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Das feige Leugnen" hat schon im Moment der Tat zum Holocaust dazugehört, schreibt
Maxim Biller in einem wüsten, aber faszinierenden Beitrag zum Historikerstreit 2.0 in der
Zeit, und er erkennt es bei
A. Dirk Moses und seinen Jünger:Innen wieder. Aber das Rätsel bleibt, warum nach all den Rechten und den Linken, die sich permanent am Holocaust abarbeiten, nun auch "
herrenmenschelnde Postkolonialisten plus ihre depravierten United-Colors-of-Benetton-Mandanten" nicht genug davon kriegen? Biller versucht es mit einer intellektuellen Erklärung: "Dass die Juden einen Gott erfunden haben, den es nicht gab, damit die Menschen selbst für ihre schlechten und guten Taten verantwortlich waren, hat den Nichtjuden schon immer missfallen, und das haben sie den Juden immer wieder sehr deutlich und brutal gezeigt. Aber als die Juden, berauscht und befeuert von der Emanzipation, dann auch noch
das 20. Jahrhundert zu einem jüdischen Jahrhundert machten, wie der im Alter bittere, kompromisslose
George Steiner einmal in einem
Zeit-Interview sagte, als Männer wie Freud, Schönberg, Kafka, Wittgenstein eine atheistische Version des alten, hochmoralischen Monotheismus in eine moderne,
universelle Sprache übersetzten, hatten die Gojim von ihnen endgültig genug."
Alle lieben es zur Zeit, von einer
Niederlage des Westens in Afghanistan zu reden. Aber das ist Unsinn,
meint in der
NZZ der Autor und Filmemacher
Samuel Schirmbeck: In Afghanistan ist nicht der Westen, sondern
der Islam gescheitert. "Der Westen hatte nie vor, Afghanistan zu 'verwestlichen'. Insofern ist er mit seinen Werten dort auch nicht gescheitert. Er hat lediglich versucht, militärisch
eine Brandmauer zwischen dem friedlich-toleranten und dem kriegerisch-jihadistischen Islam zu errichten. Denn diese Brandmauer fehlt in der islamischen Theologie bis heute."
In der
Welt erinnert sich der niederländische Schriftsteller
Leon de Winter an eine Umfrage des Pew Instituts vor acht Jahren: Danach wollten in Afghanistan
99 Prozent der Befragten die Scharia als "leitende Gesetzgebung" in ihrem Land. "Von diesen 99 Prozent hielten 81 Prozent
Körperstrafen für unerlässlich, 85 Prozent waren der Ansicht, dass
Ehebruch mit der Hinrichtung durch Steinigung zu bestrafen sei, und 79 Prozent urteilten,
Apostasie müsse mit dem Tod bestraft werden. 66 Prozent lehnten die
westliche Unterhaltung als unmoralisch ab. Wenn die Zahlen heute noch aussagekräftig sind, scheinen die reaktionären Taliban die Auffassungen der afghanischen Mehrheit ziemlich genau widerzuspiegeln. ... Die meisten Afghanen möchten an ihren Traditionen und ihrem Propheten festhalten, so, wie sie es in ihrer kargen Heimat seit Menschengedenken tun -
ohne Erbarmen mit Mädchen, ohne Gleichberechtigung für Frauen und Schwule und ohne Drang zur Erneuerung."
In der
Zeit erklärt
Slavoj Zizek außerdem, wie er es schaffte, nun schon das dritte Buch zur
Coronakrise vorzulegen.