
Das britische Politikmagazin
dokumentiert ein von Mishal Husain moderiertes Podiumsgespräch, in dem es um Meinungsfreiheit und
Zensur in Sri Lanka, Indien, China, Burma und England ging. Teilnehmer waren die ehemaligen BBC-Korrespondentin und Buchautorin
Frances Harrison (
"Still Counting the Dead: Survivors of Sri Lanka's Hidden War"), der
Direktor des Londoner Institute für Human Rights and Business
Salil Tripathi ("Offence: The Hindu Case. Manifestos for the 21st Century"),
Julia Farrington, Mitarbeiterin der Zeitschrift
Index on Censorship, sowie der ehemalige Politikredakteur des
Standard,
John Kampfner, der heute Google in Sachen freier Meinungsäußerung berät. Kampfner hält Zensur und Probleme mit Meinungsfreiheit für ein
universelles Problem, es gebe kein einziges Land auf der Welt, wo es keine diesbezüglichen Konflikte gebe. "Und häufig sind
die Schlimmsten, was das Schaffen von Präzedenzfällen und das Verteilen von Feigenblättern an wirklich üble Regimes angeht,
westliche Regierungen. Im Januar arbeitete ich an einer Reihe von Gesetzen und Novellen, die das Internet-Recht betreffen. Und die sind in vielerlei Hinsicht wirklich schrecklich und gefährlich. Immer wenn sich internationale Organisationen oder andere Regierungen beschweren, kann ein Land wie Russland
den Spieß einfach umdrehen und sagen: Ihr macht doch das Gleiche, ob es nun um Überwachung, Datenspeicherung oder sonst was geht. Jedes Land, vor allem ein altes, etabliertes mit einem demokratischen Hintergrund, leitet Gesetze oder Maßnahmen in die Wege. Wie es zum Beispiel der britische Premierminister bei den Unruhen in London aus Frust und Verzweiflung sagte: Wenn wir die Handynetze und Internetprovider abschalteten, würden wir die Sache in den Griff kriegen. Andererseits war das ein Geschenk des Himmels. Die
iranische Regierung, stelle ich mir vor, hat sich umgedreht und gesagt: Wir schicken euch
gern ein paar Menschenrechtsberater, die euch bei eurer Klemme und euren Problemen helfen."