Der Islamismus wird in Afrika immer mächtiger. In
Uganda und im Kongo verbreitet die muslimische Rebellengruppe ADF (Allied Democratic Forces) Angst und Schrecken,
berichtet Simone Schlindwein in der
taz: "Ermittler der UN-Expertengruppe, die die Einhaltung des Waffenembargos gegen Kongos bewaffnete Gruppen überprüft, haben über 45 Videos der ADF analysiert. 'Sie zeigen eine klare Ausrichtung hinsichtlich
des IS', heißt es in ihrem Bericht vom Juni an den UN-Sicherheitsrat. Eine direkte Befehlskette zum IS konnten sie jedoch nicht feststellen. Die
Hinwendung zum Dschihad sei eher ein Instrument, um junge Rekruten anzuwerben. Die neue radikalisierte Generation macht die alte Miliz
für neue Technologien fit. Im März meldete die UN im Kongo sogar Überwachungsdrohnen über dem ADF-Hauptquartier."
In der
SZ porträtiert Sonja Zekri den pakistanischen Rechtsanwalt
Gholam Mustafa Chaudry, der versucht, mit seiner Vereinigung "Forum für die Endgültigkeit des Propheten"
Todesurteile für Blasphemie durchzusetzen, wie der Koran es fordere: "Bislang wurden die Todesurteile wegen Blasphemie nicht vollstreckt, aber
Dutzende Unschuldige wurden während des Verfahrens oder nach Freisprüchen von einem Lynchmob, religiösen Fanatikern oder auch Polizisten
umgebracht. Chaudry und seine Kollegen sehen das natürlich anders: Wäre dem Gesetz Genüge getan worden, wäre es zu derartigem Aufruhr erst gar nicht gekommen."
Interessiert sich noch jemand für
Afghanistan? Für die Frauen dort, deren wenige Freiheiten dort langsam erwürgt werden? Sie sollten
an ihre Arbeitsplätze zurückkehren dürfen, "sobald ihre Sicherheit gewährleistet ist", hatte ein Taliban-Sprecher zwei Monaten im Interview mit der Welt verkündet. "Seitdem sind die Frauen aber
nicht wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt",
berichtet Alfred Hackensberger jetzt in der
Welt. "Auch nicht an die
Universitäten. Und auch die Mädchen über zwölf Jahre dürfen weiterhin
nur in Ausnahmefällen zur Schule. Nun folgt der nächste Schlag gegen die Frauen Afghanistans, der dazu dient, sie und ihre Weiblichkeit noch konsequenter aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Frauen sollen in Zukunft
nicht mehr in Filmen und Videos zu sehen sein, und schon gar nicht Körperteile von ihnen. Das haben die Taliban am Montag mitgeteilt."
In der
NZZ unterhält sich Markus Ziener mit dem amerikanischen Politikwissenschaftler
Ian Bremmer über den
american dream, der unter der wachsenden sozialen Ungleichheit, dem Rassismus und der polarisierten Diskussion über die Rolle des Staates leidet. Und dann sind da noch
China und Russland, die zur Bedrohung werden. Wobei Bremmer die beiden nicht gleichsetzen möchte. China ist trotz seiner aggressiven Außenpolitik nicht so destruktiv, da es anders als Russland wirtschaftlich eng mit dem Westen verflochten ist, meint er: Es sei "im
fundamentalen Interesse Russlands, die USA zu schwächen, Europa zu schwächen und die transatlantischen Beziehungen vor Zerreißproben zu stellen. ... China will wachsen, es will, dass die Volkswirtschaften in den USA und Europa robust sind. China will sich
letztlich integrieren und braucht die globalen Märkte, um dorthin zu verkaufen. Natürlich gibt es viele Probleme und Misstrauen zwischen China und dem Westen. Aber immerhin gibt es ein
gemeinsames Interesse an einer globalen Ordnung. Für Russland, das viel weniger integriert ist, ist das viel weniger wichtig."