Grünen-Anhänger
belasten die Umwelt mehr als ärmere Bevölkerungsschichten, einfach weil sie besser verdienen und weil Besserverdienende mehr konsumieren,
schreibt Ulrike Herrmann in der
taz: "Oft ist den Gutverdienern und dem 'kritisch-kreativen' Milieu gar nicht bewusst, wie hoch ihr Umweltverbrauch ist. Stattdessen sei 'die Auffassung weit verbreitet, sparsam mit Ressourcen umzugehen', wie das Umweltbundesamt feststellte. Die Behörde vermutet, dass sich die Umweltbewussten vor allem mit anderen
Mitgliedern der eigenen Schicht vergleichen - und völlig aus dem Blick verlieren, dass die ärmeren Milieus deutlich weniger konsumieren können. Dieser Tunnelblick hat reale Folgen: Umweltpolitik wird vor allem für die Gutverdiener gemacht. Sie profitieren von den Ökosubventionen, während die armen Schichten
dafür zahlen dürfen."
Deutschland zerfällt in
Parallelgesellschaften - auf der einen Seite die
Arbeiterklasse, die "Malocher", die es auch heute noch gibt, auf der anderen Seite eine "
politisch mediale Elite", die mit "Gratismut" über Rassismus, Sexismus, Critical Whiteness, Cancel Culture oder Identitätspolitik debattiert, schreibt der Publizist Reinhard Mohr in der
Welt, adressiert aber vor allem die
Grünen: "Hier liegt womöglich das Geheimnis des
grünen Zeitgeists: dass er gar nicht mehr darauf angewiesen ist, auf die komplizierte sozialökonomische Realität plausible, wirklich mehrheitsfähige und
finanzierbare Antworten zu finden. Es geht vor allem um das große Ziel und die gute Absicht, die man nicht oft genug symbolisch - 'Zeichen setzen!' - beteuern kann. Antonio Gramsci nannte das vor hundert Jahren schon die '
kulturelle Hegemonie'."
Über die Hälfte der Bevölkerung ist jetzt mindestens einmal geimpft, aber das gilt nicht für die
jungen Leute. Mit am düstersten war die Coronakrise
für Studenten, gerade auch Studienanfängerinnen, schreibt der in Wien lehrende Rechtshistoriker
Miloš Vec in der
FAZ, und auch im nächsten Semester werden die Studenten großenteils vor Bildschirmen sitzen: "Allgemeiner Protest gegen die Abwertung der Universität fand bei ihnen nur ausnahmsweise statt. Während Gaststätten, Sportarenen und Museen öffnen durften, blieben ihre Hörsäle verriegelt. Impfgerechtigkeit und Geisterspiele wurden zum Begriff, die Forderung von
Unterrichtsgerechtigkeit und Kritik an Geistervorlesungen blieben unbekannt. Manche von ihnen haben immer noch keine Universität von innen gesehen und sind keinem Kommilitonen physisch begegnet. Es ist ein
Studium im Alleingang."