Magazinrundschau - Archiv

Vanity Fair

106 Presseschau-Absätze - Seite 8 von 11

Magazinrundschau vom 08.02.2011 - Vanity Fair

Michael Lewis schickt eine seiner grandiosen Reportagen über heruntergewirtschaftete Länder. Diesmal ist Irland dran, das Anfang 2000 eines der reichsten Länder der Welt war und heute in der Kreditwürdigkeit zwischen Venezuela und dem Irak rangiert. "Irland war das erste europäische Land, das erlebte, wie sein gesamtes Bankensystem zusammenbrach, trotzdem ist seine wirtschaftsfreundliche konservative Partei Fianna Fail bis 2011 im Amt geblieben. Es gab keine Tea Party, keinen Glenn Beck, keinerlei ernstzunehmenden Protest. Die offensichtlichste Veränderung in der Politik des Landes betrifft die Rolle, die Ausländer jetzt spielen. In den irischen Ministerien und Banken wimmelt es von amerikanischen Investmentbankern, australischen Betratern und gesichtslosen Euro-Beamten, die im Finanzministerium nur 'die Deutschen' genannt werden. Geht man nachts durch die Straßen, sieht man durch die Restaurantfenster lauter wichtig aussehende Männer in Anzügen, sie essen allein und studieren dabei wichtig aussehende Dokumente. Auf neue und seltsame Art ist Dublin jetzt eine besetzte Stadt: Hanoi, ungefähr 1950."

Bryan Burrough kann aus eigenem Erleben die Rückkehr eines großen Produzenten nach Hollywood annocieren. "Er wirft mir einen Blick zu, ein Grinsen, das alles sagt: Nach all den schlechten Filmen, den schlechten Entscheidung und dem ganzen schlechten Rest der vergangenen fünf Jahre, ist Harvey Weinstein zurück."

Magazinrundschau vom 11.01.2011 - Vanity Fair

Sarah Ellison hat die Nachfolgeschichte zu Raffi Khatchadourians großartigem Assange-Porträt im New Yorker geschrieben. Ellison beschreibt die prekäre Zusammenarbeit von Wikileaks mit dem Guardian. Beide haben einiges gemeinsam: sie sind inhaltlich maßstabsetzend und gleichzeitig erschreckend defizitär. Doch ihre Auffassung von Journalismus könnte nicht unterschiedlicher sein: Der Guardian glaubt, dass Fakten vermittelt werden müssen. Assange glaubt an ungefilterte Fakten. "Es kann eine Annäherung geben - bis zu einem gewissen Punkt. Unter [dem Guardian-Chefredakteur Alan] Rusbridger hat der Guardian eine Strategie der Gegenseitigkeit verfolgt, das heißt, er nutzt die Qualität seines Teams, aber öffnet sich auch für das, was die weit offene online-Welt zu bieten hat. Darum ist Rusbridger bereit, mit 'einer Bande konspirativer Anarchisten' zusammenzuarbeiten. Auch Assange hat eine bescheidene Entwicklung durchlaufen. Ursprünglich bestand er darauf, dass keins seiner Dokumente redigiert wird. Er hat seinen Standpunkt etwas revidiert bei den Iraq War Logs und noch mehr bei den Depeschen. ... Aber weiter geht die Annäherung nicht. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass eine der Parteien ihre Grundeinstellung aufgegeben hat, dies je wird oder könnte. Der Konflikt ist so alt wie die Zivilisation selbst - zwischen denen, die schätzen was Institutionen ihnen anbieten, und denen, die allem misstrauen, wofür Institutionen stehen."

Außerdem: William D. Cohan schildert die Hintergründe in dem Rechtsstreit Peter Daou und James Boyce gegen Ariana Huffington (der große Ähnlichkeit mit der Klage der Winklevoss-Zwillinge gegen Mark Zuckerberg aufweist).

Magazinrundschau vom 09.11.2010 - Vanity Fair

Wo endet die Kunst, wo beginnt der Missbrauch? Michael Shnayerson versucht am Beispiel des Künstlers Larry Rivers, der gerade in großem Stil wiederentdeckt wird, die Grenze auszuloten. Rivers wurde 1953 mit seinem Gemälde "Washington Crossing the Delaware" berühmt. Er war mehrmals verheiratet, hatte unzählige Geliebte, die teilweise zusammen wohnten, und Liebesaffären mit Männern (etwa mit dem Dichter Frank O'Hara, den er in diesem Porträt verewigte). In den Siebzigern und frühen Achtzigern filmte er alle sechs Monate seine zwei nackten oder halbnackten Töchter, die in der Zeit zwischen elf und siebzehn waren, weil er "die Bedeutung von Brüsten im Leben eines Mädchens" erforschen wollte. "Growing" nannte er den Film. Die jüngere, Emma, betrachtet den Film heute als Kinderpornografie, die fast ihr Leben ruiniert hätte. Sie möchte, dass der Film zerstört wird. Der Rest der Familie und Rivers Gefolgschaft sehen den Film vor allem als Teil von Rivers' Versuch, Tabus und sexuelle Grenzen zu durchbrechen. Die ältere der beiden Töchter, Gwynne, möchte den Film nicht zerstören, aber vergeben hat sie ihrem Vater nicht. "'Warum singst du nicht ein Lied für mich?' Gwynne erinnert sich, wie ihr Vater sie das fragte. 'Also habe ich ein Lied gesungen und war stolz, dass er es aufnahm.' Dann kam der unangenehme Teil. 'Ein Lied für deinen Vater zu singen und dann plötzlich gesagt zu bekommen, du sollst dein T-Shirt ausziehen ... Die Angst in meinem Bauch löschte das liebevolle Gefühl aus, für ihn zu singen. Es zeigte sich, was er wirklich sehen wollte: meine Brüste.' Bei einem der ersten Male, erinnert sie sich, sang sie 'Yesterday' von den Beatles - 'es erscheint wie ein apropos, denn meine Kindheit war eine wirkliche Kindheit, und dann war sie es plötzlich nicht mehr.'"

Magazinrundschau vom 07.09.2010 - Vanity Fair

Ziemlich erschüttert berichtet Michael Lewis über die Lage in Griechenland. An der Misere, so sein Schluss, ist das Land selbst schuld: "'Unsere Leuten konnten nicht glauben, was sie sahen, sagte mir ein höherer Beamter vom IWF kurz nach seiner ersten Griechenlandmission: 'Wie sie über ihre Finanzen Buch führten - sie wussten, auf welche Ausgaben sie sich geeinigt hatten, aber es gab keine Hinweise auf ihre tatsächlichen Ausgaben. Es war nicht nicht, was man eine sich entwickelnde Ökonomie nennt. Es war eine Drittwelt-Ökonomie.' Was die Griechen tun wollten, wenn die Lichter ausgingen und sie allein im Dunkeln mit Bergen von geborgtem Geld dastünden, war, so stellte sich heraus, ihre Regierung in eine Pinata zu verwandeln, gefüllt mit fantastischen Summen, und so vielen Bürgern wie möglich einen Schlag auf sie zu gewähren. Allein in der letzten Dekade haben sich die Lohnkosten im öffentlichen Sektor verdoppelt, und zwar real, wobei diese Zahlen nicht die Schmiergelder beinhalten, die öffentliche Angestellte einsammeln. Eine Stelle im öffentlichen Dienst wird fast dreimal höher bezahlt als im privaten Sektor. Bei der staatlichen Eisenbahn stehen im Jahr 100 Millionen Euro Einnahmen gegen jährliche Gehaltskosten von 400 Millionen, plus 300 Millionen Euro andere Ausgaben. Im Durchschnitt verdient ein Bahnangestellter 65.000 Euro im Jahr."

David Kirkpatrick blickt in einem Porträt bewundernd auf das Internet-Genie Sean Parker, der sich bereits mit 16 Jahren in die Rechner etlicher Großkonzerne eingehackt hatte, mit 19 half, Napster zu gründen, und 2004, mit 24 Jahren Facebook mit aufbaute. David Fincher hat einen Film über ihn gedreht, "The Social Network", mit Justin Timberlake in der Hauptrolle. "In der Darstellung von Drehbuchautor Aaron Sorkin, kommt Parker als aggressiver, gieriger - und, ja, visionärer - Stratege daher. 'Ein Million Dollar ist nicht cool', sagt Parker an einer Stelle des Films. 'Weißt Du, was cool ist? Eine Milliarde.' Zuckerberg, gespielt von Jesse Eisenberg kommt als großspurig, wütend und irgendwie sexbesessen rüber." In Wirklichkeit, so Kirkpatrick, ist Parker viel komplexer!

Christopher Hitchens stellt klar, dass er selbst auf die wohlmeinendsten Gebete für seine Gesundung nicht viel Hoffnung setzt, aber für medizinische Hilfe von hervorragenden Wissenschaftlern wie dem überzeugten Christen Francis Collins sehr dankbar ist.

Magazinrundschau vom 09.02.2010 - Vanity Fair

Michael Wolff skizziert die Entwicklungen, die das nächste große Ding im Internet werden könnten, und ihre Prediger: russische Plattform-Theoretiker, wütende Internet-Behavioristen, kalte Kostensenker, murdochianischen Alte-Medien-Rächer, neue-Maschinen-Enthusiasten. Und dann gibt es noch den Kunden, der gut auf sich aufpassen sollte: "Hinter den Theorien, wie diese neue Welt organisiert sein wird und wie sie am besten der Menschheit dient, liegt ein manichäischer Kampf, in dem Gut gegen Böse, Kontrolle gegen Freiheit, die Institution des einen gegen die neue Ordnung eines anderen antreten. Und in dem jeder Entrepreneur und Ingenieur glaubt, das er oder sie Ihr Leben besser leiten kann als jeder andere Entrepreneur oder Ingenieur - und ganz sicher besser als Sie selbt."
Stichwörter: Wolff, Michael

Magazinrundschau vom 15.12.2009 - Vanity Fair

Kurt Andersen hat das Genfer CERN besucht, sich genau erklären lassen, wie es im vorigen Jahr zum Crash des Large Hadron Colliders kam und was alles von dieser größten Maschine der Welt abhängt: "Wenn dieser neue Collider nicht grundlegend neue Entdeckungen bringt, wird die Teilchenphysik für die nächste Generation in einer Sackgasse stecken. Die Theoretiker würden weiter theoretisieren. Aber ohne verlässliche experimentelle Daten, sagt Jim Virdee, ein in Kenia geborener britisch-indischer Physiker am LHC, 'wird aus der ganzen Teilchenphysik Metaphysik'... Abgesehen von der Entdeckung der Higgs-Teilchen bestehen die besten Chancen eines Eurekas für die Entdeckung der Supersymmetrie. 'Wir haben eine Religion', bekennt der amerikanische Physiker und Cern-Lebenslängliche Steven Goldfarb, 'und das ist die Symmetrie.' Wie Yin und Yang, Christ und Antichrist zusammengehören, so hat auch die Materie ihre Antimaterie, und sie löschen sich bei Kontakt aus - gemäß den Prinzipien der Symmetrie hätten sich beim Urknall Materie und Antimaterie gegenseitig aufheben müssen. Dies ist nicht nur nicht passiert, 14 Milliarden Jahre später gibt es auch viel mehr Materie im Universum als Antimaterie. Dieses mysteriöse Ungleichgewicht muss erklärt werden, und dies geht am besten mit Supersymmetrie, der Idee, dass es für jedes bekannte Teilchen einen noch nicht entdeckten Superpartner gibt - und dass die dunkle Materie aus diesen Superpartnern besteht. Die Chancen stehen gut, dass die Protonen-Kollisionen einige dieser Ur-Teilchen erzeugen werden - vielleicht nächstes Jahr, sagt Jim Virdee, 'wenn die Natur es gut meint'."

Heillos genervt zeigt sich Christopher Hitchens von Stieg Larrsons Thriller-Trilogie, die sich feministisch gerieren und dabei gerade die Gewalt gegen Frauen extrem sadistisch ausmalen: "Seine beste Ausrede für seine eigene Lüsternheit ist, dass diese Serienmörder und Folterfreunde irgendeine Art Kapitalismus praktizieren und dass ihre Gaunereien von einer pornografisch-faschistischen Allianz gedeckt werden, wobei die niederen Ränge von widerlichen Bikern und Drogendealern besetzt sind. Hier geht es nicht um Sex and Crime, hier geht es um Politk!"

Magazinrundschau vom 10.11.2009 - Vanity Fair

Mark Bowden erzählt die Geschichte der Verhaftung eines Pädophilen. Nur dass er vielleicht doch keiner ist. Der Mann chattete im Internet mit einer Polizeibeamtin über Sex mit ihr und ihren zwei - imaginären - Kindern. Bowden hat einen Teil des Chats abgedruckt und jeder kann sich selbst einen Reim darauf machen, ob der Mann tatsächlich Interesse an den Kindern oder eher an der Frau hatte. Im Text nimmt Bowden auch die Zahlen auseinander, die eine Epidemie von Kinderpornografie im Netz belegen sollen, und hält fest: "Wie andere populäre Wahnvorstellungen enthält die Angst vor Kinderschändern im Internet eine Spur von Logik. Es ist vernünftig zu fragen, ob die Explosion von Internetpornografie, Kinderpornografie inklusive, vermehrt gestörte Menschen auf den Pfad der kriminellen Verderbtheit führt. Aber das Internet begleitet uns seit den Mitt-Neunzigern. Wenn es zu einem Anstieg sexueller Belästigung geführt hätte, wüssten wir das nicht inzwischen? Tatsächlich geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Laut einer Untersuchung des Justizministeriums beispielsweise sind sexuelle Anschläge auf Teenager zwischen 1992 und 2005 dramatisch gesunken - um 52 Prozent."

Magazinrundschau vom 06.10.2009 - Vanity Fair

Der Murdoch-Biograf Michael Wolff schreibt über Murdochs "Krieg gegen das Internet": "Einer meiner Lieblingsanekdoten hat mir Wendi, Murdochs Frau, erzählt. Sie ist mit den Gründern von Google Larry Page und Sergey Brin befreundet und hat mir erzählt, wie die Murdochs die beiden einmal auf ihre Farm in Carmel, Kaliforniern eingeladen hat. Als ich mich über die soziale Diskrepanz wunderte und fragte, worüber sich die drei unterhalten haben, versicherte Wendi, dass sie sehr gut miteinander ausgekommen seien.
'Sie wissen ja', sagte Wendi, 'Rupert stellt immerzu Fragen.'
'Und was hat er gefragt?'
'Er fragte', sagte sie mit nur ganz leisem Zögern, 'Warum lesen Sie nicht Zeitung?'"

Im Auge des Finanzorkans steckte die Abteilung Financial Products des gewesenen amerikanischen Versicherungsriesen AIG, der jetzt am Tropf der amerikanischen Regierung hängt. Der Spiegel widmete dem Konzern, der durch seine Kreditversicherungen die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds drückte, neulich eine Titelgeschichte. Für Vanity Fair hat Michael Lewis recherchiert, der beobachtete, wie wichtig der Einfluss einer einzelnen Person in solchen Prozessen sein kann. Er porträtiert den Chef von AIG FP, Joe Cassano, als "cartoon despot", der seine Untergebenen derart einschüchterte, dass der Laden die Kontrolle über seine Finanzgeschäfte verlor: "Bei AIG FP arbeiteten zuweilen extrem brillante Leute, deren Erfolg von Mathematik und Urteilsvermögen abhing. Aber nun wurde die Firma von einem Mann geführt, der nichts von Mathematik verstand und dessen Urteilsvermögen durch seine Unsicherheit vernebelt wurde. Die wenigen Leute, die das in Frage stellen konnten, verließen bald die Firma. Zurück blieben Leute, die sich mehr oder wengier an Cassano anpassten. 'Wenn einer ein wirkliches Arschloch ist', sage einer zu mir, 'dann suchst du seine Zustimmung wie du es bei einem sympathischen Menschen nie tun würdest.'" Und dann waren ja noch die Bonuszahlungen...
Die Geschichte ist aus der auf August datierten Julinummer, aber jetzt erst online.

Magazinrundschau vom 18.08.2009 - Vanity Fair

"Versäumen Sie nicht die Gelegenheit, den best gemachten und antiromantischsten Action-Thriller des Jahres zu sehen", ermuntert Christopher Hitchens (nur online) die Amerikaner zum Besuch von Uli Edels Film "Der Baader-Meinhof-Komplex". Außerdem sei der Film politisch interessant, weil er mit einigen Lügen aufräumt, und aus zwei Gründen aktuell: Wegen der RAF-Symphatisanten wie Horst Mahler, die von ganz links nach ganz rechts marschiert sind. Und wegen der von Bettina Röhl veröffentlichten Stasiakten, die deutlich machen, wie stark die RAF von der DDR unterstützt wurde. "Das zeigt, kurz gesagt, dass das Baader-Meinhof-Milieu, weit davon entfernt, eine Kritik der deutschen Gesellschaft bereitzustellen, tatsächlich eine Art Petrischale war, in der die Bazillen der zwei schlimmsten Diktaturen auf deutschen Grund wuchsen, Nationalsozialismus und Stalinismus. Es ist höchste Zeit, dass die Filmindustrie aus ihren Illusionen über 'radikalen' Terrorismus herauswächst, und dieser Film ist ein bewunderswert unsentimentaler Beitrag zu dieser Aufgabe."

Für sein Waffenprogramm ist Nordkorea auf etliche Importe angewiesen, die nötigen Devisen besorgt, wie David Rose berichtet, das Office 39, eine straff organisierte, gigantische Fälscherwerkstatt, in der Banknoten, Zigaretten, Medikamente und Drogen fabriziert werden. "Laut Syung Je Park, Direktor des Asia Strategy Institute, arbeitet das Office 39, dessen Aufgabe es unter anderem ist, Kim Jong Ils milliardenschwere Bankkonten in der Schweiz und anderen über die Welt verstreute Steueroasen zu managen, mit den anderen Sektionen eng zusammen, etwa mit Office 99, das Geld eintreibt, indem es Raketen und andere Waffen verkauft, deren Entwicklung Office 39 möglich macht. Und mit Office 35, das darauf ausgerichtet ist, Südkorea zu schaden."

Magazinrundschau vom 07.04.2009 - Vanity Fair

Alex Shoumatoff ist durch ein Loch im Zaun gekrochen, um das Jahrestreffen des Bohemien Clubs beobachten zu können. Es findet im kalifornischen Bohemian Hain statt. Zu den Mitgliedern des Clubs gehören die 2.500 der reichsten und konservativsten Männer Amerikas - darunter George W.H. Bush, Donald Rumsfeld, Henry Kissinger und diverse Rockefellers. Der Hain ist mit teilweise 1000 Jahre alten Küstenmammutbäumen (Redwoods) bewachsen. In der Mitte liegt ein künstlicher See, an dem die "Seegespräche" stattfinden. Und was muss Shoumatoff dort feststellen? Nicht nur sollen hier alte Bäume gefällt werden, die erlesenen Mitglieder pinkeln vorher noch dagegen. Und schlimmeres geschieht hier! "Abgesehen von den Prostituierten, die angeblich von den geilen Mitgliedern in den lokalen Bars und Motels besucht werden, ist es ein reiner Männerclub. Historisch gesehen wurde schon immer von abweichenden Praktiken im gesprenkelten Schatten unter den Redwoods gemunkelt, vor allem im Highlander Camp, vielleicht einfach, weil die Mitglieder Kilts und nichts drunter tragen. Richard Nixon (ein Mitglied des Cave Man Camps), dessen Seegespräch 1967 seine erfolgreiche Kampagne für den Präsidentschaftswahlkampf startete, wurde auf einem der Tonbänder des Weißen Hauses erwischt wie er sagte, der Hain sei 'das schwuchteligste gottverdammteste Ding, das man sich vorstellen kann'." Wer sich beim Lachen gleichzeitig über den bösartigen Ton Shoumatoffs wundert, nun ja, der Reporter war ertappt und fotografiert worden.