Mit Schrecken
blickt FAZ-Redakteur Rainer Hermann in einem Gastkommentar für die
Deutsche Welle auf die brutale Vertreibung der
Flüchtlinge von Idlib durch den Schlächter Baschar al-Assad und seinen Assistenten Wladimir Putin: "Vieles erinnert an den Jugoslawien-Krieg, als Europa hilf- und ratlos den
serbischen Massakern zugeschaut hat. Damals hatten erst ein Ultimatum des bulligen amerikanischen Diplomaten Richard Holbrooke an den serbischen Diktator Slobodan Milosevic und dann gezielte amerikanische Bombardements dem völkischen Morden ein Ende bereitet. Was geschieht, wenn sich die
Ordnungsmacht USA zurückzieht, zeigt das tägliche Vorgehen des syrischen Regimes.
Und Europa, der selbsternannte Hüter der Menschenrechte, leistet einen weiteren moralischen Offenbarungseid."
Mit das Ekligste an einer
unterdrückten Kultur wie der Syriens unter Baschar al-Assad ist die perfide Inszenierung von Kritik,
schreibt der Dichter und Journalist
Ramy al-Asheq in einem Essay für die
NZZ. Er nennt es "
Katharsis-Politik": "eine Art Schutzmaßnahme, die dem Ausbruch des Volkszorns zuvorkommen soll. Da kritisieren dann Kulturschaffende den Wirtschaftsminister wegen der steigenden Lebenskosten, oder für ihre Regimetreue bekannte Künstler stellen Selfies ins Internet, auf denen sie eine
Gasflasche umarmen - zum Zeichen, wie teuer der Brennstoff geworden ist. Sie singen Spottlieder über die missliche Lage oder verfassen offene Briefe, in denen sie
den Präsidenten bitten, endlich einzugreifen..." Und die, die nicht mitmachen "sind faktisch an Leib und Leben bedroht; ihre Strafe besteht darin, dass sie
marginalisiert und von Verdienstmöglichkeiten ausgeschlossen werden. Sie müssen zusehen, wie die Regimetreuen Preise und Privilegien einheimsen, müssen zusehen, wie ihr eigener Traum von Freiheit und Gerechtigkeit durch den Triumph des Diktators aufgerieben wird."
In einer Intervention für
Tyzhden und den
Perlentaucher konstatiert Richard Herzinger unterdessen: Während
Demokraten heute offen eingestehen, dass sie die Gefahr, die von Wladimir Putin ausgeht, unterschätzt haben, sind es jetzt Trump und seine Gefolgsleute in der
Republikanischen Partei, die diese Gefahr herunterspielen oder ganz ableugnen.