9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.04.2022 - Ideen

Wenn die Atombombe erst gefallen ist, wird das feuilletonistische Drehen von Locken auf Glatzen (und der Sportteil in der "Heute"-Sendung) dann aufhören?

Eigentlich hatte Helmut Lethen Amerika schon als erledigt angesehen, wie er im Interview mit Ulrike Baureithel und Michael Angele im Freitag bekennt, "ein Land, das die schrecklichsten Zerstörungsmittel in seinem Kolonialkrieg in Vietnam einsetzte, um auch in Asien einen eigenen Hinterhof zu beherrschen. Das Rätsel ist doch, warum die USA trotz dieser Erfahrungen immer noch den Zauber des freieren Lebens ausstrahlen. War der Zauber schon ermattet und nach Afghanistan fast schon erloschen, so wird er jetzt durch Putins Angriffskrieg wieder aufgefrischt. Wie soll man damit umgehen?" Und dann noch Butscha: "Grauen versieht den Kontaktstrom der Empathie mit Energie."

Paul Ingendaay liest für die FAZ nochmal die von Juri Andruchowytsch herausgegebene Anthologie "Euromaidan". Da steht schon alles drin: "Dass Putin 'der europäischen Nachkriegsordnung ein Ende gesetzt' habe, schrieb also schon vor acht Jahren, mit genau diesen Worten, die in Kiew geborene und in Berlin lebende Schriftstellerin Katja Petrowskaja, bevor es kurz darauf auch der ehemalige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg auf einem Podium in Wien sagte - sehr ruhig übrigens, mit Pausen und langen Blicken ins Publikum. 'Wladimir Wladimirowitsch Putin', so Schwarzenberg 2014 mit vollendeter Höflichkeit, habe mit der Krim-Annexion einen 'offenen Rechtsbruch' begangen, und wir müssten uns darüber im Klaren sein, dass jetzt 'eine sehr erfolgreiche Friedensepoche in Europa endet'."

Außerdem: Die französische Philosophin Corine Pelluchon wünscht sich in der Zeit, dass sich die Zeit des Universalismus in Frankreich dem Ende neigt und ein ökologisches Denken an seine Stelle tritt. Die taz-Linke Charlotte Wiedemann fordert "Nüchternheit statt der Heroisierung von Ukraine und Wehrhaftigkeit und eine neue Friedensbewegung gegen "allseitigen Imperialismus". Und Katrin Bettina Müller bespricht in der taz die Ausstellung über Moses Mendelssohn im Jüdischen Museum in Berlin und notiert, was die heutige Debatte von ihrem Protagonisten lernen kann: "Höflichkeit, Offenheit, Herzlichkeit, Witz und Ironie, Interesse und Neugierde, scharfe Kritik. Engagement, Lust am spielerischen Gefecht, Sachlichkeit, Gründlichkeit, Leidenschaft."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.04.2022 - Ideen

Die Perlentaucher-Redaktion ist in den Streik getreten. Und weigerte sich den ganzseitigen FAZ-Artikel des Soziologen Stefan Hirschauer vom "SFB Humandifferenzierung" an der Universität Mainz zu lesen, der so überschrieben ist: "Das Geschlecht ist irrelevant geworden." Unterzeile: "Warum soll man Frauen und Männer, die man in fast allem Wesentlichen für gleich hält, ein Leben lang unterscheiden? Diese Mystifikation ist längst überholt."
Stichwörter: Gender, Gender Studies

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.04.2022 - Ideen

Der Politikwissenschaftler Samuel Huntington hat für die USA Zyklen erkannt, nach denen das Land alle sechzig bis siebzig Jahre Phasen politischer Eruptionen erlebe, erinnert der Historiker Bernd Roeck in der NZZ. In ihnen bräche der Konflikt zwischen institutionalisierter Macht und Freiheitsidealen hervor: "In solchen Phasen verbreiteter Unzufriedenheit seien Autorität, Spezialisierung und Expertise infrage gestellt worden. Neue Massenmedien hätten wachsenden Einfluss auf die Politik gewonnen. Auch ließ sich das Zirkulieren von Verschwörungstheorien, die von geheimer, unheilbringender Macht raunten, beobachten. Huntington ermittelte vier solcher Phasen: die Revolutionszeit, die Periode der Präsidentschaft Andrew Jacksons (also die 1830er Jahre), die 'progressiv-populistische Ära' nach 1900 und schliesslich die Zeit der Bürgerrechtsbewegung seit den 1960er Jahren. In den Jahrzehnten dazwischen seien die Spannungen durch Zynismus, Selbstgefälligkeit und Heuchelei überdeckt worden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.04.2022 - Ideen

Durch den Krieg in der Ukraine wird die "Idee des Westens" wiederbelebt, fürchtet der Politologe Ernst Hillebrand von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in der taz: "Garniert wird die Rückkehr des Westens mit dem angenehmen Gefühl der moralischen Überlegenheit - ein Gefühl, das postkoloniale Identitätsdebatten, die Ahnung, dass der Irak- und der Libyenkrieg vielleicht doch nicht ganz den Idealen des Völkerrechts entsprochen hatten, sowie die mit dem Klimawandel verbundenen Selbstvorwürfe in letzter Zeit doch ein bisschen angekratzt hatten."

Man kann Putins Regime, das von der Autokratie in die Diktatur abgerutscht ist, durchaus auch als faschistisch bezeichnen, sagt der Moskauer Soziologe Greg Yudin in einem Interview mit David Ernesto García Doell in analyse & kritik, das viel retweetet wird: "Die Besessenheit vom Wesen der ukrainischen Nation und ihrer Entsprechung mit der russischen Nation ist das, was als besonders nazistisches Element und nicht nur als faschistisches hervorsticht. Als anekdotischen Beleg möchte ich hinzufügen, dass es unter den russischen Eliten seit langem eine Menge Bewunderer Mussolinis gibt. Ich empfehle auch einen Blick in Putins Artikel im National Interest von 2020, in dem er die Ursachen des Zweiten Weltkriegs erläutert. Es ist aufschlussreich, wie oft er in diesem Artikel Polen für diesen Krieg verantwortlich macht, im Vergleich zu Deutschland."

Außerdem: Als Reaktion auf die ultra-liberale Idee des Rechts auf globale Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit erleben wir seit einigen Jahren einen Rückfall in ethnisches Denken, schreibt Julian Nida-Rümelin in der Welt und plädiert deshalb für ein republikanisches Verständnis von Staatsbürgerschaft.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.04.2022 - Ideen

Den Westen als den Ursprung alles Bösen anzuprangern, funktioniert nur solange, wie man ihm Utopien entgegenhält, meint in der NZZ der Schriftsteller Giuseppe Gracia, der sich etwas mehr Augenmaß wünscht: "Beim Kampf gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie schweigen die Aktivisten in Europa oder den USA über die Zustände in nichtwestlichen Ländern - wo dieser Kampf am nötigsten wäre. Genau wie bei der Klimapolitik vergleicht man westliche Umweltpolitik nicht mit der Realität in China, Indien oder Russland. Stattdessen fragt man: Wie lange dauert es, bis Europa und die USA emissionsfrei sind? Dabei dominiert die sogenannte 'non human perspective'. Das bedeutet: Die Auswirkungen der Menschheit auf die Umwelt werden nach dem utopischen Ideal einer Umwelt ohne Menschen und ihre Maschinen beurteilt."

Außerdem: Lässt sich genetisch feststellen, ob jemand Jude ist? Klingt verrückt, aber in Amerika zum Beispiel sind Gentests de rigeur, um beispielsweise festzustellen, ob jemand wirklich indianische Vorfahren (und damit bestimmte Ansprüche an den Staat) hat. Das funktioniert auch bei Juden, glaubt Michael Wolfssohn nach Lektüre eines Buchs des an der neoorthodoxen Yeshiva University in New York arbeitenden Medizingenetikers Harry Ostrer, "Legacy. A Genetic History of the Jewish People".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.04.2022 - Ideen

Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Genozid. Peter Pomerantsev denkt in einem Essay für Time - sicher einer der wichtigsten Reflexionen zum Krieg bisher - darüber nach, wie genau Wladimir Putins Verbrechen an der Ukraine eigentlich zu benennen ist: "Der beste Begriff für das, was Putin tut, kam von einer Freundin, die sich unermüdlich gegen Russlands Verbrechen in Syrien engagiert hatte. Was hier angegriffen wird, sagt sie, ist das 'Recht zu existieren'. Im rechtlichen Sinne mag das unscharf sein, aber für mich liegt darin die Essenz von Putins Kriegen in Tschetschenien, Syrien und nun der Ukraine und seiner Unterdrückung in Russland. Sein Ziel ist es stets, anderen Menschen das Recht zu nehmen, selbst zu definieren, wer sie sind, ihre Zukunft, ihre Bedeutung. Er möchte nicht nur kontrollieren, wer lebt und stirbt, er möchte die Realität selbst kontrollieren."

Im Welt-Interview mit Ulf Poschardt erklärt Peter Sloterdijk, was es mit der großen Rot-Grau-Verschiebung auf sich hat, die er in seinem neuen Buch "Wer noch kein Grau gedacht" konstatiert und die sich auf Eric Hobsbawms 'Zeitalter der Extreme' bezieht: "Lenins 'roter Terror' von 1918 ging gleitend in das Stalingrau über, das aus der Synthese von Terror, Bürokratie und Geheimdienstherrschaft entstand. Mein Kronzeuge für diese Deutung ist Marcel Mauss, ein Mann mit den unantastbaren Beglaubigungspapieren einer generösen französischen Linken. Nach seiner 1936 formulierten Diagnose war das Sowjetsystem nur als 'Herrschaft des permanenten Komplotts' zu begreifen. Das ist der wahre Name der 'Diktatur des Proletariats'. Das permanente Komplott der Regierung gegen die Bevölkerung beschreibt die Situation in der östlichen Hemisphäre ab dem Dezember 1922, dem Moment der Gründung der Sowjetunion, zwei Monate nach Mussolinis Machtübernahme, und die Formel gilt bis heute. Zu seinen Konstanten gehörte die Ausdehnung des Namens 'Faschismus' von der italienischen Partei auf alles Nicht-Bolschewistische. Putin hängt in diesem Punkt weiter am stalinistischen Tropf, für ihn ist alles Nicht-Putinische blanker 'Faschismus', vor allem in der Ukraine."

Russland glaubt nicht wirklich daran, dass es von Nazis und Nato bedroht sei, stellt der Historiker Volker Weiß in der SZ fest, das Land nehme sich das Recht zum Krieg heraus, um imperiale Größe oder territoriale Hegemonie zu behaupten. Die Blaupausen für ein solches Denken findet Weiß nicht nur bei den üblichen Kreml-Ideologen von Alexander Dugin bis Sergei Karaganow oder Europas Rechtsradikalen, sondern auch bei den gern angeführten Geostrategen: "Zur Überlebensfrage für Russland wird der Krieg vor allem, wenn man ihn nach dem Muster der Heartland-Theorie liest, die der britische Geograf Halford Mackinder zur Zeit des Ersten Weltkriegs entwickelt hat: Es bestehe ein ewiger geopolitischer Konflikt um den eurasischen Kontinent, den Schlüssel zur Weltmacht. Freunde wie Gegner Putins beten zudem die Behauptung des US-Geostrategen Zbigniew Brzezińskis nach, Russland könne ohne die Ukraine kein Imperium sein. Ein Einflussverlust dort sei daher für Moskau nicht akzeptabel."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.04.2022 - Ideen

Die linke französische Publizistin Caroline Fourest wird nicht an der Berliner Volksbühne aus ihrem neuen Buch "Lob des Laizismus" lesen: Man fand ihre Kritik an der Identitätslinken so gefährlich, dass man sie nur mit einem Mitdiskutantem auf die Bühne lassen wollte, berichtete Peter Laudenbach gestern in der SZ und zitierte ihren Verleger Klaus Bittermann von der Edition Tiamat, der seit Jahren Lesungen an der Volksbühne veranstaltet: 'Ich bin doch etwas erstaunt, dass die Volksbühne, die einmal für Debatte und Weltoffenheit stand, nun so kleingeistig geworden ist und sich genauso verhält, wie Fourest es in ihrem Buch beschrieben hat', sagt der Verleger der SZ. Aus Gründen der Selbstachtung hat er nun die Veranstaltung abgesagt." Im Interview mit der Welt sprach Fourest gestern auch über die Wahlen in Frankreich und über den Laizismus, den sie in ihrem Buch verteidigt, weil er der einzige Schutz gegen religiösen Fundamentalismus sei. Wenn die linken Kritiker des Laizismus "tatsächlich klarsichtig wären, dann würden sie erkennen, dass weder die Republik noch der Laizismus, die Demokratie oder der Westen den Islamismus angegriffen haben. Genauso wenig wie die Ukraine Russland. Es gibt aber Menschen, die alles verdrehen. Das ist eine typische Propagandamethode. Weil sie die Wirklichkeit stört, sagen sie: Das sind doch alles Nazis in der Ukraine! ... Diese Menschen glauben tatsächlich, dass der Terrorismus ein Mittel ist, den Westen, den Imperialismus und den Kapitalismus zu bekämpfen. Man bezieht sich auf Frantz Fanon und verkennt dabei, dass der Islamismus totalitär und reaktionär ist."

Nachzutragen ist der Hinweis auf Leonid Luks' Essay über den rechtsextremen Philosophen Alexander Dugin als Ideengeber Wladimir Putins bei den Kolumnisten. Bereits 1997 habe er das Szenario entwrofen, das Putin jetzt realisieren wolle.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.04.2022 - Ideen

Was hat es mit dem deutschen "Nie wieder" auf sich, das den verbrecherischen Charakter des Putin-Regimes jahrzehntelang mit dem milden Schleier der Versöhnung überdeckte, unter dem auch die Geschäfte blühten, fragt der in Deutschland lebende Journalist Jeremy Cliffe im New Statesman. Für Cliffe macht nun die Seite der linken Holocaust-Relativierer um Dirk Moses einen Punkt:  "In jüngster Zeit haben Historiker … darauf hingewiesen, dass die Abgrenzung des Holocaust als losgelöstes, einzigartiges Objekt der Zerknirschung die Gefahr birgt, andere schreckliche Verbrechen in anderen Zeiten und an anderen Orten zu schmälern. In einem provokanten Essay in der liberalen Wochenzeitung Die Zeit forderten die Historiker Jürgen Zimmerer und Michael Rothberg letztes Jahr ihre Landsleute auf: ''Schluss mit dem Tabu des Vergleichs!' (…) Ihr Aufruf war und ist willkommen, vor allem im Lichte der jüngsten Ereignisse in der Ukraine." Ähm, gibt es denn Hinweise, dass die Postkolonialisten sich je für etwas anderes als die Schuld des Westens interessierten?

Anders akzentuiert Marcus Welsch bei den Salonkolumnisten: Das Irritierende ist die Kontinuität des deutschen Versagens, schreibt er. "Der deutsche Sonderweg, der ein besonders nachgiebiges Verhältnis zu Russland propagierte, erschien schon vor 1989 unseren Nachbarn verdächtig. Ausgerechnet in Deutschland tat man sich auch auffallend schwer mit den emanzipatorischen demokratischen Bewegungen der Länder, die zwischen der Achse Moskau-Berlin lagen. Insbesondere im altlinken und sozialdemokratischen Spektrum war man beseelt von einem guten Verhältnis mit den Machthabern im Kreml."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.04.2022 - Ideen

Gleich zwei Artikel plädierten in der ehemaligen Sonntags-FAZ für eine "feministische Außenpolitik". Ronya Othmann findet die Forderung in ihrer Kolumne richtig in dem Sinne, "dass man versucht, Frauen vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dass man die Taten dokumentiert, die Täter zur Rechenschaft zieht. Fragwürdig wird sie jedoch, wenn man von der 'friedliebenden Natur der Frauen' ausgehend einen radikalen Pazifismus und rigoroses Abrüsten fordert."

Nicht die Männer, die sich über diesen Begriff lustig machen, hatten das richtige Gespür, ruft Livia Gerster in Erinnerung und verweist auf eine Episode aus der unmittelbaren Vorkriegszeit: "Tatsächlich war Annalena Baerbock eine der wenigen, die Putin zu jedem Zeitpunkt klar gesehen hat. Der russische Präsident werde sich eben nicht an die Regeln halten, rief sie als Kanzlerkandidatin in einem der vielen Fernseh-Trielle, während Scholz ihre Empörung zu belächeln schien. Im Brustton kühler Überlegenheit verkündete er: 'Getanzt wird mit denjenigen, die im Saal sind.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.04.2022 - Ideen

Helmut Lethens große Mentalitätsstudie der 1920er Jahre "Verhaltenslehre der Kälte" wird dieses Jahr neu aufgelegt. Für die Literarische Welt hat Jan Küveler mit Lethen über die Kraft der Literatur, die Aktualität der Studie und den Krieg in der Ukraine gesprochen: "Zum Krieg in der Ukraine habe ich einen einzigen direkten Draht - das Erlebnis des Kindes, das ich einst war, das 1944 im Luftschutzkeller Bombenangriffe überlebte. Das ist mein Identitätspunkt. Insofern habe ich keine Mühe, den Horror des Angriffskriegs zu verurteilen. Andererseits weiß ich, dass man aus Empathie keine Politik machen kann, dass es immer kühler Interventionen strategischer Überlegungen bedarf. Eine merkwürdige Sache: Wenn in Talkshows jetzt Generäle auftreten, finde ich die in vielen Fällen analytisch entschieden präziser als andere Teilnehmer, woher kommt das? Der Potsdamer Militärhistoriker Sönke Neitzel hat davon gesprochen, dass die BRD durch einen strukturellen Pazifismus gekennzeichnet sei. Wenn das wahr ist, muss sich dieser strukturelle Pazifismus jahrzehntelang in die Körper von zwei Generationen eingegraben haben."

In Kriegszeiten rät der Philosoph Otfried Höffe in der NZZ zur Kant-Lektüre, um zu verstehen, was Frieden eigentlich bedeutet. Voraussetzung ist für Kant das "Ende aller Hostilitäten": "Der Staat ist für Kant eine Gesellschaft von Menschen, über die niemand anders als er selbst zu gebieten und disponieren hat'. Deshalb darf ein russischer Staatspräsident den Präsidenten der Ukraine nicht zur Übergabe des Landes oder eines Teils davon auffordern. Und der ukrainische Präsident darf einer solchen Aufforderung nicht nachkommen."