Magazinrundschau - Archiv

Vanity Fair

106 Presseschau-Absätze - Seite 10 von 11

Magazinrundschau vom 08.04.2008 - Vanity Fair

In einem vor Informationen strotzenden Report zeichnen Donald L. Barlett und James B. Steele nach, wie der Chemie-Konzern Monsanto mit seinem genetisch veränderten Saatgut und unbarmherzigen Prozess-Methoden den amerikanischen Getreidemarkt unter seine Kontrolle gebracht hat. Jetzt hat sich Monsanto den Milchmarkt vorgenommen. Mit Prozessen und Kampagnen zieht der Konzern gegen jeden zu Felde, der seine Milch mit dem Hinweis versieht, dass sie von Kühen stammt, die nicht mit dem Monsanto-eigenen Wachstumshormon rBGH hochgezüchtet wurden. "Hier scheint sich der Wind zu drehen, und zwar gegen Monsanto. Organische, rBGH-freie Milchprodukte werden beliebter. Supermarkt-Ketten wie Kroger, Publix oder Safeway nehmen sie begeistert auf. Auch Starbucks hat alle Milchprodukte verbannt, die von rBGH-behandelten Kühen stammt."

Philippe Sands hat recherchiert, dass das Foltern in Guantanamo nicht auf Initiative der Militärs, sondern der Regierung in Gang kam.

Magazinrundschau vom 22.04.2008 - Vanity Fair

"Alle glücklichen Zeitungsfamilien ähneln einander; und wie es scheint, die unglücklichen auch: Am Ende verlieren sie alle ihre Zeitung", prophezeit Michael Wolff düster in seinem Text über New York Times, um deren Eigenständigkeit die Sulzberger-Familie recht verzweifelt und nicht immer glücklich kämpft. "Aber es geht nicht nur ums Geschäft. Eine Wiederbelebung der Zeitung selbst - ihres Einflusses, ihrer Statur und ihrer Autorität - würde sie sicherlich weniger angreifbar machen. Die Familie muss von der schwindenden Timeshaftigkeit der Times entmutigt sein. Bill Keller, der als zweitplatzierter Chefredakteur den Job bekommen hatte, steckte nie das gleiche Herzblut in die Zeitung wie Sulzbergers erste Wahl, der zum Rücktritt gezwungene Howell Raines. Kellers Zeitung ist eine weiche, zögerliche, oft seltsame, selten notwendige New York Times. Auf der anderen Seite scheint Keller Protektion zu genießen, allein schon, weil die Alternative, die Sulzberger wählen könnte, noch Besorgnis erregender sein könnten. In jedem Fall scheint eine Wiederbelebung - entweder durch steigenden Aktienkurse oder in Folge eines neuen journalistischen Selbstbewusstseins und Flairs - in der nächsten Zeit eher unwahrscheinlich."

Portfolio, Atlantic Monthly und der Rolling Stone haben Britney Spears in den letzten Wochen ihre Titelgeschichten gewidmet, was Matt Pressman auf der bange Frage bringt, ob sie vielleicht die wichtigste kulturelle Figur Amerikas sein könnte. (Wer sonst, möchte man zurückfragen.)

Magazinrundschau vom 15.04.2008 - Vanity Fair

Die Russen waren auf dem Meeresgrund der Arktis und haben eine Fahne gehisst - nicht zuletzt um ihren Anspruch auf die gewaltigen Ölreserven die unter dem Meeresboden vermutet werden, zu verdeutlichen. Das ist, wie Vanity Fair in einem sehr umfangreichen Artikel erläutert, auch alles andere als absurd: "Wie immer man es betrachtet: Russlands Anspruch auf die Arktis ist sehr gut begründet - geografisch, historisch, demografisch, hydrologisch... und, wie es nun noch zu belegen hofft, geomorphologisch und geologisch." Was nicht heißt, dass nicht gewaltige Folgen für die Weltpolitik zu erwarten wären: "Wenn Russland die Reserven auszubeuten beginnt, wird es als Supermacht auf die Weltbühne zurückkehren und womöglich zum wichtigsten Energielieferanten der Erde werden. Das wäre dann ein Fünftes Russisches Imperium, präsidiert von einem immer autokratischeren Putin."

Außerdem: Sehr lesenswert - auch für Nichtnaturwissenschaftler- findet Christopher Hitchens Peter Ackroyds nicht mehr ganz neue Isaac-Newton-Biografie. Leider sagt er nicht, ob sie so gut ist, wie Neal Stephensons Newton-Porträt in "Quicksilver".

Magazinrundschau vom 11.03.2008 - Vanity Fair

David Rose beschreibt in einem gründlich recherchierten Report, wie sich die amerikanische Regierung in einen Waffenhandel mit Fatah-nahen Brigaden in Gaza verstrickte und damit in eine "skandalöse und desaströse Geheimoperation im Nahen Osten: halb Iran-Contra, halb Schweinebucht": "Vanity Fair liegen vertrauliche Dokumente vor, die von amerikanischen und palästinensischen Quellen bestätigt wurden. Sie belegen eine geheime Initiative, die von George Bush genehmigt und von Außenministerin Condoleezza Rice und dem stellvertretenden Sicherheitsberater Elliott Abrams durchgeführt wurde und einen palästinensischen Bürgerkrieg entfachen sollte. Der Plan war für die von Mohammed Dahlan geführten Truppen, die auf Geheiß Amerikas mit neuen Waffenlieferungen ausgestattet wurden, um der Fatah die nötige Muskelkraft zu geben, die es brauchte, um die demokratisch gewählte, von der Hamas geführte Regierung abzusetzen (das Außenministerium will dies nicht kommentieren)."

Alessandra Stanley hält Christopher Hitchens These natürlich für blödsinnig, dass Frauen nicht witzig sein könnten, gibt aber zu, dass er mit seiner seltsamen Ansicht nicht allein dasteht: "Der Humor von Frauen ist ein heikles Thema seit die erste einen Witz machte: Sarah, Genesis, weit über ihr Alter hinaus schwanger, kündigt an, ihren Sohn Isaak zu nennen. Das ist Hebräisch für Gelächter."

Magazinrundschau vom 13.11.2007 - Vanity Fair

Michael Wolff macht sich ein paar tiefschürfende Gedanken über das Zeitalter des technischen Medienspielzeugs - iPhone, iPod, iTV, iCar etc. "Während das Gadget bisher ein ergänzendes oder sogar rebellisches Instrument war - der MP3-Player startete die große digitale Medien-Rebellion - drohen Apples Gadgets jetzt mit einer totalen Übernahme. Das bedeutet, dass Steve Jobs, bis vor kurzem noch eine heroische oder zumindest charmante Figur, zu einer repressiven Figur wird. Da ist sein messianischer Erfolg, der vor allem auf den Entwicklungen anderer Gadgeteers basiert, was die Leute immer verrückter macht. Dann ist da Steves bisher erfolgreiche Anstrengungen, seine Gadget-Armee einzusetzen, um jeden anderen zu dominieren und disziplinieren. Er kontrolliert praktisch die Art, wie Menschen Medien konsumieren, während sie sich bewegen (es zeigt sich, dass sehr viele Menschen ihre Medien wollen wie sie zunehmend ihr Essen wollen - schnell serviert unterwegs). (...) Der Punkt mit iProdukten ist, dass Steve sie kontrolliert. Sie haben nur einen Anfang und ein Ende. Von Steve zu Ihnen." Und dann erklärt Wolff, inwiefern jetzt sogar Steve Jobs Macht bedroht ist.

Seit Herbert Hoover die USA in die Große Depression geführt hat, habe kein amerikanischer Präsident mehr eine solch katastrophale Wirtschaftspolitik betrieben wie George W. Bush, behauptet der Ökonom Joseph Stiglitz. Die Folgen würden über Generationen spürbar sein: "Das Steuersystem fällt auf erschreckende Weise zu Gunsten der Reichen aus, die Staatsverschuldung wird um siebzig Prozent gestiegen sein, wenn der Präsident Washington verlässt, die Kaskade säumiger Hypotheken steigt weiter an, das Handelsdefizit liegt bei rekordverdächtigen 850 Milliarden Dollar, die Ölpreise sind höher als jemals zuvor, und der Dollar ist so schwach, dass es für einen Amerikaner einer Risikoanlage gleichkommt, in London oder Paris einen Kaffee zu kaufen - oder selbst im Yukon. Und es wird noch schlimmer. Nach fast sieben Jahren Regierungszeit dieses Präsidenten sind die USA weniger auf die Zukunft vorbereitet als jemals zuvor. Wir haben nicht genug Ingenieure und Wissenschaftler ausgebildet, die wir brauchen werden, um mit China und Indien konkurrieren zu können. Wir haben nicht genug in die Grundlagenforschung investiert, die uns zum technologischen Kraftwerk des 20. Jahrhunderts gemacht hatte."

Magazinrundschau vom 12.06.2007 - Vanity Fair

Nach einer "Grünen Ausgabe" gibt es jetzt ein Afrika-Heft. Für die verschiedenen Cover haben sich Prominente aller Couleur von Annie Leibovitz fotografieren lassen. Alex Shoumatoff berichtet vom großen Wunder in Afrika: Noch 2002 konnten sich nur ein Prozent aller HIV-infizierte Afrikaner Aids-Medikamente leisten. Seit Bill Clinton die Pharmaindustrie überzeugt hat, die Preise für Entwicklungsländer von 10.000 auf 140 Dollar pro Jahr zu senken, werden 28 Prozent der afrikanischen Aidskranken behandelt. Das Geld wurde zum großen Teil vom Global Fund aufgebracht, der sich auch über Bonos Konzept (Red) finanziert. Shoumatoff ist überzeugt: "Die Idee hinter (Red) ist einfach: die beteiligten Firmen - unter anderem American Express, Apple, Armani, Gap, Motorola und Converse - verkaufen (Red)-Label-Produkte. Vierzig Prozent dieses Gewinns werden dafür verwandt, kostenlos Aids-Medikamente an afrikanische Patienten zu verteilen. Die Website Joinred.com gibt es unumwunden zu: ' Bei(Red) geht es nicht um Wohltätigkeit. Es ist ein Geschäftsmodell. Sie kaufen (Red)-Zeug. Wir kriegen das Geld, kaufen Pillen und verteilen sie...' Für die Unternehmen selbst, ist es ein Geschäft. 'Sie profitieren von neuen Kunden, Leuten, die den Kram kaufen, wenn garantiert ist, dass ein gewisser Prozentsatz an den Global Fund geht, sagt Bonos (Red)-Partner Bobby Shriver."

Außerdem gibt es Youssou N'Dours persönliche Playlist, die man sich bei iTunes runterladen kann, um mit 9,99 Dollar den Global Fund zu unterstützen (im deutschen MusicStore gibt es das Album natürlich nicht - die Idee ist wohl zu gut). Und Nina Munk porträtiert den Makro-Ökonom Jeffrey Sachs, der einst als "Dr. Shock" die Radikalkuren zur Transformation der osteuropäischen Ökonomien lieferte und nun mit 200 Milliarden Dollar ein für alle Mal die Armut auslöschen möchte.

Magazinrundschau vom 22.05.2007 - Vanity Fair

Christopher Hitchens blickt auf sein altes Londoner Viertel Finsbury Park, in dem heute vor allem Einwander aus Algerien und Bangladesch wohnen und das berühmt ist für die Finsbury-Park-Moschee, die gern Dschihadisten wie Zacarias Moussaoui und den Möchtegern-Schuhbomber Richard Reid beherbergt. Absolutes Londonistan also: "Prinz Charles selbst, Erbe des Throns und damit künftiges Oberhaupt der Kirche von England, hat seine Sympathie für den Islam erklärt und seinen Willen, Haupt aller Glaubensrichtungen und nicht nur einer zu sein. Das mag gut klingen, wenn auch absurd (ein willenschwacher Prinz wird Kirchenoberhaupt, weil seine Mutter stirbt?), aber nur wenn man vergisst, dass es Prinz Charles war, der den verstorbenen König Fahd von Saudi-Arabien ermunterte, mehr als eine Million Pfund zu spenden für den Bau der - Finsbury Park Moschee! Wenn Sie meine Meinung hören wollen, mein altes Viertel war viel besser dran, als die gekrönten Häupter dieser Welt noch damit beschäftigt waren, es zu vernachlässigen."

Weiteres: Mit einer Träne im Knopfloch beobachtet James Wolcott, dass der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf nicht mehr als Drama oder Epos gezeigt wird, sondern - dank YouTube als Peepshow. Genüsslich weist er auf die Must-viewings hin (zum Beispiel Hillary Clinton als protofaschistische Big Sister). Und Michael Wolff erklärt, warum Rudy Giuliani nicht nur verrückt, sondern wahnsinnig ist.

Magazinrundschau vom 10.04.2007 - Vanity Fair

Knut mit Leonardo DiCaprio auf dem Cover von Vanity Fair. Fotografiert von Annie Leibovitz. Mein lieber Schwan, das ist Ruhm! Mehr davon hier.

Die grüne Ausgabe von Vanity Fair umfasst einen Artikel von Robert Kennedy Jr., der mit der Umweltpolitik der Bush-Regierung abrechnet. "Das Urteil der Geschichte lässt manchmal Jahrhunderte auf sich warten. Das Urteil über George W. Bush als Hüter unserer Umwelt ist bereits in Stein gemeißelt. Kein Präsident hat einen gründlicheren und überlegteren Anschlag auf die Umwelt der Nation verübt. Kein Präsident hat sich stärker für die umweltverschmutzenden Industrien eingesetzt. In einem auf breiter Front vorgetragenen Angriff gegen die Umwelt hat die Bush-Regierung mehr als 400 Maßnahmen getroffen, die dreißig Jahre Umweltpolitik bedeutungslos machen. Nach Jahren des Leugnens hat der Präsident kürzlich die potentiell katastrophale Bedrohung durch Klimaerwärmung anerkannt, aber die Worte haben nicht mehr Bedeutung als sein Versprechen, New Orleans wieder aufzubauen, 'besser als je zuvor'."

Außerdem lesen dürfen wir William Langewiesches Reportage über den Kampf einiger Equadorianer gegen den Ölkonzern Chevron. Die heutige Chevron-Tochter Texaco hatte jahrzehntelang ein 1.700 Quadratkilometer großes Stück Regenwald verschmutzt. Umweltorganisationen sagen, es sei eines der am schlimmsten kontaminierten Industriegebiete der Welt.

Magazinrundschau vom 20.03.2007 - Vanity Fair

Gar nicht glücklich ist der Brite A.A. Gill mit dem Auftritt seiner Landsleute in New York: "Warum kriegen die Engländer es in New York nicht richtig hin? Es ist etwas eigentümlich Irritierendes um die Briten hier. New York ist eine Stadt, die weit offen steht für Fremde, mit einer klumpigen Homogenität von Intriganten und Immigranten. Nur die Briten schaffen es, abseits und für sich zu bleiben, sie sind der Sand in der Vaseline. Diese Leute mit ihren Stimmen wie splitterndes Geschirr müssen eine Menge Fragen beantworten. Die Briten glauben, sie hätten die Ehrlichkeit in die Wiege gelegt bekommen. Für sie zählt nicht, was man sagt, sondern wie man es sagt. Wir glauben, dass all die dummen, leichtgläubigen Yanks, vom Polizisten bis zur Gesellschaftsdame, uns durch die Straße des Lebens winken, sobald wir den Mund öffnen und unsere wohlklingende Sprache hören lassen. Tatsächlich sehen die meisten Amerikaner keinen Unterschied zwischen Billy Connolly und Russell Crowe. Warum sollten sie auch? Wenn Sie wirklich einen Engländer zerlegen wollen, dann fragen Sie ihn einfach, aus welcher Ecke Australiens er kommt."

In London, behauptet der frühere CIA-Agent Robert Baer, tummeln sich mehr Abenteurer als in jeder anderen Stadt der Welt: "Schurken-Öl-Händler, Kunstfälscher, exilierte Präsidenten, geschasste Journalisten, Waffenhändler". Für ein großes Porträt hat sich Baer Tim Spicer ausgesucht, den König der Söldner: "Auf dem Radar der CIA tauchte er erstmals auf, nachdem er die britische Armee verlassen und 1996 als CEO bei Sandline Internationale angefangen hatte, einer privaten Militärfirma, die 'operative Unterstützung' für 'legitime Regierungen' anbietet. Ein Jahr später war Spicer in Papua-Neuguinea, wo er eine Söldnerarmee für die Regierung führte, um ein multinationales Kupferunternehmen zu schützen. Als Spicer ausgewiesen wurde, ging er nach Sierra Leone. Diesmal half er, Waffen für Putschisten zu liefern. Spicers Name tauchte 2004 in Verbindung mit einem Putschversuch in Äquatorialguinea wieder auf, der mutmaßlich von seinem Freund, früheren Armeekameraden und Geschäftspartner Simon Mann angeführt wurde. Spicer wurde von britischen Behörden verhört, aber nicht mit dem Vorfall in Verbindung gebracht. Doch zwei Monate später, landete Spicers Firma, bekannt als Aegis Defence Services, einen 293-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Pentagon, um im Irak die Sicherheit für Wiederaufbau-Projekte zu koordinieren und andere private Militärfirmen zu unterstützen. Das gab ihm effektiv das Kommando über die zweitgrößte ausländische Streitmacht im Land - nach den USA, aber vor Großbritannien."

Im Interview mit Peter Biskind erzählt David Chase, warum er seine "Sopranos" nicht auf einem der großen Fernsehsender zeigen konnte: "Die Senderchef sind phänomenal darin, genau den Punkt zu finden, der einem am meisten bedeutet. Von dem wollen sie dann, dass man ihn rausschneidet. Wirklich genial." CBS habe etwa nicht einsehen wollen, dass Tony Soprano zum Psychiater geht.

Magazinrundschau vom 16.01.2007 - Vanity Fair

Michael Wolff liefert einen scharfsinnigen Artikel über den neuesten Sport amerikanischer Milliardäre: Zeitungen kaufen. David Geffen hat für die Los Angeles Times geboten, Ron Burkle und Eli Broad für die Tribune Company, Jack Welch für den Boston Globe und Hank Greenberg kauft massenhaft Aktien der New York Times, deren Marktwert angeblich bei schlappen 3,3 Milliarden Dollar liegt. Könnten das die Retter der vom Internet gebeutelten Zeitungen sein? Wolff traf einen "wirklich, wirklich reichen" Mann, der es auch gern tun würde. "Ich wies ihn darauf hin, dass nur noch alte Leute eine Tageszeitung lesen - Durchschnittsalter: 56. Er sagte, dass seiner Ansicht nach die Leute überhaupt erst anfangen Zeitungen zu lesen, wenn sie geheiratet und sich niedergelassen haben. (...) Aber was ist mit dem Anzeigenmarkt, fragte ich... Sein Standpunkt war klar: nur ein Weichei kann in einem schwierigen Markt nichts verkaufen. Kurz darauf blickte der Milliardär auf seine Uhr und ich wurde entlassen. 'Er hat keine Ahnung', sagte ich beim Rausgehen zu einem Mitarbeiter. Der Mitarbeiter erwiderte strahlend: 'Er ist möglicherweise der führende Experte im Kauf von Unternehmen, von denen er keine Ahnung hat.'"

Ob Sie nun verheiratet sind oder nicht - lesen Sie Sebastian Jungers ausgedruckt 11-seitige Reportage aus Nigeria, dann wissen Sie, warum diese Ausgabe von Vanity Fair jeden Cent wert ist. Es geht um Korruption, Gewalt und die Rebellen von der Mend, die mit Entführungen und bewaffneten Angriffen die Ölproduktion von Amerikas fünftgrößtem Lieferanten zu zerstören drohen. Auf Seite drei kommt ein Trupp der Mend ins Lager eines kleinen nigerianischen Dorfes, nachdem das Boot des Journalisten und seines Fotografen Mike Kamber, weggefahren worden ist. "Sie stiegen aus dem Boot, ihre Waffen auf die Hüfte gestützt, die Gesichter unbeweglich und ausdruckslos. Sie machten sich nicht die Mühe, uns anzusehen und wir trauten uns kaum, sie anzusehen. Sie trugen schwere tschechische Maschinengewehre, die Munitionsgürtel über die nackte Brust drapiert wie tödliche Schlangen..."

Lesenswert auch James Wolcotts bewegende Klage über die Mittelmäßigkeit amerikanischer Sexskandale. "Wenn es darum geht, einen politischen Sexskandal in ein wüstes Volksfest hochzupeitschen, sind uns die Briten haushoch überlegen - sie wissen wirklich, wie man die Bettlaken aufbläht."