Die
Berliner Zeitung des neuen Eigentümer-Ehepaars stützt sich neuerdings auch auf Ticker der
Nachrichtenagentur Tass,
notiert eine verwunderte Ulrike Simon in ihrer
Horizont-Kolumne. "
Tass ist die staatliche russische Nachrichtenagentur und damit nichts anderes als ein direkt vom Kreml gesteuertes
Propaganda-Instrument", so Simon. Schon vor einiger Zeit hatte Friedrich von zahlreichen Hilfsangeboten an die neue Leitung der Zeitung, "
auch aus China und Russland" gesprochen. "Insofern mag es auf manche noch originell gewirkt haben, dass die unter dem IT-Erfahrenen Holger Friedrich binnen weniger Wochen neu aufgesetzte Webseite der
Berliner Zeitung außer auf Deutsch auch auf Englisch und Russisch zu lesen ist. Auf die Idee muss man aber erst einmal kommen, in Interviews von '
faktenbasiertem Journalismus' zu palavern, den sie einführen wollen und dann die
Tass als ganz normale Informationsquelle zu nutzen - und das auch noch ausgerechnet beim
Thema Syrien."
Ein großer Teil der
Werbung auf Medienseiten im Netz ist trackingbasiert (das trifft auch auf einen Teil der Werbung im
Perlentaucher zu), das heißt, er basiert auf der Auswertung von Daten über das Nutzerverhalten. Auf Medienseiten ist das datenschutzrechtlich problematisch, während Dienste wie
Facebook und Google fein raus sind, weil man bei ihnen eingeloggt ist. Für Medien wäre der Verlust der Einnahmen eine mittlere Katastrophe,
schreibt Matthias Eberl bei
netzpolitik.org: "Für alternative Werbeformen ist dagegen nicht viel Raum. Zwar gibt es vereinzelt erfolgreiche Beispiele für Experimente mit klassischer
kontextbezogener Werbung, die nicht auf den einzelnen Leser zugeschnitten ist, etwa bei der
New York Times. Branchenkenner geben aber zu bedenken, dass die deutschen Verlage und ihre Lobbyverbände bereits in den letzten Jahren Schwierigkeiten hatten, den neuen digitalen Werbemarkt juristisch, technisch und operativ zu durchdringen. Den Verlagen fehlen schon lange die
Macht und das Knowhow, um den Werbemarkt so zu formen, dass er sich an ihren Interessen ausrichtet. Vor allem regionale Zeitungen sind ihren Vermarktern
hilflos ausgeliefert und können kaum bestimmen, wie ihre Werbeplätze genutzt werden."
Weiteres: Die
ARD-Tagesthemen sollen verlängert werden, es soll mehr
Platz für regionale Nachrichten geschaffen werden,
resümiert Christian Meier in der
Welt: "Es gehe darum, sagte Programmchef Herres, in Beiträgen konkrete Beispiele zu zeigen, wie sich das Politische im Alltag der Menschen in der Republik abspiele. Dies gelte insbesondere für Geschichten aus
Ostdeutschland." Im Vorfeld hatte sich
Herres allerdings
gegen eine Verlängerung der Tagesthemen-Ausgaben von Montag bis Donnerstag gewehrt,
weiß Kai-Hinrich Renner in der
Berliner Zeitung.