
Im aktuellen
Magazin der New York Times
erkundet Kim Tingley die alten,
instrumentlosen Navigationskünste der Segler in der Republik Marshallinseln: "Bis in die 1960er Jahre waren westliche Wissenschaftler der Meinung, dass indigene Navigationsmethoden mittels Sternen, Sonne, Wind und Wellen nicht akkurat genug wären und die Boote der Einheimischen auch nicht seetüchtig genug, um die teilweise winzigen Inseln mit Vorsatz zu erreichen. Archäologische Funde, DNA und nachgestellte Reisen haben allerdings inzwischen bewiesen, dass diese Pazifik-Inseln vorsätzlich von den Nachfahren früher Seefahrer vor rund 2000 Jahren besiedelt wurden. Die Geografie des Archipels, die die
Wellennavigation ermöglichte, machte diese ebenso lebensnotwendig als einziges Mittel, an Nahrung und andere Güter zu gelangen, Kriege zu führen oder nicht verwandte Sexualpartner zu treffen. Die Stammesführer bedrohten jeden mit dem Tod, der das Navigationswissen ohne Erlaubnis weitergeben wollte … Wellennavigation heißt die Kunst, mittels Gefühl und Sicht
Wellenmuster zu erkennen. Kleinste Unterschiede in einer Wasserbewegung ausmachen zu können, die für den Laien wie eine Umdrehung in der Waschmaschine aussieht, erlaubt es, einem 'ri-meto', also einem Seemann der Marshall-Inseln, festzustellen, wo der nächste Grund liegt und wie weit entfernt er ist, lange bevor er sichtbar wird."
Außerdem: Guy Lawson
rekapituliert die fast zufällige
Nordpolexpedition eines Versicherungskaufmanns und Arztes. Leanne Shapton
berichtet von Überbleibseln der
Nordwestpassage durch Sir John Franklin, die Stück für Stück in der kanadischen Tundra wieder auftauchen. Samanth Subramanian erzählt die
Geschichte eines
britischen Spions, der in Tibet hängenblieb. Und Robert Kolker
folgt dem norwegischen Nationalhelden
Jan Baalsrud auf seiner unglaublichen Flucht vor den Deutschen
1943 durch die wilde Fjordlandschaft Nordnorwegens.