
Zum 40. Todestag von John F. Kennedy
veröffentlicht Scott Busby
Auszüge aus dem Tagebuch seines Vaters
Horace Busby, der jahrelang Lyndon B. Johnsons engster Berater war. "In dieser Zeit kam ich eines Nachts nach Hause, wo meine Frau gerade die
Dallas Morning News las. Mary V reichte mir die Titelseite. 'Lies das', sagte sie, 'Da hat jemand den Verstand verloren.' Es war ein Artikel, in dem angekündigt wurde, dass
Kennedy bei seinem Besuch in Dallas in einem
offenen Wagen von Love Field zum Festbankett fahren würde. 'Ich kann nicht glauben, dass deine Freunde vom Geheimdienst das zulassen', sagte sie. Ich war völlig ihrer Meinung."
Wenn
D.B.C. Pierre tatsächlich 23 Jahre seines Lebens in Texas verbracht hat, dann zuhause vor dem Fernseher,
wettert Michael Lind gegen den diesjährigen Gewinner des Booker Prize und seine Texas-Satire "Vernon God Little". Erstens könne kein Satiriker der Welt mit der
amerikanischen Realität mithalten und zweitens habe dieser Mann
nicht die blasseste Ahnung von Texas. Wovon er allerdings Ahnung hat, so Lind, ist, wie man unter dem Aushängeschild des
satirischen Muts die
Klischees der politischen Korrektheit bedient: "Pierre ist ein Konformist, der es vermeidet, die Empfindlichkeit der snobistischen, transatlantischen, liberalen Linken herauszufordern. Politisch inkorrekt zu sein heißt heutzutage,
Schwarze als Wassermelonen liebende und Geister fürchtende
Idioten darzustellen,
Ost-Asiaten als
hasenzähnige Brillenträger, die "Ah, so" sagen und
Iren als "Faith and begorrah!"-rufende
Untermenschen." Aber schön, dass der Booker jetzt auch solche Bücher auszeichnet, meint Lind und plant bereits die - absehbar ebenfalls preisgekrönte - Rache: "Die Insel der Schwachköpfe".
Weitere Artikel: Julia Magnet, nach eigener Aussage Krankenhaus-Expertin, war in einem
Londoner Krankenhaus Schwadronen von Krankenschwestern ausgesetzt, die ihr immer nur ein und dieselbe Frage stellten: "Wie schlimm sind die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10?" Anlass genug, über den offensichtlichen Wandel in der
Pflege-Philosophie nachzudenken - in einem sehr lesenswerten Artikel. Amy Chua
deckt auf, warum
wirtschaftlich dominante ethnische Minderheiten den größten sozialen Sprengstoff darstellen. David Owen, der von 1977 bis 1979 britischer Außenminister war,
empfiehlt Tony Blair, die
Außenpolitik nicht zur
Chefsache zu erklären und sie wieder in die Hände des Außenministeriums zu übergeben.
Nicht die Statistiken, die
Geschichten sind es, die den
Sport ausmachen,
glaubt der britische Läufer
Christopher Chataway und erzählt sein mittlerweile
legendäres Rennen gegen den Sowjetrussen
Wladimir Kuts, in dem - sagte man damals - der Kapitalismus den Kommunismus schlug.
Leider nur im Print zu lesen ist das
Albert-Camus-Porträt von Paul Barker.