
Im Aufmacher
erzählt Alex Tizon die Geschichte von
Eudocia Tomas Pulido, genannt Lola, die sein Großvater als 18-Jährige seiner Tochter
als Dienstbotin "
schenkte" und die 56 Jahre mit Tizons Familie - Philippinos, die nach Amerika einwanderten - lebte: Beschimpft,
ohne Gehalt, ohne eigenes Zimmer, ohne offiziellen Einwandererstatus und doch ein Familienmitglied, wie man lernt. "
Sklaverei hat eine lange Geschichte auf den philippinischen Inseln. Bevor die Spanier kamen, versklavten die Inselbewohner andere Inselbewohner, meistens Kriegsgefangene, Kriminelle oder Schuldner. Sklaven gab es in unterschiedlicher Ausführung: vom Krieger, der seine Freiheit durch Tapferkeit zurückverdienen konnte, zu Haussklaven, die als Eigentum betrachtet und gekauft, verkauft oder gehandelt werden konnten. Sklaven mit hohem Status konnten Sklaven mit niedrigem Status halten und die wiederum solche mit noch niedrigerem Status. ... Traditionen hielten sich, selbst als die USA 1898 die Kontrolle über die Inseln übernahm. Heute können selbst die Armen
utusans oder
katulongs (Helfer) oder
kasambahays (Diener) haben, solange es Menschen gibt, die
noch ärmer sind als sie."
Richard Spencer zählt zu den gruseligsten Figuren, die im Zuge von Donald Trumps erfolgreicher Kandidatur für das Präsidentenamt aus den Kellerlöchern der sogenannten "
Alt-
Right"-Bewegung in die Öffentlichkeit gespült wurden: Seine völkischen, ideologisch an den Nazis ausgerichteten Positionen lassen Scharfmacher wie Steve Bannon oder Milo Yiannopoulos harmlos aussehen. Spencer sieht sich selbst als geistig-kulturelle Speerspitze eines alteuropäisch orientierten "Ethno-Staats", in dem eine
starke Elite das Regiment übernimmt. An der High School war er allerdings eher mittelmäßig,
erinnert sich Graeme Woods, der mit ihm zur High School ging. Dass Spencer sich mit seinen Positionen
extrem angreifbar macht - als er im November vor laufender Kamera eine Ohrfeige bekam,
ging das durch die Netzwelt - deutet Wood mit
Norman Mailers Essay "Der weiße Neger" von 1957: "Frisch aus einem Krieg zurückgekehrt und im Angesicht nuklearer Auslöschung empfanden die Weißen ihre eigene Kultur damals als
blutleer und einschläfernd. Sie sehnten sich nach der Gefahr - und fanden sie, indem sie den Lebensstil von Schwarzen nachahmten, die Gefahr kannten, ohne sich danach zu sehnen, und deren Kultur, Idiom und Alltag wie Riechsalz auf sie wirkten. ... Auch Spencer ist so ein
fahler Imitator. Er suchte die Gefahr - oder zumindest dachte er das - und jetzt hat er sie."
Weiteres: Nicholas Dawidoff
schreibt über die Entstehungsgeschichte des
Beatles-Songs "A Day in the Life". Und Laura Parker
erzählt, wie es
Alan Eustace von
Google gelungen ist, 2014 den von Felix Baumgartner aufgestellten Weltrekord im
Stratosphärenspringen zu brechen.