
Gar
nicht glücklich ist der Brite A.A. Gill mit dem Auftritt seiner Landsleute in New York: "Warum kriegen die
Engländer es in New York nicht richtig hin? Es ist etwas eigentümlich Irritierendes um die Briten hier. New York ist eine Stadt, die weit offen steht für Fremde, mit einer klumpigen Homogenität von Intriganten und Immigranten. Nur die Briten schaffen es, abseits und für sich zu bleiben, sie sind der
Sand in der Vaseline. Diese Leute mit ihren Stimmen wie splitterndes Geschirr müssen eine Menge Fragen beantworten. Die Briten glauben, sie hätten die Ehrlichkeit in die Wiege gelegt bekommen. Für sie zählt nicht, was man sagt, sondern wie man es sagt. Wir glauben, dass all die
dummen, leichtgläubigen Yanks, vom Polizisten bis zur Gesellschaftsdame, uns durch die Straße des Lebens winken, sobald wir den Mund öffnen und unsere wohlklingende Sprache hören lassen. Tatsächlich sehen die meisten Amerikaner keinen Unterschied zwischen
Billy Connolly und
Russell Crowe. Warum sollten sie auch? Wenn Sie wirklich einen Engländer zerlegen wollen, dann fragen Sie ihn einfach, aus welcher
Ecke Australiens er kommt."
In
London, behauptet der frühere CIA-Agent Robert Baer, tummeln sich mehr Abenteurer als in jeder anderen Stadt der Welt: "Schurken-Öl-Händler, Kunstfälscher, exilierte Präsidenten, geschasste Journalisten, Waffenhändler". Für ein
großes Porträt hat sich Baer
Tim Spicer ausgesucht, den
König der Söldner: "Auf dem Radar der CIA tauchte er erstmals auf, nachdem er die britische Armee verlassen und 1996 als CEO bei Sandline Internationale angefangen hatte, einer privaten Militärfirma, die 'operative Unterstützung' für 'legitime Regierungen' anbietet. Ein Jahr später war Spicer in Papua-Neuguinea, wo er eine Söldnerarmee für die Regierung führte, um ein multinationales
Kupferunternehmen zu schützen. Als Spicer ausgewiesen wurde, ging er nach Sierra Leone. Diesmal half er, Waffen für Putschisten zu liefern. Spicers Name tauchte 2004 in Verbindung mit einem
Putschversuch in Äquatorialguinea wieder auf, der mutmaßlich von seinem Freund, früheren Armeekameraden und Geschäftspartner Simon Mann angeführt wurde. Spicer wurde von britischen Behörden verhört, aber nicht mit dem Vorfall in Verbindung gebracht. Doch zwei Monate später, landete Spicers Firma, bekannt als
Aegis Defence Services, einen
293-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Pentagon, um im Irak die Sicherheit für Wiederaufbau-Projekte zu koordinieren und andere private Militärfirmen zu unterstützen. Das gab ihm effektiv das Kommando über die zweitgrößte ausländische Streitmacht im Land - nach den USA, aber vor Großbritannien."
Im Interview mit Peter Biskind erzählt
David Chase, warum er seine "Sopranos" nicht auf einem der großen Fernsehsender zeigen konnte: "Die Senderchef sind
phänomenal darin, genau den Punkt zu finden, der einem am meisten bedeutet. Von dem wollen sie dann, dass man ihn rausschneidet. Wirklich genial."
CBS habe etwa nicht einsehen wollen, dass
Tony Soprano zum Psychiater geht.