (
hier bei
Spiegel Online und
hier die neueste Zusammenfassung bei
buchreport.de). Hachette kann seine
Preise nun selbst festlegen, bekommt von Amazon aber bessere Konditionen bei der Festlegung niedrigerer Preise (an denen Amazon gelegen war). Hachette-Titel werden wieder normal ausgeliefert, nachdem Amazon den Verlag mit Verzögerung bedient hatte. "Die neue Vereinbarung betrifft sowohl Print- als auch Ebooks",
erläutert Laura Hazard Owen in
GigaOm. Wer den Streit nochmal episch nachlesen will, dem sei Keith Gessens Geschichte in
Vanity Fair empfohlen (unser
Resümee).
Gar nicht zufrieden mit dem Deal
ist Hillary Kelly in der
New Republic: "Gewiss, es hätte Hachette kurzfristig geschadet, die Schlacht weiterzuführen, aber sie hätten nicht aufgeben sollen. Es steht
viel mehr auf dem Spiel als der Preis von Ebooks." Das sehr Amazon-kritische Verlagsblog
Mobylives zitiert Douglas Preston von der Initiative
Authors United, die für die Hachette-Position kämpfte: "I"m relieved that Amazon and Hachette reached an agreement. If anyone thinks this is over, they are deluding themselves. Amazon covets market share
the way Napoleon coveted territory."
Patrick Bahners berichtet unterdessen in der
FAZ über
Revirements bei Amazon Publishing, die die verlegerische Ambition des Hauses in Frage stellen.
Google kann auch in einst eher Google-freundlichen Blogs wie
Netzwertig nicht mehr auf Sympathie rechnen. Martin Weigert
erklärt hier, warum er nach langer Nutzung von
Chrome zu
Firefox zurückkehrt: "Man muss nicht Julian Assanges Erkenntnisse über die enge Zusammenarbeit von Google und der US-Regierung gelesen oder sich sich den Bericht der Nonprofit-Organisation Public Citizen über Googles unermessliche Datensammelei und parallele politische Einflussnahme (
PDF) zu Gemüte geführt haben, um zu verstehen, dass die Schaffung eines allwissenden,
allmächtigen Weltkonzerns auf Dauer nicht im Interesse der Allgemeinheit sein kann."