An der
Humboldt-Uni soll ein Institut für islamische Theologie gegründet werden, das der Ausbildung von Imamen und von Lehrern für den Religionsunterricht dienen soll.
Seyran Ates hat gegen die Besetzung des Beirats aus
ausschließlich konservativen Islamverbänden in einem offenen Brief protestiert. Mit dabei,
so Regina Mönch in der
FAZ ist auch "die von der türkischen Religionsbehörde
Diyanet gesteuerte und von allen Reformern gesäuberte
Ditib, die gerade erst wegen des Vorwurfs, kritische Muslime bespitzelt zu haben, im Mittelpunkt eines Skandals stand. Im Sommer 2017 hatte die Berliner CDU das Beharren der Humboldt Universität und des rot-rot-grünen Berliner Senats,
liberale Stimmen aus dem Beirat auszuschließen, ebenfalls scharf, aber folgenlos kritisiert."
Martin Niewendick
erläutert in der
Welt zum Thema: "Die Besetzung des Beirates ist deshalb pikant, weil dieser ein
Vetorecht bei der Besetzung der vier Professuren haben soll. Zwar hat er keinen Einfluss auf die Ausschreibungen, kann aber später aus
religiösen Gründen bei Anwärtern Einspruch einlegen." (Religiöse Gründe? Und wir dachten immer, die Unis dienten der Wissenschaft!)
Im Gespräch mit Hasnain Kazim von
Spiegel online beleuchtet der pakistanische Nuklearphysiker (und Kritiker der pakistanischen Atomrüstung)
Pervez Hoodbhoy die Psychologie des
religiösen Rollbacks in den meisten muslimischen Ländern: "Eine Burka ist ja nichts anderes als ein Etikett,
um sich abzugrenzen. Dadurch wird in aller Deutlichkeit gezeigt: Meine Identität ist islamisch. Diese Identität ist eng verknüpft mit dem Gefühl, ein
Opfer der Geschichte zu sein. Tief versteckt empfinden Muslime, dass sie gescheitert sind. Diese Mischung von Befindlichkeiten flößt mir Angst ein, denn sie führt zu einem Verhalten, das sehr ungesund ist."
Außerdem: In der
NZZ schreibt der in Stanford lehrende Literaturwissenschaftler
Adrian Daub über Religion im
Silicon Valley.