Der armenische Ministerpräsident
Nikol Paschinjan befindet sich aktuell in einem Machtkampf mit
Bagrat Galstanjan, dem Erzbischof Armeniens, der in dieser Nacht festgenommen wurde. Markus Ackeret
blickt in der
NZZ auf die Hintergründe des Konflikts, der sich vor allem an Paschinjans Forderung entzündete, Frieden mit Aserbaidschan zu schließen und Beziehungen mit dem Erzfeind (Stichwort Genozid im Ersten Weltkrieg) Türkei aufzunehmen. "Beides wird ihm von seinen innenpolitischen Gegnern als Defaitismus, ja
Landesverrat ausgelegt. Sie werfen ihm vor, durch unkluge Politik für die bitteren Niederlagen und für Russlands mangelnden Beistand verantwortlich zu sein. Weil der aserbaidschanische Machthaber Ilham Alijew immer neue Forderungen an Armenien stellt und immer wieder mit dessen Zerschlagung droht, fühlen sich Paschinjans Gegner in ihren
Ängsten und Vorwürfen bestätigt." Paschinjans Gegner plädieren lieber dafür, wieder mehr Kontakt mit Russland zu haben. In einem zweiten Artikel
erklärt der Historiker
Ekkehard Kraft, wie sich
Armenien in den letzten Jahrzehnten zwischen den Polen Europa und Asien bewegt hat.
In der ersten Pressekonferenz nach seiner Entlassung spricht der belarussische Oppositionspolitiker
Sergej Tichanowskij (
Mediazona bringt Teile der Pressekonferenz auf Englisch) über seine Haftbedingungen: "Zweieinhalb Jahre lang durfte ich keinen einzigen Brief schreiben.
Keine Telefonate mit der Familie. Fünf Jahre lang durfte ich nicht bei einem Priester beichten." Um weitere Freilassungen zu erwirken, setzt Tichanowskij auf Donald Trump als Vermittler. "Ich dachte, ich würde drei oder vier Jahre bekommen, und selbst dann erst nach der Wahl. Ich hatte Glück, dass ich nach fünf Jahren rauskam.
Zwanzig hätte ich nicht überlebt. Aber im Moment könnte jeder belarussische politische Gefangene innerhalb eines Monats freigelassen werden. Donald Trump könnte das mit einem einzigen Wort bewirken. Lasst uns diese Menschen befreien."
Manchmal muss man gar keine Presseschau machen, es reicht einfach, einen Tweet einzubetten: