Egal, was man von
Juian Assange als Person hält, wie mit ihm juristisch umgegangen wird, ist ein Skandal,
meint Markus Beckedahl vor der heute beginnenden Anhörung über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers in
Netzpolitik: "Die Veröffentlichungen geschahen in Kooperation mit
angesehenen journalistischen Medien wie
Der Spiegel in Deutschland. Wikileaks war dabei Teil eines journalistischen Ökosystems, die Medienplattform diente als
Scharnier und Briefkasten zwischen Whistleblowern (wie Chelsea Manning) und klassischen Medien wie
Der Spiegel, Veröffentlichungen wurden gemeinsam abgesprochen und geplant."
Bei
politico.eu berichtet Natasha Bertrand schon einiges über die angebliche Taktik von Julian Assanges
Anwaltsteam. Es gehe vor allem darum,
Richard Grenell anzugreifen, den Botschafter Trumps in Deutschland und kommissarischen Geheimdienstchef. Die Anwälte wollen zeigen, dass Donald Trump auch hier die Geheimdienste
für politische Zwecke missbrauche, so Bertrand: "Im Mittelpunkt der Argumentation des Assange-Teams steht ein
Bericht von
ABC News vom letzten April, in dem behauptet wird, dass Grenell, während er als Trumps Botschafter in Deutschland diente, den ecuadorianischen Gastgebern von Assange sagte, dass die US-Regierung
die Todesstrafe für Assange nicht verlangen würde, wenn Ecuador
britischen Beamten erlauben würde, seine Botschaft in London zu betreten und ihn zu verhaften." Durch dieses Angebot, so die Anwältem, sei der Prozess zu einer politischen Angelegenheit gemacht worden.
In der
NZZ antwortet der Uno-Sonderberichterstatter
Nils Melzer, der
Assange als Folteropfer eingeschätzt hat, der Strafrechtlerin
Tatjana Hörnle, die seine Aussagen in der
NZZ scharf angegriffen hatte. In der
FAZ berichtet Gina thomas.
Meşale Tolu gehört zu den türkisch-deutschen Journalisten, die in der Türkei aus fadenscheinigen Gründen angeklagt wurden. Sie arbeitet inzwischen in Stuttgart. Mit Ali Çelikkan von der
taz spricht sie über ihren Prozess in Istanbul: "In der ganzen Zeit wurde
kein einziger Beweis für die Vorwürfe gegen mich vorgelegt. Die anonymen Zeugen, die zu meiner Verhaftung geführt haben, wurden nicht in den Zeugenstand gerufen und angehört. Wir gehen ohnehin nicht davon aus, dass es so einen Zeugen gibt. Die Telefondaten wurden nicht ausgewertet. Es ist ein
erfundener Prozess."