Heute vor 28 Jahren wurde in Windhuk, Namibia der
Tag der Pressefreiheit erfunden. Die Zeitungen erinnern vor allem an die in vielen Ländern verfolgten und inhaftierten Journalisten, dabei ist die
Türkei weltweit führend bei der Anzahl von Inhaftierungen von Journalisten, wie Caroline Stockford vom Internationalen Presseinstitut in der
Welt schreibt.
Pressefreiheit ist das "Recht der Bürger, alles zu erfahren", schreibt Stefan Aust ebenfalls in der
Welt und mahnt: "Viele 'Medienschaffende' (ein Ausdruck, der sich eher nach DDR anhört) sehen sich weniger als Aufklärer denn als '
Influencer' - und häufig als Sprachrohr der wirklichen
Vierten Gewalt der Gegenwart, der NGOs. Diese
Nichtregierungsorganisationen, zum größten Teil finanziert durch steuerbegünstigte Spenden und andere
Staatsknete, ausgestattet mit dem Privileg des Verbandsklagerechtes, dürften heute einflussreicher sein als die meisten Journalisten, derer sie sich zunehmend bedienen. Zu den wichtigsten Prinzipien der journalistischen Freiheit der Berichterstattung gehört, seine Quellen sorgfältig abzuklären und sich nicht zum
publizistischen Handlanger von Interessengruppen zu machen, die zumeist ihre eigene
Agenda haben, auch wenn sie noch so edel daherkommen."
In der
SZ greift Nicolas Richter noch einmal den Fall um den
ORF-Moderator
Armin Wolf auf, dem von dem FPÖ-Mann und
ORF-Aufseher
Norbert Steger ein Sabbatical nahegelegt wurde, nachdem jener im Gespräch mit einem FPÖ-Politiker eine aktuelle Karikatur der FPÖ mit einer
Stürmer-Karikatur verglich (Unsere
Resümees). Richter rät Steger doch selbst einmal durch die Welt zu fahren, nach
Mexiko etwa, "wo Kartelle Journalisten auf offener Straße erschießen lassen, oder nach
Saudi-
Arabien, das jüngst einen Regimegegner von Agenten mutmaßlich zersägen ließ." Er fügt hinzu: "In der jüngeren europäischen Geschichte hat niemand die freie Presse so systematisch mit Verachtung überzogen wie die
Rechtspopulisten."