
Beginnt sich der Ruf von
Gen-Food zu verbessern? Jennifer Kahn hofft es in ihrem
unterhaltsam zu lesenden Longread sehr. Ruiniert wurde der Ruf der Technologie durch die Firma
Monsanto, die Soja manipulierte, um die Felder mit Glyphosat traktieren zu können. Nun gibt es aber eine
lila Tomate, entwickelt von der Britin
Cathie Martin, die bis dato nur Labormäuse und irgendwann vielleicht mal Menschen
vor Krebs schützen hilft. Möge diese Tomate nicht das gleiche Schicksal ereilen wie einst der
Goldene Reis, der vor Blindheit schützt und von Aktivisten aus den Feldern gerissen wird. Das Versprechen der
Gentechnikfreiheit auf Lebensmittelverpackungen hat sich inzwischen zum Milliardenmarkt entwickelt, und die Ökobewegung feiert einen paradoxen Erfolg, stellt Kahn mit Eric Ward, einem Manager der Firma AgBiome , fest: "Supermarktketten haben Angst, so etwas wie eine gentechnisch veränderte Tomate ins Sortiment aufzunehmen, weil sie befürchten, dass die Verbraucher sie ablehnen werden. Landwirte und Unternehmen haben aus dem gleichen Grund Angst, in
eine solche Tomate zu investieren. Ward merkt an, dass die Gentechnik viel zugänglicher geworden ist, seit die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen in den 1990er Jahren eingeführt wurden. 'Aber sie hat sich zu einer Technik entwickelt, die sich nur ein
halbes Dutzend Firmen auf der Welt leisten können, weil sie all diesen regulatorischen Kram durchlaufen müssen. Er hält inne. 'Es liegt eine Ironie in der Sache. Die Aktivisten, die sich zuerst gegen die GMOs gewehrt haben, taten es, weil sie dem großen Agrobusiness nicht trauten. Aber das Ergebnis ist jetzt, dass nur große Unternehmen es sich leisten können, hier aktiv zu sein.'
Auch
Religionen sind ein Multimilliardenbusiness, besonders in den USA, das sich vom Rest des Westens darin unterscheidet, das dort noch
massiv an Gott geglaubt wird. Seit 2017,
schreibt Elizabeth Dias in einem sowohl gegenüber den
Evangelikalen als auch gegenüber
Facebook komplett unkritischen Artikel, investiert Facebook massiv in Religionsgemeinschaften, die das soziale Netz zu seiner virtuellen Heimat machen sollen. Mit ziemlich großem Erfolg: "Die Leiter der
'Church of God in Christ', einer überwiegend
afroamerikanischen Pfingstgemeinde mit etwa sechs Millionen Mitgliedern weltweit, erhielten kürzlich einen frühen Zugang zu mehreren
Monetarisierungsfunktionen von Facebook, die ihnen neue Einnahmequellen boten, so die Social-Media-Managerin der Gemeinde, Angela Clinton-Joseph. Man entschied sich, zwei Facebook-Tools auszuprobieren:
Abonnements, bei denen die Nutzer zum Beispiel 9,99 Dollar pro Monat zahlen und dafür exklusive Inhalte erhalten, wie direkte Botschaften des Bischofs; und ein weiteres Tool, mit dem Gottesdienstbesucher, die den Gottesdienst online verfolgen,
Spenden in Echtzeit senden können. Die Leiter entschieden sich gegen eine dritte Option: Werbung während der Videostreams."