
Die Schwulenehe wurde in
Irland gerade abgenickt,
Abtreibung hingegen wird noch immer streng verfolgt. Edwige Nault
gibt einen Überblick zu einem Phänomen, das im europäischen Kontext in dieser Form singulär ist und auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigt. Eine zentrale Rolle spielte dabei bisher noch immer die katholische Kirche. "Auch wenn sich der Staat in den 1980er und -90er Jahren von der Gängelei durch die Kirche
in anderen Fragen der Sexualethik emanzipiert hat (Verhütung, Homosexualität, Scheidung), steht er in der Abtreibungsfrage
noch immer
unter katholischem Einfluss ... Die jüngsten Debatten haben allerdings einen beispiellosen Graben zwischen den beiden Streitparteien offenbart: Zum einen hat sich die Regierung für ein Gesetz entschieden und nicht für Richtlinien oder ein Referendum, wie die Kirche fordert, und außerdem hat Premierminister Enda Kenny dem Kardinal Seán Brady deutlich zu verstehen gegeben, dass die
Kirche in dieser Sache nichts mitzureden habe. Also zwei Deklarationen der Premieministerin in kurzem Abstand, die zeigen, dass Religion endgültig ins Privatleben verbannt ist."
Weitere Artikel: Sarah Rey
porträtiert den französischen Historiker und Altertumsexperten
Paul Veine, der dieser Tage 85 Jahre alt wird. Und unter der Überschrift "
Der Faschismus und seine Reliquien" ist die Besprechung des Buchs
"Le Corps du Duce" von Sergio Luzzato zu
lesen, worin er anhand der Hinrichtung Mussolinis die Frage untersucht, ob sich auf Lynchjustiz ein Staat gründen lässt.