9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.09.2021 - Ideen

"Das feige Leugnen" hat schon im Moment der Tat zum Holocaust dazugehört, schreibt Maxim Biller in einem wüsten, aber faszinierenden Beitrag zum Historikerstreit 2.0 in der Zeit, und er erkennt es bei A. Dirk Moses und seinen Jünger:Innen wieder. Aber das Rätsel bleibt, warum nach all den Rechten und den Linken, die sich permanent am Holocaust abarbeiten, nun auch "herrenmenschelnde Postkolonialisten plus ihre depravierten United-Colors-of-Benetton-Mandanten" nicht genug davon kriegen? Biller versucht es mit einer intellektuellen Erklärung: "Dass die Juden einen Gott erfunden haben, den es nicht gab, damit die Menschen selbst für ihre schlechten und guten Taten verantwortlich waren, hat den Nichtjuden schon immer missfallen, und das haben sie den Juden immer wieder sehr deutlich und brutal gezeigt. Aber als die Juden, berauscht und befeuert von der Emanzipation, dann auch noch das 20. Jahrhundert zu einem jüdischen Jahrhundert machten, wie der im Alter bittere, kompromisslose George Steiner einmal in einem Zeit-Interview sagte, als Männer wie Freud, Schönberg, Kafka, Wittgenstein eine atheistische Version des alten, hochmoralischen Monotheismus in eine moderne, universelle Sprache übersetzten, hatten die Gojim von ihnen endgültig genug."

Alle lieben es zur Zeit, von einer Niederlage des Westens in Afghanistan zu reden. Aber das ist Unsinn, meint in der NZZ der Autor und Filmemacher Samuel Schirmbeck: In Afghanistan ist nicht der Westen, sondern der Islam gescheitert. "Der Westen hatte nie vor, Afghanistan zu 'verwestlichen'. Insofern ist er mit seinen Werten dort auch nicht gescheitert. Er hat lediglich versucht, militärisch eine Brandmauer zwischen dem friedlich-toleranten und dem kriegerisch-jihadistischen Islam zu errichten. Denn diese Brandmauer fehlt in der islamischen Theologie bis heute."

In der Welt erinnert sich der niederländische Schriftsteller Leon de Winter an eine Umfrage des Pew Instituts vor acht Jahren: Danach wollten in Afghanistan 99 Prozent der Befragten die Scharia als "leitende Gesetzgebung" in ihrem Land. "Von diesen 99 Prozent hielten 81 Prozent Körperstrafen für unerlässlich, 85 Prozent waren der Ansicht, dass Ehebruch mit der Hinrichtung durch Steinigung zu bestrafen sei, und 79 Prozent urteilten, Apostasie müsse mit dem Tod bestraft werden. 66 Prozent lehnten die westliche Unterhaltung als unmoralisch ab. Wenn die Zahlen heute noch aussagekräftig sind, scheinen die reaktionären Taliban die Auffassungen der afghanischen Mehrheit ziemlich genau widerzuspiegeln. ... Die meisten Afghanen möchten an ihren Traditionen und ihrem Propheten festhalten, so, wie sie es in ihrer kargen Heimat seit Menschengedenken tun - ohne Erbarmen mit Mädchen, ohne Gleichberechtigung für Frauen und Schwule und ohne Drang zur Erneuerung."

In der Zeit erklärt Slavoj Zizek außerdem, wie er es schaffte, nun schon das dritte Buch zur Coronakrise vorzulegen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.08.2021 - Ideen

Thomas Thiel kommt in der FAZ auf die Debatte um A. Dirk Moses zurück, dessen Thesen zur Vergangenheitsbewältigung und zum Holocaust nur dazu dienten, Israel zu delegitimieren. Thiel empfiehlt einen Text von Andreas Harstel in den "Hallischen Jahrbüchern" zum Urvater des Postkolonialismus, Edward Said, der bereits daran arbeite, die Muslime als neue Opfer eines dem Antisemitismus gleichkommenden Hasses dastehen zu lassen. Dies erkläre auch "den aggressiven Ton gegen Israel, den postkoloniale Texte regelmäßig anschlagen. Der jüdische Staat muss zum maximalen Aggressor gemacht werden, um das Leid von Muslimen dem historischen Leid von Juden kommensurabel erscheinen zu lassen. Das geforderte Recht, die heutige Diskriminierung und Verfolgung von Juden und Muslimen zu vergleichen, läuft auch bei Moses auf einen Rollentausch hinaus: Der Muslim ist der neue Jude."

Eigentlich gibt es enorm viel Wissen über die Transformation von failed states oder Diktaturen in Demokratien, meint Caroline Fetscher im Tagesspiegel. "Material und Wissen existiert unter anderem aus Deutschland und Japan nach 1945, aus Südkorea, Osttimor, aus Bosnien, dem Kosovo, dem Irak, aus dem Libanon, aus Albanien, aus Ruanda, aus Südafrika, aus Afghanistan. Auch die Erfahrung aus der Transformation der postsowjetischen Gesellschaften zu Demokratien darf dieser Kategorie zugerechnet werden: Transformationswissen. Eine kostbare, immaterielle Ressource." Nur leider schwer zu finden." Was fehlt, so Fetscher, ist "ein institutionelles Gedächtnis. Wissen und Erfahrung müssten an einer Internationale Akademie für Studien zur Transformation konstant aufbereitet, aktualisiert, koordiniert und weitergereicht werden. Doch diesen Ort gibt es nicht. De facto fehlt das lebendige, verantwortungsvoll gehegte Archiv mit Training für die Praxis."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.08.2021 - Ideen

Die Woke-Bewegung macht es sich zu einfach, wenn sie glaubt, sie wisse ja ganz genau, was Rassismus sei, meint Hans Christoph Buch in der NZZ und verweist als Beispiel auf Haitis Verfassung von 1804. Danach sind "alle Bürger Haitis, auch Deutsche und Polen, die aus Napoleons Armee desertiert waren und sich den Ex-Sklaven angeschlossen hatten, 'Neger' - auf Kreolisch keineswegs ein Schimpfwort, sondern gleichbedeutend mit Mensch. Jovenel Moïse etwa, der kürzlich ermordete Präsident, hieß im Volksmund 'nèg banann', weil er vor dem Einstieg in die Politik Bananen exportiert hatte. All das war und ist unvereinbar mit der politischen Korrektheit derer, die sich, um sich selber und anderen ihre Fortschrittlichkeit zu beweisen, als Sprachpolizisten betätigen. Und das umso mehr in einem Inselstaat, dessen Oberschicht als 'bourgeoisie mulâtre' bezeichnet wird. Der von der schwarzen Mehrheit gewählte Präsident hat die politische, die 'Mulattenbourgeoisie' hat die wirtschaftliche Macht. Diese Arbeitsteilung funktionierte jahrzehntelang mehr schlecht als recht, doch die Erörterung solcher Fragen wird zum Eiertanz, wenn es verboten ist, die Dinge - sprich: die Akteure - beim Namen zu nennen."

Der Historiker Bernd Greiner, der demnächst das Buch "Made in Washington - Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben" veröffentlicht, hat das Geheimnis amerikanischen Handelns in den letzten hundert Jahren gefunden. Das Land, erklärt er auf einer Seite in der FAZ, agiere in panischer Angst um seine Glaubwürdigkeit: "Politisch stilbildend war und ist die Überzeugung, dass eine Hegemonialmacht nicht nur, aber in erster Linie das Handwerk der Einschüchterung, Nötigung und Erpressung beherrschen muss. Und dass die Vereinigten Staaten bei Strafe des Abstiegs in eine untere Gewichtsklasse eine Maxime nie aus den Augen verlieren dürfen: Macht beruht auf Angst, eine Führungsmacht, deren Gewaltbereitschaft in Frage steht, verdammt sich selbst zur Ohnmacht. Ob dergleichen als Abschreckung oder Realpolitik etikettiert wird, spielt am Ende keine Rolle. "

Außerdem: in der NZZ argumentiert die Literaturwissenschaftlerin Zsuzsa Breier gegen Angriffe auf den Kanon im Namen der "Cancel Culture".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.08.2021 - Ideen

In der SZ-Reihe "Dem Geheimnis auf der Spur" erzählt Fritz Göttler, wie und warum der französische Philosoph Louis Althusser 1980 seine Frau Hélène ermordete: "Melancholische Depression war der Befund angesichts seiner Tat gewesen, verstärkt durch den Einfluss von Medikamenten. Der Mann hatte keine Kontrolle mehr über das, was er fühlte, dachte, tat - ein schauriger Befund, eine tragische Ironie für einen Philosophen, der sich beschäftigt mit Bewusstsein und Identität, dem freien Willen, dem Cogito ergo sum."
Stichwörter: Freier Wille

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.08.2021 - Ideen

Als "Richtungsweisung von globaler Bedeutung" bezeichnet Andrian Kreye in der SZ den in Foreign Affairs erschienenen, von sechs AutorInnen verfassten Artikel "The Forever Virus": "Ihre Langzeitstrategie erinnert eher an die geopolitischen Grundsatztexte aus und nach dem Kalten Krieg. Nur eine weltweite Anstrengung kann demnach den Planeten zurück in einen Zustand der Normalität führen. Impfstoffe sind dabei der entscheidende Faktor, aber nur, wenn sie zielgerichtet eingesetzt werden. Geschwindigkeit ist dabei genauso ein Faktor, wie die Möglichkeit, Impfstoffe dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden. Nationales Denken sei fatal. Vor allem weil die Welt Covid-19 als historischen Wendepunkt betrachten muss. Um sich für die nächste Pandemie zu rüsten (das, so schreiben sie, sei nur eine Frage wann, nicht ob die kommt), müssten internationale Strukturen geschaffen werden, um einen Ausbruch zu identifizieren, Gegenmaßnahmen zu entwickeln und logistisch umzusetzen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.08.2021 - Ideen

Der französische Philosoph Jean-Luc Nancy ist gestorben. Man hört die Trauer in dem Nachruf von Emmanuel Alloa, der sich in der NZZ an einen ungewöhnlichen Mann erinnert: "Wer das Glück hatte, Nancys Seminare vor seiner Emeritierung in Straßburg mitverfolgen zu können, erinnert sich an dichte und doch zugleich experimentell verfahrende Sitzungen, in denen Klassiker der Philosophiegeschichte so gelesen wurden, als seien sie noch nie gelesen worden, während umgekehrt aus ein paar Gedichtzeilen eines Baudelaire oder Mallarmé unversehens ein völlig neuer Blick auf die Entzweiungen der modernen Seele gewonnen wurde. Der Pflicht zu normativen Festlegungen, die jenseits des Rheins allgemein üblich ist, hat sich Nancy stets entzogen, um sich stattdessen in ungesicherteren Denkformen zu betätigen. Anstatt nur im Unbegrifflichen den Begriff zu suchen, führen seine Texte auch unmissverständlich vor, worin das Unbegriffliche im Begriff liegt. Dass Existenz immer Mit-Existenz bedeutet und dass das Eigene immer schon der Anwesenheit Anderer ausgesetzt ist, darüber schrieb Nancy nicht nur Bände, sondern er lebte dieses Exponiertsein auch praktisch aus. Nicht zu schade war er sich, noch im hohen Alter mit den Tänzern der Choreografin Mathilde Monnier jeden Abend auf die Bühne zu steigen, um sich zu fragen, was es heißt, die Vernunft in Bewegung zu setzen."

In der Welt würdigt Martina Meister den Denker Nancy: "In einem der letzten Interviews, das Jean-Luc Nancy gegeben hat, wird er gefragt, ob lieber als 'Philosoph' oder als 'Denker' bezeichnet werden wolle. Nancys Antwort beschreibt auf geradezu geniale Weise, was die Herausforderungen desjenigen sind, der die Welt nach dem von Nietzsche ausgerufenen Tod Gottes einfach weiter zu denken versucht. Der Philosoph, so Nancy, versuche in einer Philosophie eine Repräsentation der Welt zu ersinnen, während der Denker sich von diesem unterscheidet, indem er genau diese Repräsentation zu überwinden versucht. Das Denken müsse immer über das System hinausgehen und dahinstreben, wo es sich nicht 'fangen lässt'."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.08.2021 - Ideen

Katharina Raabe ist Lektorin bei Suhrkamp, Olga Radetzkaja ist Übersetzerin. Beide sind in ihrer täglichen Arbeit mit der Aufforderung konfrontiert, nun genderneutrale Sprache zu benutzen. In vielen Verlagen haben sich die neuen Formen bereits durchgesetzt. Beide betrachten diese Entwicklung allerdings in einem Wortwechsel im Perlentaucher mit großer Skepsis. Raabe sagt: "Es ist ein Sprachwandel 'von unten', der von bestimmten Communities mit einer emanzipatorischen Agenda ausgeht. Aber das Vorgehen als solches breitet sich rasant aus und vermittelt auch mir den Eindruck, Zeuge eines narcissistic turn der Sprache zu sein. Je mehr Gruppen sich innerhalb einer Sprache partikulare Regeln geben, desto größer die Gefahr, dass sich 'nichts mehr... mit einem Begriff umspannen' lässt, wie es im Chandos-Brief heißt, und die Empfindlichkeiten gegeneinander zunehmen. 'Die Sprache funktioniert als Sprache nur durch die Regeln, nach denen wir uns in ihrem Gebrauch richten', schreibt Wittgenstein. Dieses 'wir', das für eine Instanz über allen speziellen Communities stand, zerfällt vor unseren Augen."

Diese Bewegung setzt Sprache und Sein in eins, bemerkt Radetzkaja: "Als ungerecht empfundene Machtverhältnisse sollen nicht nur in der sozialen und politischen Realität korrigiert werden - denken wir an Black Lives Matter oder die MeToo-Bewegung -, sondern auch oder sogar zuerst in der Sprache. Aber anders als im politischen Raum, wo die Neuverteilung von Macht grundsätzlich Verhandlungssache ist, wird die Sprache von denen, die sie gerecht oder 'diskriminierungssensibel' gestalten wollen, letztlich einer radikalen Subjektivität überlassen: Wer außer mir sollte entscheiden können, ob ich 'in meinem So-Sein' gewürdigt wurde?"

Existiert das Böse überhaupt ohne das Zutun sozialer Medien?  Wohl kaum, meint Bernd Stegemann in einem Gespräch mit dem Journalisten Nils Markwardt, das Michael Angele für den Freitag moderiert: "Die Twitter-Debatten verwandeln den Widerspruch in ein Showcatchen. An der Lösbarkeit ist niemand mehr interessiert. Meine Kritik an Twitter und seiner Eskalationsdynamik ist, dass da ein toxischer Kommunikationsraum entsteht." Aber Markwardt antwortet: "Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich stimmt. Black Lives Matter und MeToo sind ja auch und vor allem aus Twitter entstandene Sozialbewegungen, die - siehe in den USA - sogar die Legislation verändert haben."

Der Politologe Volker M. Heins vertritt die Idee, dass die Staaten schlicht alle Grenzen für Migration öffnen sollten, die er im taz-Gespräch mit Tom Wohlfarth erläutert. Das Zuwanderung Rassismus schürt, will er nicht gelten lassen: "Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts vertraten Politiker in Kalifornien den Irrglauben, dass man den antichinesischen Rassismus am besten dadurch bekämpft, dass man keine Chinesen mehr ins Land lässt. Tatsächlich verlief die Entwicklung genau andersherum. Erst mit der massiven Ausweitung und Normalisierung der chinesischen Einwanderung verlor allmählich auch das antichinesische Ressentiment seinen politischen Stachel. Nur eine vielfältige Gesellschaft schützt vor Rassismus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.08.2021 - Ideen

Verschwörungstheorien wohin man guckt, das ist in Krisenzeiten eben so, meint der Historiker Volker Reinhardt ackselzuckend in der NZZ. Verschwörungstheorien "führen weit in die Vergangenheit zurück, mit wechselnden Einkleidungen im Einzelnen, doch im Kern jederzeit wiedererkennbar. Bestimmend ist damals wie 2021 der unüberbrückbare Gegensatz, wie die Welt ist und wie sie sein sollte. Für die Menschen Alteuropas hat gute Herrschaft eine alles überstrahlende Zweckausrichtung: den Armen, den wahren Kindern Christi, das ungefährdete Überleben zu garantieren und sie in ihrer angestammten, frommen, den biblischen Vorschriften gemäßen Lebensordnung unangetastet zu bewahren - gewissermaßen eine religiös zentrierte Attac-Ökonomie. Diesen himmlischen Vorschriften stehen jedoch hienieden die Legionen der Finsternis entgegen. Dazu gehören Kreaturen der Hölle, die neidische und habgierige Menschen unter ihre Botmäßigkeit bringen".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.08.2021 - Ideen

Thomas Wessel schließt seine Artikelfolge bei den Ruhrbaronen über A. Dirk Moses' Angriffe auf den angeblichen "Katechismus der Deutschen" ab. Wie unreflektiert Moses mit Theologie hantiert, zeigt Wessel am Begriff der "Erbsünde", dessen Kontexte Moses gar nicht kenne. "Dazu passt Moses' dauerndes Gerede von 'Hohepriestern', die - gleichsam Handlanger des jüdischen Rachegottes - 'überwachen' und 'überführen', 'denunzieren' und 'herunterbeten' würden: Diese Figur, die er wieder und wieder durch seine Kulisse scheucht, stammt aus dem antijüdischen Arsenal der christlichen Tradition, sie stellt - mehr dazu hier - das Urbild des 'Gottesmörders' dar, des mächtigen jüdischen Strippenziehers, der Unschuldige bis hin zum Höchsten morden lässt. 'Hohepriester der Holocaust-Religion' hat die Junge Freiheit, das Organ der Neuen Rechten, vor Jahren bereits getitelt und damit - genau wie jetzt Dirk Moses - Dan Diner gemeint, den Link zur Rechtspresse erspare ich mir."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.08.2021 - Ideen

Thomas Wessel, selbst Pfarrer, setzt bei den Ruhrbaronen seine selbst theologische Reflexion über A. Dirk Moses und und dessen mit theologischen Argumenten vorgebrachte Kritik am "Katechismus der Deutschen" fort: "Theologie ist symbolisches Sprechen. Ob Gott nach Auschwitz noch zu denken sei, lässt sich lesen wie die Frage, ob Vernunft nach Auschwitz noch zu fassen, Aufklärung über sich selber aufzuklären sei. Die Denkfiguren, die Theologie an die Hand gibt, lassen sich analytisch nutzen oder so, wie es Dirk Moses tut."

Außerdem: Auf den Wissenschaftsseiten der FAZ erinnert der Historiker Lasse Heerten daran, dass Holocaustvergleiche im postkolonialen Kontext um 1970 gang und gäbe und erst später umstritten waren.