Magazinrundschau - Archiv

Fast Company

10 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 28.11.2017 - Fast Company

Dass die Dinge nicht immer so laufen, wie sie prophezeit werden, und man die Hoffnung nicht ganz aufgeben muss, lehrt eine Reportage von Austin Carr über den Einzelhandel in den USA. Einkaufszentren schließen, Amazon ist eine große Konkurrenz, aber dennoch: Viele Einzelhändler überleben, und es geht ihnen gar nicht so schlecht. Sie nutzen die Schwäche des überwältigenden Konkurrenten: "Immerhin geschehen 90 Prozent aller Einzelhandelverkäufe immer noch in der realen Welt. Und so unermüdlich Bezos auch ist, er kann nicht alle Läden aufkaufen. Je größer Amazon wird, desto mehr Möglichkeiten gibt es für frische lokale Alternativen. Je mehr Amazon seine computergesteuerte Effizienz steigert, desto größer wird das Bedürfnis nach einem warmherzigen individualisierten Service. Je mehr Menschen mit Amazon über den Sprachassistenten Alexa interagieren, desto mehr werden sie sich nach der Einsicht und dem persönlichen Kontakt mit einem Mitmenschen sehnen."
Stichwörter: Einzelhandel, Amazon

Magazinrundschau vom 24.01.2017 - Fast Company

Nach dem beeindruckenden Vinyl-Revival erfreuen sich auch andere, an sich obsolete Musikträger eines aufs Neue gesteigerten Interesses. Zwar ist der Anteil von Musikkassetten am Gesamtumsatz der Musikindustrie so verschwindend gering, dass sich die Auflistung gar nicht erst lohnt. Dennoch konnten die wenigen verbliebenen Tape-Hersteller zuletzt ansehnliche Umsatzsteigerungen verzeichnen. Auch wenn der Mainstream das Tape als Medium wieder zusehends für sich entdeckt: Das Retro-Medium steht vor allem im musikalischen Underground hoch im Kurs. Woran liegt das, hat sich John Paul Titlow gefragt. Einige Gründe, auf die er bei seiner Recherche gestoßen ist: "Für neue, wenig etablierte Musiker stellen Tapes als Investition ein niedrigeres Risiko dar als Vinyl. Wenn deine Debüt-EP sich nicht verkauft, bleibst du auf einer großen Kiste sitzen, die über 1000 Dollar gekostet hat und deren Herstellung ein halbes Jahr gedauert hat. Tapes bieten Musikern einen preislich günstigen Weg, die eigene Arbeit an die Fans zu verkaufen - üblicherweise für fünf Dollar das Stück -, was dazu beiträgt, Tourkosten zu decken und das vor allem in einer Zeit, in der die Streaming-Tantiemen kaum für eine einzige Tankfüllung ausreichen. Fans können damit ihre Lieblingskünstler unterstützen, ohne gleich die 25 Dollars auf den Tisch legen zu müssen, die es für Vinyl braucht oder irgendeinen Kinkerlitz mit dem Bandnamen darauf. Angesichts dessen, wie selten man heutzutage noch ein Kassettendeck sieht, mag das seltsam anmuten. Aber sollte es auch für sonst nichts gut sein, dann bietet dies rechteckige Stück Plastik am Ende vielleicht immer noch einen komfortablen Anreiz für einen freien Download des Albums. Und es ist ein Souvenir."

Magazinrundschau vom 01.12.2015 - Fast Company

Das Facebook-Imperium wächst: Nach den Apps Instagram, WhatsApp und Messenger, die das Unternehmen für das mobile Internet flott machen sollten, visiert Zuckerbergs expandierendes Unternehmen nun Künstliche Intelligenz und Virtual Reality als nächste Großprojekte an, um das Unternehmen für künftige Entwicklungen aufzustellen, wie sich Harry McCrackens ausführlicher Homestory entnehmen lässt. Die Motivation dahinter? Die gesammelten Daten endlich auch mal zu verstehen: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das soziale Netzwerk noch immer deutlich besser darin, riesige Mengen von Daten zu sammeln als zu verstehen, was diese Daten bedeuten. Eine avancierte KI könnte dabei behilflich sein, jene Inhalte in den Vordergrund zu rücken, die einem tatsächlich wichtig sind, was einen länger auf der Plattform halten und damit die eigene Attraktivät für gezieltes Marketing erhöhen wird. ... Zum Teil stellen die KI-Versuche auch einen Ansatz dar, um Facebook für eine Zeit vorzubereiten, in dem Geräte von der Armbanduhren bis zum Auto miteinander verbunden sein werden und die Dichte an hereinkommenden Informationen, die das Unternehmen handhaben muss, exponenziell steigen wird. 'Es werden einfach noch viel mehr Daten darüber generiert werden, was sich in der Welt vollzieht. Und die hergebrachten Modelle und Systeme, über die wir bislang verfügen, kriegen das nicht zu fassen', sagt Jay Parikh, der Vizepräsident der firmeninternen Forschungseinrichtung."
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Magazinrundschau vom 21.04.2015 - Fast Company

Wie tiefgreifend die Erschütterungen sind, die von Netflix für HBO ausgehen, verdeutlicht Nicole Laporte auf sehr eindrückliche Weise mit einer Reportage über die händeringenden Versuche des eigentlich boomenden PayTV-Senders, sich mit einem eigenständigen Onlineangebot auch auf dem Streamingmarkt der Zukunft zu positionieren: Nach langwierigen, aber am Ende gescheiterten Versuchen, dieses Unternehmen in house anzugehen, hat man nun Bündnisse mit dem Sportprogrammanbieter MLB und Apple geschmiedet und die nur auf Apple-Produkten laufende App HBO Now zu Wege gebracht. "Geschäftsführer Richard Plepler verliert über diese Entscheidung keine Tränen. Die technologische Seite des Projekts zu delegieren, ist für HBO ein strategischer Wendepunkt zurück zu den Wurzeln: HBO war schon immer ein Content-, kein Tech-Unternehmen. ... Aber ist HBO Now wirklich so ein alles umwerfendes Ereignis? Mit der Kooperation mit Apple stellt Plepler einen coolen Service vor, der lediglich einen Tippser vom Bildschirm entfernt ist, ganz ohne eine vorangegangene, zähe Pay-TV-Authorisierung. Doch auch wenn Version 1.0 jetzt nicht mehr störanfällig ist und mit viel Premium-Content lockt, stellt sie dennoch nur einen Abglanz dessen dar, was zuvor einmal geplant war. Wenn das Produkt wirklich gut ist, dann führt es HBO sichtlich an Netflix heran. Doch nicht weit genug, um den Gegner tatsächlich zu erlegen."

Magazinrundschau vom 29.10.2013 - Fast Company

Neal Ungerleider stellt eine Reportage-Webseite vor, die mit nachrichtendienstlichen Tools das nicht-google-indizierte "deep web" durchforstet: Vocative, ein von dem israelischen Sicherheits-Unternehmer Mati Kochavi gegründetes Medium, steht damit für einen neuen Trend, meint Ungerleider: Open Source Intelligence. "2013 zeigte Jordan Harbinger bei der Hackerkonferenz Defcon, wie er sensible Informationen von Angestellten eines Vertragspartners des Verteidigungsministeriums erhielt, indem er als Headhunter bei LinkedIn auftrat. Es gibt Hinweise, dass NSA-Angestellte und Vertragspartner die Codenamen hochgeheimer Projekte bei LinkedIn gepostet haben. In New York posten Polizisten anonymisierte Berichte über ihre Jobs und ihre Ansichten zu Straffällen bei einem Bulletin Boards wie Thee Rant. Dann gibt es die Tech-Firmen, die obsessiv Quora und GitHub beobachten um herauszufinden, was die Konkurrenz vorhat. Mit anderen Worten: Data mining und das Durchsuchen von sozialen Medien und Bulletin Boards kann Stoff für viele Geschichten liefern."

Magazinrundschau vom 20.08.2013 - Fast Company

J.J. McCorvey hat dem in einigen US-Städten bereits testweise ausgerollten AmazonFresh auf den Zahn gefühlt und sich - zur vollsten Zufriedenheit - Bananen und Äpfel aufs Hotelzimmer liefern lassen. Mit dem Angebot hat Jeff Bezos weit mehr im Blick als bloß den Gemüsemarkt, schreibt McCorvey, nachdem sie zuvor Amazons komplexes Warenauslieferungssystem genau untersucht hatte: "Tatsächlich handelt es sich um ein "trojanisches Pferd (...). 'Ursprünglich war vorgesehen, dass dies mit dem Rollout der neuen Lieferung am selben Tag einhergehen würde', erklärt Tom Furphy, der von 2007 bis 2009 für Fresh zuständig war. Dies zu bewerkstelligen stellt eine enorme logistische und wirtschaftliche Herausforderung dar. Man nennt es das Problem der letzten Meile. Zwar kann man von den Warenlagern aus ohne weiteres vollgepackte LKW auf die Reise schicken, doch ein einzelnes Päckchen durch ein ganzes Viertel zu manövrieren, um es schließlich an der Tür des Kunden abzuliefern, ist nicht ganz so einfach. Das Frachtvolumen und die Lieferfrequenz müssen die Kosten für Treibstoff und Arbeitszeit überwiegen, sonst wird diese letzte Meile ziemlich teuer. ... Vom Ausbau der Frischwarenlieferung erhofft sich Amazon, Kunden, die sonst nur einmal im Monat etwas bestellen, dazu zu bewegen, wöchentlich - oder vielleicht sogar dreimal die Woche - eine Bestellung aufzugeben. Dies wiederum würde das nötige Bestellvolumen ergeben, um die Investition in eine solche Infrastruktur attraktiv zu machen." Außerdem erfährt man, dass Amazon sich auch in den kommenden Jahren mit dem Argument, Arbeitsplätze zu schaffen, darum drückt, volle Steuern abzutreten.

Weiteres: Adam Bluestein erzählt, wie change.org zur Plattform für enttäuschte Kunden wurde: auch Amazon steht - hier in Deutschland und hier in Großbritannien - in der Kritik.
Stichwörter: Amazon, Bezos, Jeff

Magazinrundschau vom 25.03.2013 - Fast Company

Nicole Laporte sieht eine neue Generation von Rebellen heranwachsen, die Hollywood einmal mehr retten werden - und zwar mit Youtube, wobei Laporte insbesondere Sarah Silvermans und Michael Ceras neuen Youtube-Kanal Jash herausstellt: "Eine ganze Reihe vorausdenkender Stars, Produzenten, Agenten und Studiochefs wagen sich in die digitale Welt - bevor die digitale Welt sie ersetzt. Ihr Timing könnte gar nicht besser sein: Im Jahr 2012 schauten die US-Amerikaner erstmals mehr Filme über das Internet (via Netflix, Amazon und iTunes) als über gekaufte oder geliehene DVDs. Apps wie Angry Bird sind (bezogen auf das Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag) so erfolgreich wie das Blockbuster-Franchise 'The Dark Knight'. ... Daraus folgt, dass Hollywood derzeit eher händeringend nach dem nächsten Instagram sucht, das innerhalb von 18 Monaten nach dem Launch von Facebook für 715 Millionen Dollar übernommen wurde, als nach dem nächsten Channing Tatum. Silverman hat vielleicht nicht viel Respekt für das 'Talent' der Youtuber, aber sie und ihre Hollywoodfreunde sind sehr interessiert an der Kompetenz von Youtube, was Online-Distribution betrifft, und deren Gabe, ein Publikum zu schaffen, das Millionen an Werbeeinahmen abwirft." Hier stellen Silverman und Cera Jash vor:



Auch Crowdfunding (etwa über den Branchenführer Kickstarter) zählt zu den großen Hoffnungen auf eine Erneuerung des Filmgeschäfts. Von Max Chafkin erfahren wir unterdessen, dass sich die Geschäftsführer von Kickstarter allem Erfolg zum Trotz eher als Kuratoren verstehen - weshalb sich im Netz die verärgerten Stimmen von Leuten häufen, deren Projekt von vornherein abgelehnt wurde. "Die Gründer von Kickstarter scheinen sich stark auf jene Künstler zu konzentrieren, die ihre eigene Community mitbringen. ... 'Es ist so: Würde Michael Bay auf uns zukommen und ein Kickstarter-Projekt vorschlagen, würden wir ihn sehr wahrscheinlich darum bitten, davon abzusehen', sagt Mitbegründer Strickler. 'Ich würde aber niemals das Mädchen mit seinem Lithografieprojekt von 500 Dollar verschrecken wollen, denn für so etwas haben wir mit der Sache überhaupt angefangen. Unserer Auffassung nach haben wir ihr gegenüber eine moralische Verpflichtung'. Eine idealistische Position, die einen beträchtlichen Haufen Geld von vornherein ausschlägt, doch mag dies auch den Genius der Seite ausmachen. Indem Kickstarter rigorose Richtlinien aussprach, ist es der Seite gelungen, kein Einkaufszentrum für nicht-existente Produkte zu werden."

Magazinrundschau vom 01.05.2012 - Fast Company

Dies ist eigentlich eine Weihnachtsgeschichte, aber man kann sie gut auch am 1. Mai lesen. Um Arbeit geht's hier nämlich auch. 2010 las der stinkreiche Unternehmer Bruce Karatz in der Zeitung, dass Homeboy Industries, eine von Jesuitenpater Gregory Boyle gegründeten Hilfsorganisation für Gang-Mitglieder [homies] in Los Angeles, die Pleite drohte. Karatz hatte gerade nichts zu tun. Er war wegen der Rückdatierung von Aktienoptionen und anderen Unregelmäßigkeiten angeklagt worden und wartete jetzt auf die Entscheidung des Richters, ob und wie lange er in den Knast musste. Kurz: Homeboy Industries brauchte einen finanziellen Berater, Karatz brauchte eine Ablenkung und so kamen er und Boyle zusammen, erzählt Douglas McGray in seiner Reportage. "Karatz war vor allem fasziniert von Homeboys Geschäften. Boyle hatte nie geplant, einen kostenlosen Service zur Entfernung von Tätowierungen anzubieten. Aber als es ihm nicht gelang, einen Job für einen jungen Mann mit einer besonders unglücklichen Tätowierung ('fuck the world', stand auf seiner Stirn) zu finden, fand er einen Arzt, der das Tattoo entfernen konnte. Homeboys andere Geschäfte wurde in etwa nach der selben Methode gegründet. Boyle eröffnete die Homeboy Bäckerei, weil die Bäckerei gegenüber zumachte. 'Wenn es ein Polsterer gewesen wäre, hätten wir die Homeboy Polsterei eröffnet', sagte er. Aus Boyles Perspektive war Homeboy in erster Linie im Arbeitsbeschaffungs-Geschäft. 'Wir stellen keine Homies an, um Brot zu backen. Wir backen Brot, um Homies anstellen zu können.' Dennoch dachte Karatz, dass Boyle alles hatte, um eine echte Marke zu entwickeln. 'Homeboy hat ein starkes Logo', sagt er. 'Und ich glaube sehr stark an Authentizität.'"

Außerdem: Der Journalist Brent Schlender erinnert sich an Steve Jobs, den er sehr lange sehr gut kannte.

Magazinrundschau vom 25.10.2011 - Fast Company

Farhad Manjoo prophezeit in einem 15-seitigen Hintergrundarktikel den Großen Krieg 2012. Die Gegner sind die vier größten Technologie- und Unterhaltungskonzerne der Welt: Amazon, Apple, Facebook und Google. "Vor gar nicht so langer Zeit konnte man jede dieser Firmen von der anderen abgrenzen: Apple machte in Konsumelektronik, Google betrieb eine Suchmaschine, Amazon war ein Internetkaufhaus und Facebook ein soziales Netzwerk. Wie kurios diese Einschätzung heute erscheint. ... Diese vier kennen keine Grenzen. Ohne Skrupel marschieren sie jenseits ihrer Mauern auf die Felder Einzelhandel, Anzeigen, Verlagswesen, Filme, Fernsehen, Kommunikation, sogar Finanzen. Auf all diesen Wirtschaftsfeldern setzen diese vier zunehmend die Agenda. Bezos, Jobs, Zuckerberg und Page sehen auf die Geschäftswelt und stellen sich entschuldbar vor, wie sie durch ihre Server gefiltert wird. Warum nicht alles haben wollen?"

Magazinrundschau vom 23.08.2011 - Fast Company

April Rabkin hat ein Jahr lang Schüler von Beijings Second High School begleitet, die sich auf ihre dem Abitur vergleichbare Abschlussprüfung vorbereiten, das Gaokao. Ohne Gaokao keine Zulassung zur Universität. Das Lernprogramm ist mörderisch und fördert vor allem die Auswendiglerner, erfährt Rabkin: "'Das Gaokao belohnt einen bestimmten Studententypus: sehr gutes Gedächtnis, starke logische und analytische Fähigkeiten, wenig Vorstellungskraft, keine Sehnsucht, Autoritäten zu hinterfragen', sagt Jiang Xueqin, ein in Yale ausgebildeter Schulverwalter in Peking. [...] 'Die besten und intelligentesten Schüler werden auf eine Art und Weise erzogen, die es ihnen nicht erlaubt, etwas zur Gesellschaft beizutragen.' Zhang Xiaolu, ein Lehrer in Nanjing, fügt hinzu: 'Viele Lehrer sagen ihren Schülern nach dem Abschluss: Vergesst bitte alles, was ihr hier gelernt habt. Denn die Lehrer wissen, dass es alles sinnlos war. Ein standardisierter Test bedeutet standardisiertes Denken. Ich sage zu den Schülern: Es verstopft eure Köpfe, so dass ihr keine Zeit habt, etwas anderes zu denken. Das ist eine Politik, die Leute dumm zu halten.'"

Außerdem: Joshua Hammer erklärt, warum Ölfunde in Israel nicht unbedingt als Segen zu betrachten sind.