Melanie Biedermann porträtiert in der NZZ den nigerianischen Popstar FemiKuti, der sich wie sein berühmter Vater Fela für gesellschaftspolitischen Fortschritt stark macht. Ilko-SaschaKowalczuk mag die Musik von RolandKaiser zwar nicht, räumt der Historiker im Freitag ein, "aber er ist ein Citoyen im besten Wortsinne. Ein Schlagersänger, der seine hunderttausenden Fans nicht vor Warnungen vor der AfD verschont." In seiner Klassikkolumne für den Tagesspiegelrät Frederik Hanssen den Fans von ESC-Gewinner JJ es doch mal mit Wagner statt mit Opernpop-Crossover zu versuchen. In der Zeiträt Florian Gasser dem ORF und dem österreichischen Finanzminister vor den erheblichen Kosten einer ESC-Ausrichtung nicht zurückzuschrecken. Und JJ selbst rät dem Veranstalter EBU Agenturenmeldungen zufolge, Israel vom ESC auszuschließen - ob nun aus Konformitätsdruck, tiefsitzender innerer Überzeugung oder weil ihn das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Yuval Raphael dann doch zu sehr belastet hat. Christian Schachinger blickt für den Standard auf die Fehde zwischen BruceSpringsteen und DonaldTrump. Kolja Podkowik von der AntilopenGangmeditiert in der Jungle World über das Für und Wider vom Tragen von Band-T-Shirts. Besprochen wird David Longstreths Album "Song of the Earth" (FR).
Andreas Danzer plaudert für den Standard mit YonasFarag, der abends in der Punkband Montreal singt und tagsüber am Berliner Sozialgericht als Richter arbeitet. Martin Fischer zerbricht sich im Tages-Anzeiger den Kopf darüber, warum die Schweiz beim ESC zwar bei den Jurys ziemlich gut abgeschnitten, beim Publikumsvoting aber komplett versagt hat. Besprochen werden ein Konzert von FazilSay in Frankfurt (FR), DamianoDavids Album "Funny Little Fears" (Standard) und der Auftakt von DuaLipas Deutschlandtour in Hamburg (taz).
Dass Israel beim ESC in den internationalen Jurybewertungen lediglich und ausgerechnet vom muslimisch geprägten Aserbaidschan zwölf Punkte erhalten hat, dürfte geopolitischeGründe haben, mutmaßt Rico Bandle in der NZZ: "Der Ölstaat pflegt seit Jahren eine enge Beziehung zu Israel. Die beiden Länder verbindet der gemeinsame Feind Iran. Entscheidend sind vor allem wirtschaftliche und militärische Interessen: Aserbaidschan ist der größte Öl- und Gaslieferant Israels, im Gegenzug liefert Israel Waffen und kooperiert eng in Sicherheits- und Geheimdienstbelangen. Der amtierende Staatschef Ilham Alijew präsentiert sich zudem wie schon sein Vater Heidar gerne als Freund der Juden; Antisemitismus duldet er nicht."
Außerdem: Im Standard-Gespräch mit Michael Wurmitzer verteidigt der österreichische Musikproduzent MarkDuran, der für Österreich in der ESC-Jury saß, dass sie dem finnischen Beitrag "Ich komme" von ErikaVikman zwölf Punkte gegeben haben, was manchem prüden Zeitgenossen in der Alpenrepublik überhaupt nicht schmeckt. In der FAZgratuliert Freddy Langer dem Popmusiker-Fotografen AntonCorbijn zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden ein Konzert des EnsembleModern in Frankfurt (FR), ein von RiccardoMuti dirigiertes Konzert der WienerHofmusikkapelle (Standard), ein Berliner Konzert der NDRBigband mit JoachimKühn (FAZ) und neue Popveröffentlichungen, darunter "Lieblingslieder" der LowLifeRichKids ("ein tolles Album", schwärmt Christian Schachinger im Standard).
Beim ESC in Basel hat der Countertenor JJ mit seiner Powerballade "Wasted Love" Österreich den Sieg beschert. YuvalRaphael landete für Israel insbesondere wegen des großen Publikumszuspruchs mit "New Day Will Rise" auf Platz 2. Das österreichische Duo Abor & Tynna verteidigte unter der Federführung des Wiedergängers Stefan Raab mit "Baller" Deutschlands tradtionell angestammten Platz in der unteren Hälfte des Rankings.
Es ist der "erste Sieg eines Opernsängers beim Eurovision Song Contest", hält Marco Scheuder im Standard fest (JJ - bürgerlich Johannes Pietsch - ist ansonsten an der Wiener Staatsoper tätig, informiertBackstage Classical). Der junge Künstler "mischt Oper mit Pop und Techno und entwickelte sich mit seiner spitzbübischen Art und seinem beeindruckenden Stimmumfang zum Liebling der Jury und des Publikums", berichten Esthy Baumann-Rüdiger und Aline Wanner in der NZZ. Er "sticht als Künstler mit seinen musikalischen Fähigkeiten heraus. JJ ist mehr als der übliche Eurovision-Klamauk." Marco Schreuder porträtiert für den Standard Teodora "Teya" Špirić, die das Lied komponiert hat, mit dem JJ den ESC gewonnen hat.
tazler Jan Feddersen hatte viel Freude an der "Show, mit der das Schweizer Fernsehen sehr cool und ausgesprochen charmant mit allen Klischees in eigener Sache spielte, Alphörner, Schokoladenproduktion und eine gewisse Heidi-eske Spießigkeit inklusive." Ansonsten fällt ihm auf, "dass das Friedensthema, sonst ein klassisches ESC-ästhetisches Anliegen, faktisch blind blieb. Dafür kreisten die meisten Acts um das Thema Selbstbehauptung (Finnland und Malta mit jeweils von manchen auch als vulgär missverstandenen Vorträgen), Liebeskummer (der Österreichs JJ, auch der deutsche Beitrag von Abor & Tynna), Identitätssuche (Spanien, Italien u.a.) und Selbstbestimmung (Dänemark, Frankreich, Albanien)."
In Österreich sorgt dieser Erfolg wohl schon für das eine oder andere graue Haar, so Lukas Moser in der Berliner Zeitung: Ein ESC bringt zwar hohe touristische Einnahmen, aber man muss monetär erstmal erheblich in Vorleistung gehen - und weder der nun in der Verantwortung stehende ORF noch die Staatsfinanzen stehen diesbezüglich gerade sonderlich gut da. "Der diesjährige Song Contest in Basel kostete um die 60 Millionen Euro. Für 2026 muss der ORF wohl mindestens 30 Millionen Euro aus dem eigenen Budget aufbringen. Die Erwartungen Europas an den nächstjährigen ESC sind aber umso größer, als das 70-Jahr-Jubiläum ansteht. Passend dazu kommentierte ORF-Chef Roland Weißmann den Sieg gegenüber der Kronen Zeitung mit einem typisch österreichischen 'Na, servas' - übersetzt: 'Bistduwahnsinnig.'"
Weiteres: Jakob Biazza erzählt in der SZ von seinem Videotelefonat mit PeteDoherty, der nach Jahren wüstester Drogeneskapaden heute offenbar einen geerdeteren Lebensstil pflegt. Edo Reents (FAZ) und Joachim Hentschel (SZ) gratulieren PeteTownshend zum 80. Geburtstag. In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Jens Buchholz über "Amadeus" von Falco.
Eigentlich sollte der Eurovision Song Contest ja ein ausgelassenes Fest der Freude und der internationalen Gemeinschaft sein, doch beim Flanieren durch Basel bietet sich Sabine Winkler (Welt) ein ziemlich eingetrübtes Bild: BDS-Idioten bestimmen offenbar die Stimmung in der Stadt. "Eurovision-Plakate werden mit 'Free Gaza'-Parolen übermalt, fast jeden Tag ziehen Protestzüge durch die Basler-Straßen. Es ist eine aggressivePräsenz. Die Demonstranten machen klar, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und sie das Sagen haben. Im Gegensatz dazu trifft man in der Stadt kaum Leute, die sich als Israel-Fans erkennbar machen - wahrscheinlich aus Angst vor möglichen Angriffen. ... Bislang blieben die Proteste friedlich. Jedoch legen sie eine radikalere Attitüde an den Tag als 2024 in Malmö. ... Ein Demonstrant machte in Richtung der israelischen Sängerin YuvalRaphael eine Geste, mit der er andeutete, ihr die Kehle durchzuschneiden."
Außerdem: In der SZ spricht Reinhard J. Brembeck mit SimonRattle, der heute in München mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wird. NZZ-Kritiker Christian Wildhagen schmilzt beim Zürcher Brahms-Konzert des Geigers AugustinHadelich regelrecht dahin. In der WamSblickt Manuel Brug zurück auf zehn Jahre Kent Nagano an der Hamburgischen Staatsoper: "Es ist eine seltsam schwebende, zwischen Erfüllung und Überforderung, Leidenschaft und Gleichmut balancierende Operndirektionsdekade gewesen." Diba Shokri freut sich in der FAZ, dass BillieEilish ihren binnen weniger Jahre vollzogenen, kometenhaften Aufstieg zur Popikone dafür nutzt, um für mehr Umweltbewusstsein zu werben. Leonie C. Wagner porträtiert in der NZZ die Sängerin CassieVentura, die als Kronzeugin im Prozess gegen P. Diddy aussagt. In der tazrät Johanna Schmidt allen Spotify-Kunden zu Anbietern wie Tidal oder Qobuz zu wechseln, die den Künstlern deutlich höhere Beträge ausschütten. Martin Scholz plauscht für die WamS mit CarlosSantana. Und beim Dlf Kulturzum Nachhören: Die BerlinerPhilharmoniker spielen unter KirillPetrenkoMahlers Neunte.
Die in den letzten Wochen heftig diskutierte Gema-Reform ist gescheitert. Auf der Generalversammlung "stimmte sowohl die Kurie der Verleger als auch der Komponisten gegen die Reform", berichtet Axel Brüggemann auf Backstage Classical. "Die Ablehnung des Antrags durch nur eine Kurie hätte bereits gereicht, um das Vorhaben scheitern zu lassen." Helmut Mauró erklärt in der SZ: "Abstimmen durften Vertreter aller knapp 100.000 außerordentlichen Mitglieder sowie die etwa 6000 Vollmitglieder, die also mindestens fünf Jahre dabei sind und in dieser Zeit 30.000EuroüberdieGemaerwirtschaftet haben. Offenbar gibt es unter den Vollmitgliedern eine Mehrheit von E-Komponisten und Musikverlegern. ... Es ist fraglich, ob sich bei diesen Stimmverhältnissen etwas ändern lässt."
Jan Brachmann atmet in der FAZ spürbar auf: Im Erfolgsfall hätte die Reform "die Vergütung musikalischer Werke direkt mit der Konsumentendemokratie, mit den Abstimmungsergebnissen an den Konzertkassen, kurzgeschlossen. Der völligenDurchökonomisierungunseresKulturverständnisses wäre dabei nicht nur das Wort geredet worden. ... Die strukturelle Bevorzugung der E-Musik hat Deutschland zu einem Musikland ohne Vergleich gemacht. Nur weil hier der Markt nicht alles regelt, befindet sich die Hälfte aller Opernhäuser der Welt auf deutschem Boden. Nur deshalb kommen junge Menschen aus allen Ländern hierher, um an Musikhochschulen noch Komposition zu studieren."
Weitere Artikel: Hannah Schmidt porträtiert online nachgereicht in der Zeit die Dirigentin AnnaRakitina. Christian Wildhagen spricht für die NZZ mit der Dirigentin Lena-LisaWüstendörfer. In der tazgratuliert Benjamin Moldenhauer dem auf musikalische Ruppigkeiten spezialisierten IndielabelFidelBastro zur 100. Veröffentlichung: In diesem Umfeld "kann man etwas finden, das die schönsten Aspekte von Punk bis heute weiterführt und ins musikalisch Offene schubst". Sabine Winkler porträtiert für die Welt das österreichische Duo Abor & Tynna, das Deutschland beim ESCvertreten wird. Ein Spektogramm legt frei, dass die Schweiz beim ESC mit dem außergewöhnlichstenSong antritt, berichten Simon Huwiler und Roland Shaw in der NZZ. UK-Rap macht zwar ordentlich Kasse, wird aber auch immer gleichförmiger, beobachtet Victor Efevberha in der taz. Der LiteraturwissenschaftlerHans Ulrich Gumbrechtverneigt sich in der Welt vor Elvis, dessen Stimme er in seiner Jugend heimlich im Radio gelauscht hat: "Sie gab mir das Gefühl, auf angenehme Weise überwältigt zu werden, und ich empfand eine glückselige Traurigkeit, wenn der Song nach knapp drei Minuten ausklang."
Besprochen werden ein Hamburger Auftritt des Art Ensemble of Chicago (FAZ), ein Londoner Konzert von ArcadeFire (SZ) und CameronWinters Album "Heavy Metal" ("ein Ereignis", schwärmt Jan Jakal auf Zeit Online).
Völlig beglückt kommtStandard-Kritiker Stefan Ender von einem Wiener Beethoven- und Schubert-Abend der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter PaavoJärvi nach Hause. Insbesondere Schuberts Unvollendete muss ein Ereignis gewesen sein: "Gebannt folgte man einer gleichermaßen detailreichen wie emotional weit gespannten Klangerzählung, die in ihrer emotionalen Wahrhaftigkeit fast überforderte. Die akute Erkrankung eines Konzertgastes während Janine Jansens Interpretation des Beethoven-Violinkonzertes schärfte noch den Fokus auf die Fragilität aller existenziellen Dinge. Die wenigen Moll-Passagen ließen innerlich frösteln. Das Spiel der Niederländerin, natürlich und nuanciert, frisch und lebensklug, war ein Geschenk. Nie möchte man das Werk mehr anders hören."
Menschen, denen Israelkritik ganz besonders am Herzen liegt, verweisen gerne darauf, dass der ESC ja auch Russland wegen des Kriegs in der Ukraine ausgeschlossen hat - warum dann nicht auch Israel? Die Veranstalterin - die EBU, die europäische TV- und Radio-Union der öffentlich-rechtlichen Sender, weist dies plausibel zurück, findet Jan Feddersen in der taz: "Obwohl es häufig so scheint, nehmen am ESC keine Länder teil, sondern unabhängigeTV-Stationen. Das sei in Russland und Belarus spätestens seit dem Krieg gegen die Ukraine nicht der Fall. In Israel jedoch sei KAN vom Staat unabhängig - Raphael trete also nicht als Regierungschanteuse an. ... Obwohl sich ein Millionenpublikum den ESC als eine Art politische Europameisterschaft der Pop-Künste vorstellt, kann für die eurovisionäre Oberinstanz nur eine Abwägung gelten. Arbeitet ein TV-Sender vom Staat in, zumindest geringfügiger, Distanz? Diese Herangehensweise hatte zur Folge, dass Russland etwa nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim nicht verbannt wurde, auch der britische Falkland-Krieg in den frühen Achtzigerjahren führte zu keinen Sanktionen."
Weitere Artikel: Margarete Affenzeller erklärt im Standard, wie der ESCsexuelleZweideutigkeiteninTexten zensiert. Marco Schreuder plaudert für den Standard mit dem österreichischen ESC-Teilnehmer JJ. Corina Gall porträtiert für die NZZ die ESC-Moderatorin HazelBrugger.
Besprochen werden CraigFinns Album "Always Been" (FR), ein Auftritt des Geigers AlioshaBiz (Standard), ein Konzert von BuggeWesseltoft in Frankfurt (FR), der ARD-Dreiteiler "Max & Joy - Komm näher" über die Beziehung der beiden Musiker JoyDenalane und MaxHerre (taz), StaschaBaders Dokumentarfilm "Das Geheimnis von Bern" über die BernerMusikszene (NZZ), ein Liederabend mit GeorgZeppenfeld und GeroldHuber im Frankfurter Opernhaus (FR), ein Comeback-Album von LittleFeat (SZ) und das gemeinsame Album von MarkPritchard und ThomYorke ("ein schönes Album", schwärmt Karl Fluch im Standard).
Die FörderungavancierterMusik soll mit der aktuell vieldiskutierten GEMA-Reform nicht abgeschafft werden, sondern "der Kreis der Berechtigten soll erweitert und die Art der Projekte vielfältiger werden", erklärt Georg Oeller aus dem GEMA-Vorstand im SZ-Gespräch mit Helmut Mauró. "Entspricht die bisherige Verteilung noch einer echten Chancengerechtigkeit? Im Gegensatz zu anderen Institutionen wollen wir bei den Förderprogrammen nicht sparen. Die Bedingungen verschlechtern sich, gerade im Pop-Bereich sind viele Spielstätten weggefallen. ... Dieser verändertenKulturlandschaft wollen wir Rechnung tragen. ... Wir werden also den Jazz dort mit hereinholen, das Chanson und andere Genres, die bisher in der Wertung keine besondere Förderung wie die zeitgenössische Kunstmusik erhalten haben."
Weitere Artikel: Quirin Hacker (FR) spendiert Ethio-Jazzer MulatuAstatke anlässlich dessen Abschiedstournee einen Nachruf zu Lebzeiten. "Was macht der ESC mit Basel, und was macht Basel aus dem ESC", fragt sich Renato Schatz in der NZZ. Klaudia Lagozinski plaudert für die taz mit der Band KAJ, die Schweden beim ESC vertritt. Linus Schöpfer porträtiert in der NZZ die Schweizer ESC-Moderatorin SandraStuder. Thomas Wochnik gibt im Tagesspiegel Tipps zum XJazz-Festival in Berlin. BillieEilish hat in Berlin auch einen Auftritt vor ausgewählten American-Express-Kunden absolviert, berichtet Hannah Mara Schmitt in der NZZ.
Besprochen werden Sabine Herpichs Kinodokumentarfilm über die Musikerin BarbaraMorgenstern (Tsp) und eine Bonner Ausstellung von DanielBiskupsLove-Parade-Fotos aus den Neunzigern (Welt).
Elmar Fulda, Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, und Christian Fischer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen, wenden sich in der FAZ entschieden gegen den geplanten neuenVerteilungsschlüssel bei der GEMA. Sollte die Reform durchgesetzt werden, "könnten junge Komponisten kaum noch hoffen, irgendwann einmal ordentliche Mitglieder der GEMA zu werden und von Gebühreneinnahmen zu profitieren, da ihre Werke nur geringe Aufführungszahlen haben und ihr Mindest-Aufkommen aufgrund der neuen Regelungen nicht mehr ausreichen würde für eine Mitgliedschaft." Auch würden "alleMitglieder ... wenigererhalten. Die Bedingungen für alle Musikkreativen wären dann immerhin, zynisch formuliert, gleich, nämlich gleich schlechter. Gewinner wären die Musikindustrie und global agierende Konzerne." Zudem würden "der Mainstream sich verbreitern und die kulturelle musikalische Vielfalt abnehmen".
Außerdem: Durchaus respektabel findet Jan Wiele (FAZ) die klaren Worte, mit denen Bruce Springsteens Gitarrist StevenVanZandt vor kurzem in einem Playboy-Interview die eigene Lage beschrieb: Dass Springsteen ganz öffentlich dazu steht, mit Trump nichts am Hut zu haben, und also in den USA ein ansehnlicher Teil der eigenen Fanbasis weggebrochen ist. Axel Brüggemann spricht für Backstage Classical mit ShastaEllenbogen, der Gründerin des NakedStringQuartet, dessen Name bei den Kammermusikkonzerten im Berliner Sexclub KitKat Programm ist (mehr dazu bereits hier). Vielleicht ist es ja gerade "seine Unmöglichkeit", die Punk attraktiv hält, schreibt die "Redaktion Ostsaarzorn" in ihrem Beitrag zur Debattenserie in der Jungle World anlässlich von 50 Jahren Punk.
Besprochen werden ein von Santtu-MatiasRouvali dirigiertes Konzert des Pianisten SeongJinCho (NZZ), ein Soloalbum der Mia-Sängerin MiezeKatz (Tsp), diverse neue Popveröffentlichungen, darunter das Comeback von Mclusky (Standard-Kritiker Karl Fluch freut sich über einen "würdigen Satz heißer Ohren") und das neue, auf den Pfaden von Yacht Rock wandelnde Album von YoungGunSilver Fox (SZ-Kritiker Andrian Kreye hat Spaß am hier gebotenen "idealenEskapismus").
Nadine A. Brügger porträtiert in der NZZ die israelische ESC-Teilnehmerin YuvalRaphael, die das Massaker der Hamas am 7. Oktober nur deshalb überlebte, weil sie sich umringt von Leichen tot stellte. Es "erscheint fahrlässig", dass die UniversitätGreifswald die Musikwissenschaft als eigenständigen Bereich streichen will, findet Christiane Wiesenfeldt in der FAZ, denn dann "wäre nicht nur die Philosophische Fakultät, sondern auch die Musikkultur des Nordostens dort, wo man nie sein wollte: an die Peripherie gerückt". Karl Fluch plaudert für den Standard mit RobertStadlober, der sein Projekt mit Tucholsky-Vertonungen fortsetzt. Ladina Triaca besucht für die NZZ die Universität Bern, wo in diesem Semester ein ESC-Seminar stattfindet. Joachim Hentschel erinnert in der SZ an das vor 40 Jahren erschienene Dire-Straits-Album "Brothers in Arms", mit dem die CD als damals noch neues Format endgültig am Markt durchgesetzt wurde. Die BerlinerPhilharmoniker erinnern mit vier Stolpersteinen an ihre früheren Musiker SzymonGoldberg, GilbertBack, NicolaiGraudan und JosephSchuster, die von den Nationalsozialisten einst ins Exil getrieben wurden, berichtet Wolfgang Schreiber in der SZ. Cem-Odos Güler schreibt in der taz einen Nachruf auf den überraschend verstorbenen Deutschrapper Xatar.
Besprochen werden BillieEilishs Berliner Konzert (FAZ), der Auftritt von Spiritualized beim Donaufestival in Österreich (Standard), eine von ChristopheRousset geleitete Aufnahme von Salieris "Cublai" (FAZ), AnouarBrahems Album "After the Last Sky" (FAZ) und ein neues Album von BlackCountryNewRoad (FAZ-Kritiker Philipp Krohn beschleicht der Eindruck, "als erfinde da jemand ganz naiv den Rock noch einmal neu").
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